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Rügen Premiere: Sundschwimmen wird live ans Ufer übertragen
Vorpommern Rügen Premiere: Sundschwimmen wird live ans Ufer übertragen
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18:24 26.06.2018
Am 7. Juli steigt das 54. Sundschwimmen. Quelle: Alexander Müller
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Stralsund/Altefähr

Das Getummel der über 1000 Teilnehmer des 54. Sundschwimmens am Strand von Altefähr, die Aufregung bei den Sportlern vor dem Startschuss und das dichte Gedränge im Wasser, wenn das älteste deutsche Freiwasserschwimmen beginnt – all das kann man in diesem Jahr auch ganz gemütlich im Seebad auf der anderen Seite verfolgen. Die DLRG als Veranstalter hat sich nämlich überlegt, das Schwimmen live zu übertragen, und dafür wurde extra eine große LED-Wand rangeschafft. „Unsere junge IT-Garde arbeitet daran, dass wir das ganze Spektakel mit so wenig Zeitverzögerung wie möglich auf der Festlandseite sehen können“, sagte Org-Chef Ulf Schwarzer gestern bei der Pressekonferenz.

Die gleiche Technik wird um 16 übrigens genutzt, um das Fußball-WM-Viertelfinale – hoffentlich mit deutscher Beteiligung – übertragen zu können.1100 Männer und Frauen wollen sich am 7. Juli um 13 Uhr in Altefähr in die Fluten stürzen, um die 2,315 Kilometer lange Strecke zwischen der Insel Rügen und dem Festland schwimmend zu meistern. „Mehr lassen wir nicht zu. Wir haben im letzten Jahr gemerkt, dass bei schlechtem Wetter doch viele aufgeben. Die bekommen wir zwar auf dem Wasser durch die über 50 Boote mit Rettungsschwimmern an Bord gut versorgt. Aber der Stau entstand dann an Land am Ippenkai“, so DLRG-Chef Schwarzer und fügt an: „Deshalb werden wir vorläufig die Grenze von 1100 Teilnehmern nicht verschieben.“

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Darüber werden einige Wassersportler in Deutschland sicher traurig sein, denn der Run auf das Sundschwimmen ist nach wie vor groß. Zum Anmeldestart am 5. Januar hatten sich innerhalb von acht Minuten und 29 Sekunden 1100 Volkssportler in die Starterlisten eingetragen. Der Rekord von über 20 Minuten aus den Vorjahren konnte deshalb so drastisch überboten werden, weil die DLRG in Stralsund ihre Internetleitung fit gemacht hat.

Und trotzdem stehen nun 400 auf den Plätzen 1101 bis 1500 – und gehen erst einmal leer aus. Sie haben jetzt nur noch eine Chance: Sie können von Rückziehern anderer profitieren, und zwar am Tag der Veranstaltung von 9 bis 11 Uhr. Frühes Aufstehen und geduldiges Anstellen in der Warteschlange muss man allerdings einrechnen.Für den Transport der mehr als 1000 Mutigen sorgt der Nahverkehr mit elf Bussen, diese werden wegen der Bauarbeiten in der Naumann-Straße wieder in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße abfahren, und zwar um 12 Uhr. „Wichtig für alle Schwimmer ist, dass keine Neoprenanzüge zugelassen sind. Ganz normale Badesachen sind gefragt“, sagt Maik Hofmann vom Org-Team. Pflicht ist für alle Starter seit zwei Jahren ein Restube, der im Notfall gezogen werden kann und für Hilfe sorgt.

Apropos Sicherheit. „Um die Schwimmer vernünftig zu begleiten, sind wir jedes Jahr auch auf private Bootsführer angewiesen. Sie helfen uns sehr. Schön wäre auch, wenn sich ein paar Stand-Up-Paddler melden“, sagt Ulf Schwarzer und bittet diese Freiwilligen darum, sich am 7. Juli rechtzeitig am Anleger in Altefähr einzufinden. Um 12 Uhr beginnt die Einweisung, zudem bekommt jedes Boot einen Rettungsschwimmer.

Eingebettet in die Traditionsveranstaltung ist seit Jahren auch das Kinder-Sundschwimmen, das in diesem Jahr zum 18. Mal stattfindet. Bis zu 150 Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren legen hier ab 10 Uhr eine etwa 800 Meter lange Strecke zurück, gewertet wird der Wettkampf entlang der Sundpromenade in zwei Altersgruppen.

Sommer Ines