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Rügen Notreparatur an morscher Mittelbrücke
Vorpommern Rügen Notreparatur an morscher Mittelbrücke
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00:00 08.03.2017
Die Mittelbrücke im Sassnitzer Fischereihafen wird derzeit instandgesetzt. Doch bald ist eine komplette Erneuerung fällig. Quelle: Foto: Maik Trettin
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Sassnitz

Die Wohnungsgesellschaft Sassnitz (WoGeSa) will voraussichtlich ab Ende des Jahres den letzten unsanierten Block des städtischen Unternehmens im Wohngebiet am Rügener Ring auf Vordermann bringen. Auch im Hafen und am Heizhaus wird die kommunale Unternehmensgruppe Sassnitz, zu der die WoGeSa, die Wärmeversorgung Rügen und die Hafenbetriebs- und Entwicklungsgesellschaft (HBEG) gehören, in diesem Jahr investieren. Wir sprachen mit dem Geschäftsführer Siegfried Adelsberger.

Seit dem vergangenen Jahr baut die WoGeSa den Wohnblock an der Mönchguter Straße 1 bis 3 um. Wird alles pünktlich fertig?

Siegfried Adelsberger: Wie es aussieht, ja. Wir haben das Gebäude ja von Grund auf verändert, die Geschosszahl reduziert, Grundrisse verändert, Balkone und einen Fahrstuhl installiert. In den ersten zwei Stockwerken werden insgesamt 18 barrierefreie Wohnungen entstehen, in der dritten Etage eine Wohngemeinschaft für elf ältere Bewohner, die hier ihre eigenen vier Wände jeweils mit eigenem Bad, aber auch Gemeinschaftsräume und die Möglichkeit einer Betreuung vorfinden werden. Etwas Besonderes wird sicher der Veranstaltungsraum auf dem Dach, den alle Mieter des Hauses nutzen können. Wir denken, dass die ersten Bewohner im Mai oder Juni einziehen werden.

Ist dann schon alles fertig?

Innen ja. Wir wollen aber auch den Innenhof zwischen der Mönchguter und der Wittower Straße völlig neu gestalten. Der Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Thomas kündigte das bereits in seinem Bericht vor den Stadtvertretern an. Das Areal wird neu begrünt und wir lassen einen Spielplatz bauen, den Kinder ebenso benutzen können wie ältere Menschen – also etwas für alle Generationen. Außerdem werden der Gehweg und behindertengerechte Parkflächen neu angelegt. Auch die öffentliche Straße wird komplett erneuert. Sie bleibt eine Einbahnstraße, soll allerdings nur noch 3,50 statt bisher vier Meter breit sein. Die Oberfläche besteht dann aus Betonpflaster.

Sind Sie dann mit der Sanierung der WoGeSa-Blöcke im Rügener Ring durch?

Einer steht noch aus, und zwar der an der Granitzer Straße 1 bis 3. Dafür erarbeiten wir gerade die Pläne. Die Lage des Hauses ist sehr gut, man hat einen herrlichen Blick auf die Ostsee. Deshalb wollen wir dort die Zahl der Stockwerke nicht reduzieren. Ganz im Gegenteil: Wir würden das Haus gern noch um ein Staffelgeschoss erhöhen und drei Penthouse-Wohnungen darauf setzen. Derzeit sind die Fachleute dabei, die Statik für eine solche Aufstockung zu prüfen. Parallel dazu haben wir begonnen, das Haus freizuziehen, so dass wir Ende des Jahres Baufreiheit haben.

Auch in dem Wohngebiet an der Mukraner Straße wird demnächst gebaut, und zwar von einem weiteren „Familienmitglied“ der Unternehmensgruppe Sassnitz, der Wärmeversorgung Rügen. Was entsteht auf dem Gelände an der Litauischen Straße?

Wir errichten einen Anbau an das bestehende Heizhaus. Darin soll ein so genannter Pufferspeicher Platz finden. Einen solchen Heißwasserspeicher hatten wir bislang dort noch nicht. Durch ihn können wir die Fern-Wärmeversorgung zu den Spitzenzeiten besser abdecken als bisher und vor allem günstiger. Vereinfacht gesagt: Je geringer die Leistungsspitzen einer solchen Heizanlage, um so geringer die Kosten.

Apropos Kosten: Die HBEG, das dritte Unternehmen der kommunalen Gruppe, soll ja Vorschläge für die Zukunft des gesperrten Seestegs in Alt Sassnitz vorlegen. Gibt es da schon ein Ergebnis?

Zurzeit noch nicht. Wir haben das Ingenieurbüro AIU aus Stralsund beauftragt, verschiedene Konzepte zu entwickeln. Die Arbeiten laufen noch.

Bereits gearbeitet wird ein paar hundert Meter weiter im Fischereihafen. Was passiert dort?

Wir lassen zum einen den kompletten Oberbau der Löschbrücke erneuern. Die Pfähle haben wir zuvor untersuchen lassen; die sind noch in Ordnung. Parallel dazu arbeiten wir an der benachbarten Mittelbrücke im Fischereihafen. Die Konstruktion ist morsch und löst sich mittlerweile auf. Um sie nicht sperren zu müssen, haben wir mit Sicherungsmaßnahmen begonnen, also einer Notreparatur. Um sie dauerhaft instandzusetzen, müssen wir sie grundlegend erneuern. Das kostet aber dann richtig Geld. Wir haben beim Landesförderinstitut bereits einen Antrag auf finanzielle Unterstützung gestellt.

Die Fischer, die dort ihren Fang anlanden, wird es freuen. Aber was ist mit den Seglern? Wird in den Sportboottourismus nicht mehr investiert?

Doch. Wir versuchen weiterhin, den Sassnitzer Hafen als lohnendes Ausflugsziel für die Segler und Motorbootfahrer zu etablieren. Ein wichtiges Kriterium sind die sanitären Anlagen. Die gestalten wir komplett neu. Wir haben bereits damit begonnen, Baufreiheit hierfür zu schaffen. Wir werden in diesem Jahr komplett neue Duschen, Waschgelegenheiten und Toiletten im Obergeschoss neben dem Schlauchturm bauen, dort, wo sich einst Büroräume und zuletzt eine Künstlerwerkstatt befunden haben. Interview: Maik Trettin

Unternehmensgruppe vor zehn Jahren gegründet

3 städtische Gesellschaften sind seit 2007 in der Unternehmensgruppe Sassnitz zusammengefasst: die Wärmeversorgung Rügen (WVR, gegründet 1990), die Wohnungsgesellschaft Sassnitz (WoGeSa, 1991) und die Hafenbetriebs- und Entwicklungsgesellschaft (HBEG, 1993). Geschäftsführer ist Siegfried Adelsberger.

2215 Wohnungen gehören zum Bestand der WoGeSa. Die Leerstandsquote liegt derzeit bei 8,6 Prozent. Etwa ein Drittel dieses Wohnraums steht absichtlich leer, weil die Häuser saniert werden oder Umbaumaßnahmen bevorstehen.

12000 Quadratmeter umfasst die Gewerbefläche in den Gebäuden im Hafen, die die HBEG vermarktet.

OZ

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