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Rügen Nord Stream 2 und Rewa: So soll das Wasser im Strelasund sauberer werden
Vorpommern Rügen Nord Stream 2 und Rewa: So soll das Wasser im Strelasund sauberer werden
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19:00 15.08.2019
Der Richtkranz schwebt am Kranhaken. Kranführer Maurice Walther vom Tief- und Rohrleitungsbau Wähler schwenkt ihn im Beisein vieler Gäste auf das Gebäude der neuen Filtrationsstufe der Rewa, die von der Nord Stream2 AG gebaut wird. Quelle: Jörg Mattern
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Stralsund

Ab Ende dieses Jahres wird das Stralsunder Abwasser die Kläranlage der Rewa an der Bauhofstraße noch sauberer verlassen. Dazu entsteht derzeit eine dritte Ausbaustufe mit einer Filteranlage, die dem bereits geklärten Abwasser zusätzlich 31 Tonnen nitratgebundenen Stickstoff wie 1,8 Tonnen Phosphor pro Jahr entziehen soll. Am Dienstag wurde über dem Neubau die Richtkrone aufgezogen.

Das Besondere an der neuen Anlage: Sie wird von der Nord Stream 2 AG gebaut, und zwar in Rekordzeit. Jürgen Müller, Geschäftsführer der Regionalen Wasser- und Abwassergesellschaft – Rewa, verwies aus diesem Anlass noch einmal auf die Eckdaten des Werdegangs: Januar 2019 Baugenehmigung, einen Monat später Baubeginn, Inbetriebnahme im Dezember dieses Jahres.

Die Pipeline für das Erdgas aus Russland Richtung Süden wird zum Teil unter Flüssen und ganzen Naturschutzgebieten hindurch verlegt. Eine technische Meisterleistung. Kritik kommt von Umweltschützern.

Das Projekt war Anfang vergangenen Jahres spruchreif geworden. Die Nord Stream 2 AG hatte auf der Suche nach geeigneten Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur beim Bau der zweiten Ostsee-Pipeline bei der Rewa angeklopft und den Bau der Filteranlage als ihren Beitrag zum Gewässerschutz der Ostsee ins Gespräch gebracht.

Nord Stream 2 übernimmt Betriebskosten für 15 Jahre

Der Clou dieses Vorhabens: Laut Müller bezahlt Nord Stream 2 die geplanten Investitionskosten in Höhe von gut vier Millionen Euro und die Betriebskosten der dritten Ausbaustufe für die nächsten 15 Jahre. Und der Rewa-Geschäftsführer packte die Gelegenheit beim Schopfe. Denn eine dritte Filterstufe war ursprünglich für den Bau der Kläranlage bereits mitgeplant aber nicht gebaut worden. Mit der neuen Anlage sieht sich jetzt die Rewa für mögliche verschärfte Gesetzesregelungen zur Abwasserbehandlung gut gerüstet. Die neue Filtertechnik ist dafür ausgelegt, stündlich Stickstoff und Phosphor aus bis zu 800 Kubikmetern Abwasser zu filtern.

Kompensation für zweite Gas-Pipeline

Wie Frank Häuser, Head of Permitting bei Nord Stream 2, beim Richtfest deutlich machte, ist das Interesse an diesem Projekt durchaus beiderseitig. Für den Pipeline-Bauer ist die Errichtung der Zusatzfiltration in Stralsund eine von verschiedenen Kompensationsmaßnahmen für seine zweite Erdgasröhre durch die Ostsee. So wird unter anderem auch der Bau weiterer Filterstufen in zwei Klärwerken auf Rügen, in Bergen und Göhren, sowie in Greifswald unterstützt. „In allen vier Anlagen laufen die Bauarbeiten planmäßig, so Häuser. Insgesamt investiert die Nord Stream AG in seine Ausgleichsmaßnahmen in Deutschland mehr als 40 Millionen Euro.

OB Badrow: „Nord Stream 2 ist ein Super-Projekt.“

Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) gab sich auf dem Richtfest als Befürworter des Pipeline-Baus zu erkennen. „Wir brauchen für die Entwicklung unseres Landes auch künftig Energie. Nord Stream 2 ist deshalb ein Super-Projekt“, sagte Badrow und ließ keinen Zweifel daran, dass die Zusammenarbeit für die Hansestadt Vorteile mit sich bringt. „Es gab mal eine Zeit, da gingen die Stralsunder im Strelasund nicht so gerne baden“, sagte der OB mit Blick auf die zu DDR-Zeiten eingeleiteten belasteten Abwässer, etwa der einstigen Schweinemastanlage Andershof. „Nach der Wende haben wir viel in die Abwasserbehandlung auf der Kläranlage investiert und mit der neuen Ausbaustufe wird die Wasserqualität des Strelasunds sich weiter verbessern“, so Badrow, der auch Aufsichtsratsvorsitzender ist.

Und Rewa-Chef Jürgen Müller macht nicht zuletzt auf einen weiteren Vorteil für die Rewa-Kunden aufmerksam: Durch die Übernahme der Betriebskosten für die nächsten 15 Jahre durch Nord Stream 2, lässt sich ein Entgeltanstieg bei der Abwasserbehandlung für unsere Kunden in den nächsten Jahren moderat gestalten.“

Mehr zum Autoren: Jörg Mattern

Von Jörg Mattern

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