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Rügen Parkhaus geht im März in Betrieb
Vorpommern Rügen Parkhaus geht im März in Betrieb
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13:00 25.01.2019
Das neue Parkhaus am Nordstrand von Göhren.
Das neue Parkhaus am Nordstrand von Göhren. Quelle: Gerit Herold
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Göhren

 Das neue Parkhaus in der Bahnhofstraße am Göhrener Nordstrand ist kurz vor der Fertigstellung. In zwei Monaten erfolgt die Inbetriebnahme, informierte Bürgermeister Wolfgang Pester auf der Gemeinderatssitzung am Montag. „In den letzten beiden Geschossen werden derzeit noch die Rankhilfen montiert“, so Pester.

In dem Parkhaus neben dem Schrägaufzug am Fuße des Nordhanges finden rund 250 Fahrzeuge einen Stellplatz. Im März 2017 war der Startschuss für das Bauvorhaben gefallen. Parallel zum Hang gegenüber dem Kleinbahnhof ist ein 100 Meter langes Parkhaus mit fünf Ebenen in Stahlbauweise entstanden, das noch begrünt werden soll.

Für Wolfgang Müller ein optisches Unding. Ursprünglich sollte das Parkhaus ganz anders aussehen, so der Göhrener Architekt und erinnerte an die ersten Planungen. Für das Parkhaus als Bestandteil des Verkehrskonzeptes, das Autos aus dem Ortskern ziehen und im Kurparkbereich neu ordnen soll, hatte die Gemeinde im Jahre 2005 extra einen Architektenwettbewerb ausgelobt, damit kein Klotz am Nordstrand entstehe. Von neun Einsendungen wurden zwei Lösungen favorisiert. „Mit den drei Kriterien: terrassiert, nicht höher als drei Ebenen und Einpassung in die Umgebung. Jetzt steht da was, was nur ein Kriterium hat: Wirtschaftlichkeit“, wetterte Müller. „Was hat euch dazu bewogen, so zu entscheiden, dass es jetzt so aussieht?“, wollte er von den Gemeindevertretern in der Einwohnerfragestunde wissen. Bernd Elgeti formulierte es drastisch: „Wer am Kleinbahnhof aussteigt, steht vor einem Monster. Das ist ein schlechtes Aushängeschild für den Ort.“

Müller und Elgeti waren seinerzeit Mitglieder des Bauausschusses der Gemeindevertretung, als die Parkhaus-Idee geboren wurde. Zusammen mit Architekten, Landschafts- und Verkehrsplanern hatte die Gemeinde viel Aufwand betrieben, um die beste architektonische Lösung zu finden. Im Gespräch waren ein Parkhaus für knapp drei Millionen Euro und gestaffelte, offene Parkterrassen für 2,3 Millionen Euro.

Dann kam im Jahre 2008 der Nordhang ins Rutschen. Danach hätten sich die Rahmenbedingungen total verändert, begründete Edwin Kopplin, damals wie heute Bauausschussvorsitzender. „Das Parkhaus war so nicht mehr zu realisieren.“

Der Hang musste stabilisiert werden, das Parkhaus viel weiter nach unten in Richtung Bahnhof rücken und um 180 Grad gedreht werden, erklärte Bürgermeister Wolfgang Pester und betonte, dass er erst seit 2014 im Amt ist. Seither hätte es zum Parkhaus weitere vier Genehmigungen gegeben, die vom Landkreis aufgrund des vorhandenen Bebauungsplanes genehmigt wurden. Dieser ist seit dem Jahre 2006 rechtskräftig. „Es wird gebaut wie im Bauantrag festgehalten, das haben wir schriftlich vom Landkreis“, so Pester. Dies sei auch mit der vorgegebenen Höhe von 12,50 Metern so. Nur der Fahrstuhlschacht sei 60 Zentimeter höher.

Gemeindevertreter Hans-Harald Ott meinte: „Es gibt in jedem Ort ein Parkhaus, das ist praktisch, aber nicht immer schön. Niemand will ein Parkhaus, aber jeder will mit dem Auto an den Strand.“ Die Parksituation am Nordstrand habe sich nicht verändert. Im Gegenteil, sie habe sich noch verschärft.

Bauherr des Parkhauses war schließlich die PG Parkhaus Göhren GmbH geworden. Für die Standsicherheit des Bauwerks wurden 149 Pfähle mit einer Länge von teilweise bis zu 28 Metern in das Erdreich eingebracht und mit Stahl und Beton verfüllt. Investor Wilfried Horst hatte ursprünglich angekündigt, ein sogenanntes Energie-Parkhaus zu errichten, das optisch einmalig in Deutschland sein soll. So sollte die Fassade aus Holz gestaltet werden – ähnlich der des Naturerbe Zentrums in Prora. Doch die Pläne für den Holzanbau seien verworfen worden, weil man wegen der salzhaltigen Luft darauf keine lange Gewährleistung bekommen hätte.

Den Antrag, die fünfte Ebene auch als Verkehrsebene zu nutzen, habe die Gemeinde abgelehnt, informierte Bürgermeister Wolfgang Pester. Nun ist eine Eisbahn im Gespräch.

Gerit Herold

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