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Rügen In der Freizeit zum Lebensretter
Vorpommern Rügen In der Freizeit zum Lebensretter
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15:55 04.12.2019
Torsten Lehrmann ist für das Deutsche Rote Kreuz als Hausmeister in einer Sassnitzer Pflegeeinrichtung tätig. In seiner Freizeit ist er als Sanitäter mit dem Sanitätszug auch dabei, wenn es einmal brenzlig wird. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
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Sassnitz

Wenn er nicht seinen Dienst als Hausmeister in der Pflegeeinrichtung des Deutschen Roten Kreuzes in Sassnitz versieht, ist Torsten Lehrmann bei vielen Veranstaltungen auf der Insel mit dem Sanitätszug des DRK im Einsatz. Nicht immer bleibt es am Rand der Konzerte, Hafenfeste oder Sportveranstaltungen bei Schnittverletzungen, Prellungen oder Knochenbrüchen. Manche Einsätze bleiben dem 51-jährigen Sanitäter in Erinnerung.

Im Notfall zufällig in der Nähe

Solch einen Tag erlebte er im Mai des letzten Jahres. Das Anbaden in Glowe wurde ohne Zwischenfälle beendet und das Team des Sanitätszuges widmete sich bereits dem Einpacken des Krankentransportwagens. „In dem Moment kam ein Passant auf uns zu und berichtete, dass in der Nähe eine Person zusammengesackt ist“, erinnert sich der Sanitäter aus Bergen. „Wir sind dann sofort mit Blaulicht und Sondersignal zum Ort des Notfalls.“ Zum Glück hatten sich bereits andere Passanten um den Patienten gekümmert und mit der Ersten Hilfe begonnen. „Selbst ein Sichtschutz wurde schon errichtet, was ja auch nicht selbstverständlich ist“, erinnert er sich an das lobenswerte Verhalten der Augenzeugen.

Auch das Sanitätsteam prüfte nach dem Eintreffen dann nochmals die Vitalwerte. „Die drei A´s sind für Ersthelfer wichtig: Ansprache, Anfassen, Ansehen.“ Schnell wurde ersichtlich, dass der Patient als reanimationspflichtig einzustufen war. Der Defibrillator aus dem Krankentransportwagen musste zum Einsatz kommen. „Dabei wird natürlich trotzdem mit der Herzdruckmassage weiter gemacht. 30 Mal drücken, zwei Mal beatmen, lautet die Regel“, erklärt Torsten Lehrmann. „Auch dabei haben wir uns weiter mit den helfenden Passanten abgewechselt, denn eine dreiviertel Stunde waren wir damit bemüht. Das hält man allein nicht lange durch.“

Hier können sie spenden

Mit der diesjährigen Weihnachtsaktion wollen wir den Kreisverband Rügen-Stralsund des Deutschen Rotes Kreuzes dabei unterstützen, unsere Insel mit Laiendefibrillatoren auszurüsten. Diese sind gerade für den sicheren Einsatz durch Nichtmediziner konstruiert und helfen Leben zu retten. Ihre Spende kann dabei helfen.

Neben der Möglichkeit, Ihre Spende persönlich im Service-Center der OZ, Markt 25, in Bergen, zu hinterlegen, können Sie auch direkt Ihre Spende auf das Spendenkonto überweisen.

Kontoinhaber: Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Rügen-Stralsund e.V.

IBAN: DE54 1505 0500 0112 2476 01

BIC: NOLADE21GRW

Zweck: OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“

Eine gute Rettungskette ist lobenswert

Bis zum Eintreffen der angeforderten Notärztin konnten alle Beteiligten erreichen, dass bei dem Patienten wieder Vitalwerte festzustellen waren. „Wenn man merkt, dass der Patient wiederkommt, ist man stolz, wenn man merkt, dass man alles richtig gemacht hat“, so Lehrmann. Aufgrund der weiterhin ernsten Lage ordnete die Notärztin den Transport mittels Rettungshubschrauber ins Greifswalder Klinikum an. Ein glückliches Ende nahm dieser Einsatz leider trotzdem nicht. Wahrscheinlich waren auch weitere Vorerkrankungen mit dafür verantwortlich, dass der Patient das Klinikum nicht genesen verlassen konnte.

Nach dem Einsatz bekam das DRK trotzdem einige positive Reaktionen. „Viele Augenzeugen und Passanten haben sich für das vorbildliche Zusammenspiel zwischen Passanten, uns ehrenamtlichen Sanitätern und dem Notarztteam bedankt. Auch wenn es nicht wie gewünscht ausgegangen ist, war es eine tolle Sache. Selbst Fahrzeuge wurde als Sichtschutz und Absperrung aufgestellt. Das gibt es auch nicht so oft, dass Leute anhalten und fragen, ob sie helfen können“, erinnert sich der Sanitäter an diese erfreuliche Seite des Einsatzes.

Den Defibrillator für den Notfall in greifbarer Nähe

Die Sanitäter sind neben ihren Berufen ehrenamtlich bei Veranstaltungen im Einsatz. Dafür haben alle eine Sanitätsausbildung absolviert. Natürlich hoffen sie auch stets auf einen reibungslosen Ablauf ihrer Dienste ohne Zwischenfälle. Für solch dramatische Situationen ist Torsten Lehrmann jedoch froh, einen Defibrillator stets in der Nähe zu haben und begrüßt das Vorhaben des DRK, mit der OZ-Weihnachtsaktion weitere Laiendefibrillatoren auf der Insel stationieren zu wollen.

„Das Gerät ist kinderleicht zu bedienen und sollte weiter verteilt werden. Man muss keine Angst davor haben es einzusetzen, da es alle Schritte ziemlich genau erklärt. Den größten Fehler macht man stets nur, wenn man gar nicht hilft“, sagt Torsten Lehrmann und hofft, öfter auf Menschen mit so viel Zivilcourage und Einsatzbereitschaft zu treffen wie in dem geschilderten Notfall.

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Von Wenke Büssow-Krämer

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