Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Alter Kutter und neuer Kulturstall brauchen Europageld
Vorpommern Rügen Alter Kutter und neuer Kulturstall brauchen Europageld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 02.04.2015
Fischer Jens Engelbrecht, Bruder von Eigentümer und Vereinsvorstand Jörg Engelbrecht, mit historischem Lastensegler „Johanna Renate“. Quelle: Driest

Lauterbach — Wenn alles gut geht,werden auch in der laufenden Förderperiode der EU wieder Gelder für interessante Projekte auf die Insel Rügen fließen. Buchstäblich auf den letzten Drücker gab Katharina Bötzmann von der Leader-Geschäftsstelle am Dienstag die Rügener Bewerbung für Fördermittel aus dem europäischen Förderprogramm Leader persönlich im Schweriner Landwirtschaftsministerium ab. Zwischen vier und sieben Millionen Euro winken im Erfolgsfall den bis heute 21 Antragstellern.

Das Geld soll nach dem Willen der EU auf die vier Themenbereiche Denkmalschutz, Lebenswerte Dorfmitte, Bildung und Kultur sowie Wirtschaft und Tourismus entfallen.

Bereich Denkmal: Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker und Lastensegler „Johanna Renate“ aus Lauterbach.

Bereich Lebenswerte Dorfmitte: Wohnprojekt „LebensGut Frankenthal“, Kulturgut Südwest-Rügen der Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft in Groß Schoritz sowie die Sanierung des Kultur- und Bildungszentrums Altes E-Werk in Sassnitz .

Bereich Bildung und Kultur: Zelt der Begegnungen der Künstlerin Ellen Kock und Lernhaus „Mensch und Umwelt“ des Insel-Vereins In Kransdorf.

Bereich Wirtschaft und Tourismus: Mönchguter Heimatmuseum in Göhren und „Nachhaltigkeitszentrum für ökologisches Bauen und Sanieren Vorpommern“ von Dirk Niehaus und Werner Willmes in Kluis.

Den Lastensegler „Johanna Renate“ erwarb Jörg Engelbrecht vor zwölf Jahren für seinen Hafen- und Traditionsförderverein Lauterbach. „Das Schiff ist nachweislich eines der letzten aus der Generation der Besanewer, die Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts die binnen- und küstennahe Seeschifffahrt an Nord- und Ostsee und somit auch auf Rügen prägten“, weiß Engelbrecht. Das 24 Meter lange und fünf Meter breite Schiff hatte 1906 ein holländischer Eigner bauen lassen, der es später nach Swinemünde brachte, wo es 1945 bei einem Fliegerangriff schwer beschädigt wurde. Von 1969 bis 1993 nutzten die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten Weimar (NFG) die „Johanna Renate" als Wohnschiff in Seedorf. Engelbrecht kaufte es dem Greifswalder Museumshafen ab und ließ es in die Denkmalliste des Landes aufnehmen. Als fahrendes technisches Denkmal solle das Schiff künftig Einheimischen und Touristen aller Generationen Einblicke in die Geschichte der Segelschifffahrt gewähren, die auf Rügen bereits im 8. Jahrhundert mit den Slawen begann. „Wie wollen das Schiff in Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Südost- Rügen und der Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm als Veranstaltungsstätte für Umweltseminare und umweltfreundliche Exkursionen auf dem Greifswalder Bodden nutzen“, beschreibt Engelbrecht seine Pläne.

In ihrem Projekt „Lebensgut Frankenthal“ möchte Initiatorin Elke Neugebauer das alte Gutshaus sanieren, den Kälberstall zu einer Kulturbegegnungsstätte mit Hofladen und multifunktionalem Saal für Kulturveranstaltungen und Mehrgenerationstreff umbauen. Zudem möchte die Unternehmerin eine Cateringküche für Kindergärten und Schulen einrichten. „Schön wäre auch eine Werkstatt, um Wolle zu filzen und ein Kräuter- und Gemüsegarten“, wünscht sich Elke Neugebauer. Auch eine Herberge für Schulklassen und sozial benachteiligte Familien und Künstler soll entstehen.

Das Besondere am Leader-Programm: Die Mittel werden nicht direkt von EU, Bund oder Land vergeben. Vielmehr wird das Budget von einer Gruppe Rügener Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft verwaltet, bei der sich Antragsteller bewerben müssen.

Förderprogramm Leader
Das europäische Förderprogramm Leader wird aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) finanziert und dient der Vernetzung von Initiativen zur Entwicklung des ländlichen Raums. Die für Leader ausgewählten Regionen erhalten Mittel zusätzlich zu den Standardförderungen. Dabei werden die Mittel nicht direkt von der EU vergeben, sondern von einer Gruppe lokaler Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft verwaltet. Diese „Lokale Aktionsgruppe Leader“ nimmt Bewerbungen in ihrer im Landratsamt angesiedelten Geschäftsstelle entgegen. Im ersten Schritt müssen sich die Förderregionen mit einer regionalen Entwicklungsstrategie bewerben. Weitere Informationen unter
• www.leader-ruegen.de



Uwe Driest

Im Nationalpark Jasmund wurde der Waldumbau fortgesetzt. Ranger starten Ostern das Wanderprogramm.

02.04.2015

Im Rahmen des EWE Cups 2015 für E-Junioren absolvierten die Nachwuchs-Fußballer das VfL Bergen 94 am Dienstag ein exklusives Training auf dem Bergener Kunstrasen.

02.04.2015

Aus der geplanten Erlebniswelt für erneuerbare Energien an der Greifswalder Chaussee wird nichts. Die 1,2 Hektar große Fläche steht jetzt wieder zum Verkauf.

02.04.2015