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Rügen Pferdenarren beeindrucken mit Show
Vorpommern Rügen Pferdenarren beeindrucken mit Show
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09:28 19.08.2019
Der kleine Puck Melina bekommt von Pony Pitty einen "Kuss" Quelle: Gaia Born
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Rappin

 Energisch „küsst“ Pony Pitty den kleinen Puck Pit, verkörpert von Melina. Sie liegt am Boden und hat Mühe, nicht laut loszuprusten. Es kitzelt einfach, wenn Pony Pitty das Leckerli sucht, dass sie versteckt hat. Aber es sieht tatsächlich so aus, als würde sie einen herzhaften Kuss ihres Ponys bekommen. Generalprobe geglückt. „Wir haben Spaß an der Arbeit mit den Pferden – und sie haben Spaß an der Interaktion mit ihren Menschen“, sagt Steffen Waak. Der langjährige Störtebeker-Veteran hat das Schauspielen auf den Festivals im letzten Jahr wegen Familienzuwachs aufgegeben. Aber so ganz wollte er sich dann doch nicht vom Showgeschäft trennen – und den Traum verwirklichen, etwas eigenes umzusetzen.

„Da kamen uns unsere neuen Einsteller Andrea und Denny wie vom Himmel geschickt vor“, schwärmt Lebenspartnerin Franziska Friedrich. Denn die Neuzugänge aus dem Spreewald waren jahrelang in einem Pferdetheater-Verein aktiv und hatten mit ihren Pferden bereits viele Kunststücke erarbeitet und auf Festen vorgeführt. „Da lag es nahe, auch mit unseren Reitern hier so etwas zu versuchen. Und ehe wir uns versahen, war die Idee einer Pferdeshow geboren, die wir gemeinsam erarbeiten und vorführen wollten.“

Der Eintritt ist frei

In diesem ersten Jahr war das Projekt eine Art Probeballon. „Wir wollten es geruhsam angehen und erst mal schauen, wie die Beteiligung unserer Reiter so ist – und natürlich auch, welches Interesse eine solche Show weckt. Deshalb ist dieses Jahr der Eintritt frei und es wird auch nur eine einzige Show geben. Wenn aber alles gut klappt, möchten wir das Konzept für 2020 gern ausbauen“, erklärt Pferdehofbesitzer Steffen Waak. Rund drei Monate ehrenamtliche Arbeit haben alle Beteiligten in das Projekt investiert. „Wir haben intensiv geprobt und uns zum Teil drei bis vier mal die Woche in den einzelnen Gruppen getroffen. Auch die Eltern haben toll mitgeholfen und zum Beispiel Kostüme genäht“, lobt Waak.

Alle Akteure der neuen Pferdeshow „Wendenpferd“ haben drei Monate intensiv geprobt – ehrenamtlich und unbezahlt. Herausgekommen ist eine abwechslungsreiche Show

Und auch die Pferde müssen natürlich mitmachen. „Bei uns machen nur die Pferde Kunststücke, die ohnehin eine Neigung dazu zeigen und die auch Spaß daran haben. Das geht natürlich nur, wenn man auch eine entsprechende Auswahl an Tieren zur Verfügung hat“, erklärt Steffen Waak. Auf seinem Hof sind 40 Pferde zuhause – und die, die heute in der Generalprobe dabei sind, haben offensichtlich Freude daran, ihr Können zu zeigen.

Pony Atilos rollt mit Schwung eine „Schlafmatte“ auf und wieder zusammen, legt sich gekonnt hin und hat dann keine Lust mehr, aufzustehen. Reiterin Lucy kennt das schon, mit ein bisschen Nachdruck motiviert sie ihr Pony, damit die Pucks vom Platz reiten können um Platz zu machen für den Formationsritt der „Geisterreiter“, die bis heute den Swantevit schützen sollen. Hier haben sich Marle, Jessica, Steffen Waak, Franziska Friedrich, Stacy Schulz und Wibke Schuster zusammengetan und zeigen, wie schön der Kontrast braun und weiß in verschiedenen Formationen harmoniert.

Wenden zum Leben erweckt

Eingebettet sind alle Aktionen – natürlich auch der später folgende Schaukampf – in die Geschichte um die junge Annabella, die arrogant und hochnäsig ist. Zur Strafe nimmt die Erdgöttin Hertha ihren geliebten Hund weg. Wesen aus der slawischen Mythologie wie die Vilen und Pucks, also Wasser- und Hausgeister, entschließen sich aber, Annabella zu helfen. Auch die anwesenden Kinder werden mit in das Stück eingebunden: „Sie sollen uns helfen, die Krieger zu besiegen, die noch zwischen Annabella und Göttin Hertha stehen“, erklärt Regisseur Denny Neumann. Er spielt auch selbst mit: Als slawischer Priester beschwört er mit dem Geisterpferd die Götter, um den Weg zur Hertha freizumachen.

Die komplexe Geschichte verbindet die unterschiedlichen Pferdedisziplinen vom Pas de Deux bis zur Kutschfahrt. „Wir wollten gern die hiesigen Sagengestalten einbinden und haben sie mit unseren Möglichkeiten vernetzt. Mir macht es einfach Spaß, solche Shows zu entwickeln und mit engagierten Leuten zu arbeiten“, sagt Denny Neumann.

Auch die Akteure haben sichtlich Freude am Stück. Emilia Friedrich, 10, die die Hauptrolle spielt, reitet selbst mit Leidenschaft. „Es ist echt cool. Ich hätte nie gedacht, dass das so viel Spaß macht“, sagt die junge Nachwuchsschauspielerin. Aber aufgeregt ist sie schon, so kurz vor der Aufführung am Sonnabend: „Oskar, der Hund, hat auch ganz schön Angst. Ich hoffe, dass alles klappt.“

Die Aufführung findet am Samstag, 17. August, um 17 Uhr statt. Adresse: Wanderreiten Steffen Waak, Viehweg 2, 18 Rappin/Zirmoisl. Eintritt wird nicht erhoben, wer etwas spenden möchte, ist aber willkommen.

Von Gaia Born

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