Putbusser planen kleinste Variante einer Bücherei in Telefonzelle
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Rügen Telefonzelle am Circus oder vor Orangerie: Putbusser planen kleinste Variante einer Bücherei
Vorpommern Rügen

Putbusser planen kleinste Variante einer Bücherei in Telefonzelle

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17:00 17.02.2021
Eine Bücher-Zelle könnte künftig auch in Putbus stehen.
Eine Bücher-Zelle könnte künftig auch in Putbus stehen. Quelle: Waltraud Grubitzsch/Dpa
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Putbus

Eine ausgediente Telefonzelle, gefüllt mit Büchern, eine Ausweitung des Angebots in der Kirche, ein mobiler Bücherdienst: In Putbus steigt der Wunsch nach frei zugänglichen Büchern. In der Stadt fehlt eine Bibliothek, darüber sind sich die Mitglieder des Bildungsausschusses einig. Doch wie das Angebot künftig aussehen und in welchem finanziellen Rahmen sich das Projekt bewegen soll, darüber noch nicht.

Die Ausschussvorsitzende Birgit Mager (Linke) fragte im Rathaus nach, ob eine Finanzierung einer sogenannten Bücherzelle, also umgebaute Telefonzelle, möglich sei. Die Stadt kann sich einen Bücherverleih nicht leisten, finanzielle Mittel sind nicht im Stadthaushalt eingeplant, verlas sie in der jüngsten Sitzung die Antwort der Bürgermeisterin. Ein Bücherverleih sei zudem in der Putbusser Kirche zu finden.

Zentraler Ort gesucht

Dieses Angebot reiche aus Sicht von Dorothea Brochhaus (CDU) nicht aus, zumal sie, wie andere Mitglieder auch, im Ausschuss zum ersten Mal von diesem Angebot erfahren hat. Sie kann sich eine ausgediente Telefonzelle als Bücherei vorstellen. Mit Anschaffung, Fundament gießen und Aufstellen müssten rund 2000 Euro in die Hand genommen werden. „Ich sehe kein Problem darin, dass wir sie auch einrichten können, auch nicht mit der Bestückung. Wenn wir einen Aufruf starten, würden sich garantiert einige Bürger beteiligen“, sagt Dorothea Brochhaus.

Als künftigen Standort schlug sie den Circus oder die Orangerie vor. Dies wäre dann auch im Vergleich zur Kirche ein zentraler Ort. Viel mehr Menschen kommen dort vorbei und würden auf das literarische Angebot aufmerksam gemacht werden.

Konzept fehlt

Eva-Maria Schleifer (CDU) reicht diese Idee nicht aus, es fehle ein Konzept dahinter. „Ein Buch reinstellen, ein anderes Buch wieder rausholen: Ich weiß nicht, ob die Bücherzelle davon alleine lebt“, sagt sie. Spannender wäre es, wenn es jeden Monat ein anderes Motto geben oder die Zelle als Anlaufpunkt nach einer Stadtführung dienen würde.

Ähnliche Gedanken hat auch Benjamin Treu. „Ich hätte das Gefühl, dass dort Bücher gelagert sind, die keiner mehr benötigt. Man müsste einen Partner oder Verein finden, der es so bestückt, dass es spannend bleibt“, sagt er.

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Mobile Bücherei

Karl-Gerhard Böhlke plädierte für das Aufstellen der Telefonzelle am Circus. Dies würde die Stadt beleben, nicht so viel Geld kosten und wäre ohne großen Aufwand umsetzbar. „Lasst uns doch erst mal den ersten Schritt machen. Und wenn wir sehen, das läuft, dann machen wir den nächsten Schritt“, sagte er.

Es kam noch ein anderer Vorschlag, wie der des Schäferwagens, der Lohme und angrenzende Dörfer abwechselnd mit Büchern versorgt. „Jeder holt sich, was er braucht und stellt wieder andere Bücher rein. Hier gibt es auch Zeitschriften, Schallplatten oder Bastelbücher. In jedem Ort ist immer eine Person verantwortlich, die den Wagen morgens auf- und abends wieder abschließt“, sagt Birgit Mager.

Gedanken zu einem Bücherverleih sollen vorerst gesammelt werden und wieder auf der Tagesordnung im Ausschuss landen. „Es ist immer gut, wenn wir Ideen in der Schublade haben“, sagt Benjamin Treu.

Von Mathias Otto