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Rügen Bürgerprotest gegen Parkplatzsperrung
Vorpommern Rügen Bürgerprotest gegen Parkplatzsperrung
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07:24 14.12.2018
Der Nonnensee ist nur noch vom Famila-Parkplatz und über die B96 erreichbar. Quelle: Uwe Driest
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Bergen

Lange Gesichter gab es am Dienstag bei Bergens Sportlern und Erholungssuchenden. Wer wie gewohnt nach Feierabend eine Runde um den Nonnensee joggen oder dort auch nur einige Schritte mit oder ohne Hund unternehmen wollte, stand mit seinem Auto vor verschlossener Schranke. Nur wenige Tage zuvor war die Sperrung des über Jahrzehnte genutzten Platzes „aus Gründen der Verkehrssicherheit“ angekündigt worden. „Wir nutzen den Parkplatz seit elf Jahren jeden Mittwoch als Treffpunkt für unser Training“, sagt Uta Donner vom Rügener Laufteam. Durch die Sperrung der Zufahrt zum Nonnensee wären sie nun gezwungen, den Parkplatz bei Famila zu nutzen. Der Aspekt der Verkehrssicherheit will ihr daher nicht recht einleuchten. „Jetzt sind alle Besucher gezwungen, zu Fuß über die Bundesstraße zu laufen. Bei unserem Adventslauf haben wir die Straße mit 40 Läufern überqueren müssen.“ So entstünde durch die Sperrung sogar eine zusätzliche Gefahrenquelle. „Man hätte entweder dafür sorgen sollen, dass eine geordnete Querung der Straße möglich wird oder rechtzeitig eine Alternative schaffen müssen“, so Donner.

„Die Alternative ist das Problem der Stadt“, sagt Mario Remus von der Straßenmeisterei in Tilzow. Die untersteht dem Straßenbauamt in Stralsund, das die Sperrung anordnete. Zeit dafür sei vorhanden gewesen, weil die Illegalität des Parkplatzes seit Jahren bekannt gewesen sei, so Remus. Akut sei das Problem wegen der „Unfallhäufungslinie der Strecke“ geworden. Das kann Mario Ullrich, Leiter des Polizeihauptreviers in Bergen, zumindest für die vergangenen drei Jahre nicht bestätigen. Er wisse lediglich von fünf Unfällen in jenem Bereich, von denen vier durch Wild und einer durch einen Überholvorgang verursacht worden sei. Auch Ullrich sieht eine verstärkte Gefahr auf Verkehrsteilnehmer zukommen, wenn die derzeit gesperrte B96 für den Verkehr wieder freigegeben werde. Das sieht auch Ada Gil so. Die Ärztin kam nach der Wende von Greifswald nach Rügen und pflegte ihre Leidenschaft für das Schlittschuhlaufen seither auf dem zugefrorenen Nonnensee.„Wie lange sollen wir jetzt warten, bis wir dort wieder hinkönnen?“, fragt sie und wurde tätig. Innerhalb weniger Tage sammelte sie rund 200 Unterschriften unter einen Brief an die Bürgermeisterin. Weitere Listen legte sie in Geschäften und Gaststätten der Stadt aus. In dem Brief drücken die Unterzeichner „Unverständnis und Protest über die Schließung des Nonnenseeparkplatzes“ aus. „Alle Betroffenen fragen sich, warum eine Parkmöglichkeit beseitigt wird, bevor man eine andere anbietet“, heißt es weiter.

Auch in der Stadtvertretersitzung am Mittwochabend spielte die Sperrung eine herausragende Rolle. Aus fast allen Fraktionen kamen Redebeiträge, in denen die Empörung der Einwohner über die Sperrung wiedergegeben wurde. „Warum spricht die Stadtverwaltung nicht noch einmal mit dem Straßenbauamt in Stralsund?“, fragte zum Beispiel Eva-Maria Schwerin von den Linken. „Für die Leute ist es unverständlich, dass sie jetzt am Nonnensee ihren Sport nicht mehr machen können.“ Auch Kristine Kasten (SPD-Fraktion) nannte es „unvorstellbar“, was an dem See jetzt passiert sei. „Es gibt doch immer Ermessensspielräume. Wir haben dort ein schönes Naherholungsgebiet, und das muss auch für jeden erreichbar sein.“ Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) schlug praktisch in die gleiche Kerbe. „Das Straßenbauamt begründete die Schließung der Stellfläche mit einem Unfallschwerpunkt“, sagte sie. „Allerdings ist die Situation jetzt noch gefährlicher geworden, da die Leute gegenüber auf der anderen Seite parken und nun eine Straße zusätzlich überquert werden muss.“ Axel Thiede (CDU-Fraktion) erinnerte daran, dass für den Bereich nicht nur von ihm immer wieder eine Geschwindigkeitsbegrenzung gefordert worden ist. „Da hieß es immer, das ginge nicht. Mit einer Schließung des Parkplatzes erzeugt das Straßenbauamt eine Missstimmung in der Bevölkerung“, sagte er. „Die Stadt sollte jetzt alles tun, diesen Parkplatz wieder öffnen zu lassen.“ Der Präsident der Stadtvertretung, Matthias Ewert (CDU), konstatierte, dass das Naherholungsgebiet jetzt „praktisch nicht mehr erreichbar“ sei. Und Oliver Gurk (CDU-Fraktion) fand, dass die Stadtverwaltung viel früher nach einer Ausweichmöglichkeit hätte suchen müssen, da eine mögliche Sperrung des Parkplatzes seit Monaten im Raum gestanden habe.

Das bestreitet Bergens Bauamtsleiter nicht. „Nachdem das Straßenbauamt den Platz jahrelang geduldet hat, kündigte es in diesem Frühjahr die Sperrung an“, sagt Rainer Starke. Unabhängig davon sei die Stadt aber bereits seit anderthalb Jahren auf der Suche nach einer Alternative entlang der L 301 Richtung Gingst. Der neue Parkplatz soll sich nahe Gademow befinden und durch einen neuen Abzweig erschlossen werden. Im kommenden Jahr könne der B-Plan erstellt und 2020 mit dem Bau begonnen werden.

Jens-Uwe Berndt, Uwe Driest

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