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Rügen Petra Westphal neue Vorsitzende beim TSV Empor Göhren
Vorpommern Rügen

Petra Westphal neue Vorsitzende beim TSV Empor Göhren

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17:18 10.12.2019
Staffelstabübergabe: Nach 42 Jahren gibt Wolfgang Pisch den Vereinsvorsitz an Petra Westphal ab. Quelle: Gerit Herold
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Göhren

Generationswechsel beim TSV Empor Göhren: Nach über vier Jahrzehnten hat Wolfgang Pisch den Vereinsvorsitz an Petra Westphal übergeben. Und auch in den Vorstand sind jüngere Mitglieder nachgerückt. Der bisherige Stellvertreter Bernd Schwarz sowie Hans-Harald Ott und Veronika Adam kandidierten nicht mehr. An der Vereinsspitze agieren nun Hans-Dieter Tilly und Armin Kopplin (Abteilung Sportakrobatik) Katrin Eder und Belinda Torgau (Abteilung Badminton), Axel Müller und Toni Oelsch (Abteilung Volleyball/Radsport), Carola Wechselberger (Abteilung Bowling) und Andreas Seng (Abteilung Tischtennis).

Seit 42 Jahren Vereinsmitglied

„Ich wünsche Petra, dass die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt wird“, so Wolfgang Pisch bei der symbolischen Staffelstabübergabe. Den 77-Jährigen und seine 48-jährige Nachfolgerin verbindet die Zahl 42. Genauso viele Jahre lang leitete Wolfgang Pisch den Verein und so viele Jahre ist Petra Westphal in diesem schon Mitglied.

1978 hieß der Verein im Ostseebad noch SG Empor Göhren, erinnert sich Wolfgang Pisch. Er war gerade wieder nach Hause gekommen, nachdem er seinen Heimatort 20 Jahre lang verlassen hatte zum Studium an der DHfK (Deutsche Hochschule für Körperkultur) in Leipzig. Anschließend arbeitete er beim Bundesvorstand des DTSB (Deutscher Turn- und Sportbund) in Berlin. Auf Rügen war Pisch, der in seiner Kindheit als Akrobat begann, später Tennis und dann Fußball spielte, nun als Kreissportlehrer für die Förderung des Kinder- und Jugendsports mitverantwortlich.

Bernd Schwarz war 61 Jahre lang im Vereinsvorstand

„‚Du arbeitest im Kreisvorstand des DTSB und hast studiert‘, hatten die Jungs mich angesprochen, dass ich Vereinsvorsitzender werden soll. Ich konnte mich gar nicht wehren“, schmunzelt Pisch. Er war auch vier Jahre lang Bürgermeister in Göhren, davon zwei hauptamtlich. Von Mitte der 90er bis zu seiner Rente leitete er das Ordnungsamt Mönchgut-Granitz. Seinerzeit übernahm Wolfgang Pisch die Vereinsleitung von Bernd Schwarz, der dieses Amt zuvor 19 Jahre lang ausfüllte und dann 42 Jahre sein Stellvertreter war. Der Göhrener hatte also 61 Jahre im Vorstand mitgewirkt.

Akrobaten holten über 90 DDR-Meistertitel

Wenn Wolfgang Pisch auf die Höhepunkte im Verein zurückblickt, fallen ihm sofort eine Zahl und zwei Namen ein: „Über 90 DDR-Meistertitel haben die Sportakrobaten errungen, den ersten Klaus Bohl und meine Schwester Johanna Pisch.“

1951 wurde der TSV Göhren gegründet. Genauer gesagt die BSG Empor, dessen Trägerbetrieb das Fischkombinat in Sassnitz war, das in Göhren eine Außenstelle hatte. Tennis, Kegeln und Fußball waren die ersten Sektionen, 1956 kam die Sportakrobatik dazu. In den 60er Jahren wurde der Verein in SG Empor Göhren umbenannt. In dieser Zeit bauten sich die Kegler mit eigenen Händen ihre Bowlingbahn am Nordstrand auf. Die Frauen wurden in dieser Sportart sogar DDR-Meister.

Kampf um Anerkennung des Gründungsjahres

Mit der politischen Wende formierte sich der Verein neu und heißt seitdem TSV Empor Göhren. Die Namensänderung in Turn- und Sportverein sollte an die alte Turnertradition anknüpfen. Doch damit begann auch der Kampf um die Anerkennung der Vereinsgründung. Durch den Landessportbund MV wurde das Gründungsjahr vieler Sportvereine des Landes auf 1990 datiert. Doch die Mönchguter wollten es nicht hinnehmen, dass fast 40 Jahre Vereinsgeschichte verschwinden und suchten sich juristischen Beistand bei dem Rechtsanwalt und Vereinsvorsitzenden des 1. FC Binz, Ralf Reinbold. 2015 erhielt der TSV Empor Göhren schließlich die Mitteilung, dass die Bemühungen nicht umsonst waren: Das Gründungsjahr wurde anerkannt.

Verein hat acht Sektionen

Heute hat der Verein 250 Mitglieder und acht Abteilungen. Im Laufe der Jahre kamen Volleyball/Radsport, Badminton, Frauengymnastik und Tischtennis hinzu. Seit 1998 können die Sportler, die von der ganzen Insel nach Göhren pilgern, in der Nordperdhalle Sport treiben. Neben den Sportakrobaten trumpfen vor allem die Badmintonspieler mit vielen Erfolgen auf und sind im Kinder- und Jugendbereich Landesspitze.

Zwei Mal in der Woche steht Petra Westphal in der Nordperdhalle auf der Matte, um den Nachwuchs der Akrobaten zu trainieren. Ihr ganzes Leben dreht sich schon um diese Sportart, mit der sie im Alter von sechs Jahren in Göhren begann. Zehn Jahre später war sie als Übungsleiterin aktiv, wollte dann Sport studieren und Lehrer werden. Doch es kam anders. Sie wurde Fachberaterin für Textil- und Lederwaren, heiratete 1990 und wurde Mutter – und machte sich schließlich 1996 selbstständig in der Gastronomie. Seit zwei Jahren leitet sie den Jugendclub der Gemeinde, unterrichtet in der Grundschule Gager Sport und ist leidenschaftliche lizenzierte Trainerin. Sie ist dort angekommen, wo sie wohl schon immer hingehörte: bei den Kindern.

Lizenzierte Übungsleiter nur in der Akrobatik

„Ich wollte immer mit Kindern arbeiten“, sagt die Göhrenerin, deren enormes Engagement und Organisationstalent allseits geschätzt wird. Doch sie weiß, dass man allein nichts ist. „Teamgeist ist wichtiger als je zuvor, sonst läuft nichts. Leider gibt es zu wenig ehrenamtlich Engagierte“, bedauert Petra Westphal.

Das zeige sich auch in dem drohenden Übungsleiter-Mangel. „Die Akrobatik ist die einzige Abteilung mit lizenzierten Übungsleitern“, so die neue Vereinschefin. Sie sieht es als wichtigste Aufgabe, kompetenten Nachwuchs nachzuziehen.

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Von Gerit Herold

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