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Rügen Sorge um das Klima
Vorpommern Rügen Sorge um das Klima
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16:53 22.04.2019
130 Menschen nahmen am diesjährigen Osterspaziergang des Rügener Friedensbündnisses in Sassnitz teil. Quelle: Karin Breitenfeldt
Sassnitz

Der Friedenswunsch der Menschen angesichts weltweiter Konflikte, Krisen und Aufrüstung ist ungebrochen. Davon zeugten mehr als 130 Teilnehmer des diesjährigen Osterspaziergangs des Rügener Friedensbündnisses in Sassnitz. Die Redner trieb zudem die Sorge um das Klima um. Aber auch der Fortbestand der europäischen Union wurde thematisiert.

So erklärte Marvin Müller von der Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten in der SPD, dass er mit dem Bewusstsein der Vorzüge der europäischen Union aufgewachsen sei und vor einer drohenden Kleinstaaterei und Nationalismus warnen will. „Junge Leute sind nicht politikverdrossen, sondern frustriert von den politisch Verantwortlichen und hätten Angst um ihre Zukunft“, sagte er in Bezug auf den Klimawandel und warnte, dass die Klimaveränderung auch eine soziale Frage ist und Handeln genau jetzt notwendig sei.

Lob an Stadtvertreter

Dieter Holtz, langjähriger Bürgermeister von Sassnitz, der die Aufgabe des Moderators übernommen hatte, betonte die enge Verzahnung von Friedensfrage und Klimarettung und betonte, dass es gut sei, dass Schüler „Fridays for future“ auf die Strasse gingen und so viele Menschen am Ostermontag für „mondays for peace“.

Der Sassnitzer Bügermeister Frank Kracht (Linke) forderte unter anderem eine andere Politik in Berlin. Jeder Euro mehr für die Rüstung fehle in der Bildung und das wirke bis in die Stadt Sassnitz hinein. Er lobte die Stadtvertreter, die weiter hinter der Bewegung „Mayors for Peace“ stünden und die aktive Städtepartnerschaft befördern.

Konflikte friedlich und fair miteinander austragen

Sebastian von Schie (Grüne) nahm besonders Bezug auf die neue militärische Revolution, die dafür sorge, dass Algorithmen über Leben und Tod entschieden und sich damit der Mensch aus der Verantwortung stehle. Er forderte ein Ende des Drohnenkriegs von deutschen Boden aus und atomare Abrüstung.

Für die evangelische Pfarrgemeinde forderte Pastor Nieber die Menschen auf, den kleinen Frieden in der Familie zu wagen und Konflikte friedlich auch auf größerer Ebene fair miteinander auszutragen. Karl-Heins Schulz (MLPD), seit Beginn Mitstreiter des Friedensbündnisses, fragte, was 400 Jahre Kapitalismus aus der Erde gemacht hätten. Seit der Jahrtausendwende sei die Kriegsgefahr stetig gewachsen.

Auch der Bergener Künstler Walter G. Goes und die Rügener Bundestagsabgeordnete Kerstin Kassner (Linke) nahmen Bezug auf die Klimaaktivistin Greta Thunberg und äußerten Sympathie und Unterstützung für all die jungen Menschen, die weltweit aktiv würden. Kerstin Kassner erklärte, dass sie als eine von 230 Bundesabgeordneten aller demokratischen Parteien einen Oster-Appell unterzeichnet hätte, der zur Lebensrettung im Mittelmeer aufruft.

Abschließend ließen zwei Kinder weiße Tauben als Symbol des Friedenswunsches in den Himmel über der Insel Rügen aufsteigen.

OZ

Andreas Schorlemmer hat die Notfallseelsorge in Mecklenburg-Vorpommern mit aufgebaut, betreute jahrelang Polizisten, Helfer und Hinterbliebene bei schweren Unglücken und war über Jahrzehnte Gemeindepastor in Groß Kiesow. Am 23. April feiert er seinen 70. Geburtstag.

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