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Rügen 130 Menschen demonstrierten für den Frieden
Vorpommern Rügen 130 Menschen demonstrierten für den Frieden
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19:19 23.04.2019
130 Menschen nahmen am diesjährigen Osterspaziergang des Rügener Friedensbündnisses in Sassnitz teil. Quelle: Karin Breitenfeldt
Sassnitz

„Ick glöw, datt giwwt noch eins Krieg.“ An die ungute Ahnung seiner Großmutter kann sich der Sassnitzer Dieter Holtz noch gut erinnern. 1995 hatte sie die Befürchtung geäußert, kurz vor ihrem Tod. Die 87-Jährige hatte zwei Weltkriege erlebt. Sie war keine große Politikerin, nein, eine einfache Fischersfrau mit einem gewaltigen Stück Lebenserfahrung. Der Zustand der Welt, so wie sie sie 1995 verließ, machte ihr damals Angst. „Heute ist die Gefahr eines Krieges meiner Meinung nach noch größer als zu jener Zeit“, sagt ihr Enkelsohn. Der demonstrierte am Montag beim Osterspaziergang in Sassnitz gemeinsam mit rund 130 anderen besorgten Insulanern für eine friedliche Welt – und für eine lebenswerte. Denn bei der vom Rügener Friedensbündnis initiierten Aktion ging es in diesem Jahr nicht allein um die Gefahr, die den Menschen durch Kriege droht. Wieder und wieder formulierten die Redner ihre Sorge um die Umwelt und das sich wandelnde Klima. „Solidarisieren wir uns mit den Ängsten unserer Jüngsten, derer, die nicht aufhören wollen, uns den Spiegel unserer Zeit vorzuhalten!“, forderte der Künstler Walter G. Goes die Teilnehmer auf, gemeinsam für die Zukunft der Kinder und Enkel zu kämpfen. „Nur der kleine Frieden, der unseren Mitmenschen gilt, kann den großen Frieden einläuten, zur großen Stimme werden.“

Dass auch junge Leute viele Ängste der Lebenserfahrenen teilen, dafür lieferte Marvin Müller den besten Beweis. Der Binzer ist Mitglied der Jungsozialisten und stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Rügen-Hiddensee. Der 18-Jährige war zum ersten Mal beim Osterspaziergang. „Um dabei sein zu können, habe ich extra einige andere Termine verschoben“, erzählt er. In Sassnitz dabei zu sein, sei ihm wichtig gewesen. Der junge Mann hat zwar nichts anderes als Frieden erlebt. Das Grauen des Krieges kennt er nur aus den Erzählungen seiner Großeltern. „Aber gerade durch diese Berichte weiß ich es wertzuschätzen, dass mir solche schlimmen Erfahrungen bislang erspart geblieben sind.“ Das könnte sich durchaus ändern, sagt Marvin Müller mit Blick auf die politische Lage in Europa: Vielerorts seien Rechtspopulisten und Nationalisten im Aufwind und propagierten ein „Europa der Vaterländer“. Das erinnere an eine Kleinstaaterei, wie es sie im Jahre 1914 auch gegeben habe – vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs. Dazu komme noch die hochaktuelle Frage des Klimaschutzes. Jungen Leuten spreche man gern politische Kompetenz ab. Und doch engagieren sie sich. „Viele von uns sind politisch bewegt und beunruhigt. Rauszugehen und seine Meinung zu sagen, ist ganz wichtig.“ Demonstrationen wie der „Osterspaziergang“ seien ein wichtiges demokratisches Mittel. Natürlich hätte der 18-Jährige bei dem schönen Wetter auch eine Radtour machen oder grillen können. Für den Binzer Sozialdemokraten steht fest: „Für mich war das sinnvoll investierte Zeit.“

So denken auch viele andere Teilnehmer, etwa die Bundestagsabgeordnete der Linken, Kerstin Kassner, der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht, Sebastian van Schie von Bündnis 90/Die Grünen, Karl-Heinz Schulz von der MLPD und der evangelische Sassnitzer Pfarrer Peter Nieber. Ein breites Friedensbündnis über Parteigrenzen hinweg hält Dieter Holtz für wichtig. Er befürchtet, dass die deutsche Politik in der Ära nach Angela Merkel aggressiver wird. „Es geht um den Zugriff auf die Ressourcen unserer Welt. Und um den kämpfen die vier großen Protagonisten in der Weltpolitik, die USA, die EU, Russland und China, mit allen Mitteln.“

Maik Trettin

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