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Rügen Oster-Feeling von Altefähr bis Hiddensee
Vorpommern Rügen Oster-Feeling von Altefähr bis Hiddensee
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18:00 22.04.2019
Die „Dreifeuerherzen“ Johanna, Pia und Andreas aus Rostock zeigten feurige Akrobatik am Binzer Strand. Quelle: Mathias Otto
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Rügen

Die Rügener und auch die zahlreichen Gäste mussten am verlängerten Wochenende nicht lange suchen, um unterhalten zu werden. Fast jeder Ort zwischen Altefähr, Kap Arkona, Hiddensee und Sassnitz war auf Ostern eingestellt und lockte Besucher auf Antikmärkte, zu Konzerten oder den zahlreichen Mitmach-Aktionen für Familien.

Das wohl spektakulärste Osterei gab es auf der Insel Hiddensee zu bestaunen. Wie das Seebad Insel Hiddensee auf der Facebook-Seite angegeben hatte, handelte es sich sogar um das größte Osterei der Ostseeküste. Ein Pferde-Planwagen zog es am Sonnabend über die ganze Insel. Bemalt und gestaltet wurde alles von Hiddenseer Schulkindern. Beim ersten „Street Food Festival“ in Altefähr wurden Delikatessen aus aller Welt geboten und in Sassnitz stand bei der Saisoneröffnung das Fischbrötchen im Vordergrund. Hier suchten die Gäste das leckerste Exemplar.

In vielen Orten auf der Insel Rügen konnten Besucher Ostereier sammeln, Kultur erleben oder Fischbrötchen verkosten.

Ostereier im Schlosspark

Aber das Wichtigste für die Kinder war das Suchen der Ostereier am Sonntag, etwa auf dem Rügenhof in Putgarten. Hier gab es außerdem Kinderanimation, Osterbasteln, Kinderschminken und Spiele.

Nachdem der Gottesdienst in der Putbusser Kirche beendet war, stürmten am Sonntag mehr als 100 Kinder durch den Schlosspark. Der Gewerbeverein hatte die bemalten Eier zuvor in Büschen, in den Bäumen und auf dem Rasen versteckt. Aber kein Problem für Urlaubskind Bjarne Drechsler aus Meißen (Sachsen). Er hatte schnell ein paar Eier gefunden. „Auf der Insel Rügen wird viel für die Kinder auf die Beine gestellt. Solche Aktionen kennen wir in Meißen nicht. Ein großes Lob an die Veranstalter“, sagt seine Mutter.

Verantwortlich war, wie auch in den vergangenen 17 Jahren, der Tourismus- und Gewerbeverein Putbus. „Jedes Kind soll seinen Spaß beim Suchen haben. Deshalb haben wir 800 Eier versteckt. Wir haben hier rührige Mitarbeiter, die sich jedes Jahr darum kümmern“, sagt die Vorsitzende Regina Dabel.

Musik in der Scheune

Die Erwachsenen wurden am Abend unterhalten, und zwar in Putgarten. In der Kulturscheune traten Jens Hasselmann (Berlin), Marcus Skrzepski (Sassnitz) und Klaus Falk (Stralsund) auf. Das Trio „Dreimaster“ unterhielt das Publikum mit Geschichten und Songs von Wind, Wellen und Ostereiern.

Sie gaben Antworten auf folgende Fragen: „Hat da der Osterhase Geburtstag? Was ist denn bitte schön das Osterparadoxon? Wie feiern die Seeleute Ostern? In ihren Songs, wenn sie etwa über den streifenden Wind sangen, der übers Wittower Land streift, tauchte immer wieder die Insel mit ihren Einzigartigkeiten und Schönheiten auf.

Mit Volldampf zu den Ostereiern

Das bunte Oster-Treiben begann bereits am Freitag. Familien waren Teilnehmer der Sonderfahrt der Rügenschen Bäderbahn und des Modellbahnclubs Sassnitz. Bei einem Zwischenstopp in der Granitz konnten die Kinder Osternester im Wald suchen. Für die erwachsenen Fahrgäste hielten die Organisatoren einen „Schluck“ Osterwasser bereit.

Schon früh am Morgen dampfte der Traditionszug in Putbus los. Der Rasende Roland war bunt geschmückt. Knapp 240 Leute nahmen an der diesjährigen Ostersonderfahrt teil, darunter fast 100 Kinder. Und die freuten sich, als sie den Bahnhof in Garftitz erreichten. Begleitet von Akkordeonspieler Steffen Horn und verkleideten Osterhasen ging es gemeinsam in die Granitz.

Dort konnten die Mädchen und Jungen ihre Osternester suchen. Mit dabei waren auch Emma (8) und Lotta (4). Sie fanden Rennautos, Bälle und natürlich Süßigkeiten vor. Ihre Omis Britta Mitbrod aus Baabe und Birgit Große aus Poseritz schauten dem munteren Suchen ihrer Enkelkinder zu. „Wir sind Traditionsgäste und haben natürlich rechtzeitig gebucht. Es ist einfach schön, den geschmückten Zug zu sehen und der Musik zu lauschen – es ist einfach eine tolle Fahrt“, sagt Birgit Große.

Rechtzeitig buchen

Nur wer rechtzeitig bucht, bekommt einen Platz in der Bahn, weiß auch Frank Thiele vom Organisationsteam. „Es gibt Leute, die wollen schon zwei Jahre im Voraus die Tickets kaufen“, sagt er. Neuling Marc Ziolkowski aus Wilhelmshaven kann bestätigen, warum diese Fahrkarten so gefragt sind. Für ihn und seine Familie war es die erste Tour. „Wir sind begeistert. Die Kinder und die Eltern haben viel Spaß bei der Suche“, sagt er.

Für Familie Jenß aus Stralsund kann das Osterfest jedes Jahr erst beginnen, nachdem sie mit dem Rasenden Roland gefahren sind. Seit fünf Jahren sind sie dabei. „Wir stimmen uns damit auf das Fest ein. Traditionell gibt es zum Frühstück Bockwurst im Zug, und für die Kinder dann den Spaß beim Suchen der Osternester“, sagt Stefanie Jenß. „Die Fahrt ist gut organisiert. Man sieht, hier wird Jahr für Jahr mit Herzblut daran gearbeitet, dass sich die Gäste rundum wohlfühlen. Ein großer Dank an diejenigen, die dies ermöglichen“, sagt ihr Mann Alexander.

20 Osterfeuer am Strand

Am Sonnabend stand Binz im Fokus vieler Rügener und Gäste. Nicht mit einem Osterfeuer, sondern gleich mit 20 Osterfeuern begrüßte das Ostseebad offiziell den Frühling. Zudem verfolgten am Strand mehrere hundert Zuschauer die Show der Feuer- und Akrobatikkünstler.

Johanna, Pia und Andreas aus Rostock brachten das Publikum oft zum Staunen. Der Höhepunkt der „Dreifeuerherzen“: Bei einer Figur standen die Frauen auf den Schultern von Andreas, während Pia das „Feuerrad“ drehte. „Die feurige Akrobatik haben wir neu im Programm und waren voller Vorfreude, das Einstudierte am Strand zeigen zu können. Die Kulisse hier ist einmalig“, sagte Pia vor der ersten Vorführung.

Vorfreude auf Osterfeuer

„Ich habe fasziniert zugeschaut. Die gekonnten Bewegungen der Akrobaten in Verbindung mit dem Feuer haben mich magisch angezogen“, sagt die Urlauberin Andrea Wudel (49) aus Berlin. Familie Kolomaznik nutzte diese Gelegenheit für einen ausgiebigen Spaziergang. „Bei diesem herrlichen Wetter konnten wir den ganzen Tag am Strand verbringen. Und wir werden auch am Abend hier sein. Zum krönenden Abschluss lodern hier die Feuer“, sagte Urlauber Jan Kolomaznik.

Auch Marko (43), Christine (42) und Helene Knoth (9) wurden von den Osterfeuern an den Strand gelockt. „Seit zehn Jahren machen wir regelmäßig Urlaub auf der Insel Rügen. Wir sind wahre Ostseefans. Auf die Osterfeuer am Strand haben wir uns schon gefreut“, sagt Marko Knoth.

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Mathias Otto

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