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Rügen Radwegebau durch Stubnitz verzögert sich
Vorpommern Rügen Radwegebau durch Stubnitz verzögert sich
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00:00 31.01.2013
Wir müssen die Kostentreiber stutzen.“Uwe Dalski, Amtsleiter in der Stadtverwaltung
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Sassnitz

„Ich halte es für unwahrscheinlich, dass 2013 noch gebaut wird“, sagte Uwe Dalski, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus, vor dem Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Soziales. Grund für seine Skepsis: Die Kosten werden nach der derzeitigen Schätzung doppelt so hoch ausfallen wie noch vor einem halben Jahr.

Seinerzeit waren die Sassnitzer von rund zwei Millionen Euro ausgegangen. Jetzt rechnet man mit vier Millionen für das zwölf Kilometer lange Stück. Pro Kilometer wären es mehr als 300 000 Euro.

„Und das ist wahrlich kein Pappenstiel“, so Dalski. Zumal der Weg größtenteils auf einer schon vorhandenen Trasse verlaufen soll. Allerdings auch durch den Nationalpark. Und dort wird vom Land kein Asphaltweg genehmigt.

Die einzige Alternative, die auch gefördert wird, ist der Ausbau mit Elaston, dem so genannten Lumpenbeton. Dabei werden Stoffschnitzel mit Zement, Kies und Wasser vermengt und bilden eine harte, frostsichere und gleichzeitig wasserdurchlässige Oberfläche. Der Einsatz dieses von Wissenschaftlern entwickelten Materials wird vom Landschaftspflegeverband der Insel vorangetrieben. Rügener Firmen hatten im vergangenen Jahr an der Technologie gefeilt und danach die Kosten für den Einsatz kalkuliert. Das Ergebnis hat im Sassnitzer Rathaus erst einmal alle Hoffnungen auf einen baldigen Baubeginn zunichte gemacht. Denn bliebe es bei dem Preis und den Förderbedingungen, müsste die Kommune einen Eigenanteil von 800 000 Euro aufbringen — für die Sassnitzer ein Ding der Unmöglichkeit.

Bürgermeister Dieter Holtz lässt sich davon nicht entmutigen. „Der Radweg ist allgemein gewollt. Die Umsetzung des Vorhabens liegt auch im Landesinteresse.“ Es sei besser, im Vorfeld die Kosten genau zu kennen und abzuklopfen, als während der Bauzeit eine Kostenexplosion erdulden zu müssen. „Wir wollen hier nicht dasselbe erleben wie die Berliner mit ihrem Flughafen und die Hamburger mit der Elbphilharmonie.“ Mit Schwerin soll deshalb jetzt über eine mögliche Finanzierung und die Bedingungen gesprochen werden. Parallel dazu soll laut Uwe Dalski auch das Angebot überarbeitet werden. „Wir müssen die Kostentreiber darin stutzen.“

Bis dann wirklich die Bauarbeiter anrücken, dürfte es also noch eine Weile dauern. Was Ausschussmitglied Christian Husmann mit verständnislosem Kopfschütteln quittierte: „Zählt denn die Gefährdung der Radler auf dem Weg zum Königsstuhl gar nicht?“, ärgerte er sich über die seiner Meinung nach herrschende Gleichgültigkeit, mit der die Verzögerung hingenommen werde. Es könnte allerdings auch Sassnitzer geben, die davon profitieren: die Mädchen und Jungen der Nationalpark-Grundschule „Ostseeblick“. Sie warten auch seit Jahren — auf neue Sportanlagen. Wieder und wieder hatte die Stadt dafür Fördergeld und eine so genannte Sonderbedarfszuweisung beantragt, mit der sie einen Teil der notwendigen Eigenmittel abdecken kann.

Das Fördergeld über das ELER-Programm könnte die Kommune jetzt abgreifen — wenn sie denn die Eigenmittel hätte. Die notwendigen 54 000 Euro könnte sie sich selbst „borgen“, und zwar aus der Summe, die sie in den diesjährigen Haushalt für den Bau des Radweges eingestellt hatte. „Ob wir nächstes Jahr noch an das Fördergeld für den Sportplatz kommen, ist ungewiss“, warb Uwe Dalski dafür, diese 216 000 Euro teure Maßnahme vorzuziehen. Der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Soziales billigte diese Vorgehensweise einstimmig. Gibt auch die Stadtvertretung grünes Licht, könnte das Areal an der Grundschule noch in diesem Jahr auf Vordermann gebracht werden. Unter anderem ist die Erneuerung der Weitsprunganlage, der Laufbahnen und des Sport- und Spielfeldes vorgesehen.

Vorhandene Trasse zum großen Teil genutzt

12 Kilometer lang soll der Radweg durch die Stubnitz sein, der vom Sassnitzer Ortsausgang bis zum Königsstuhl führt. Die eigentliche Neubautrasse umfasst davon aber lediglich knapp zwei Kilometer. Für einen Großteil der Strecke werden vorhandene Wege genutzt und ausgebaut. Und zwar auf einer Breite von durchschnittlich 2,50 Metern.21 Jahre lang kämpfen Sassnitz und Lohme, durch dessen Territorium ein kleiner Teil des Weges führt, schon um diese sichere Radler-Verbindung zum wichtigsten Rügener Wahrzeichen. Die Stubbenkammer-Straße ist kurvig und eng, die bestehenden Wege durch den Wald zu holprig, als das sie den Anforderungen genügen könnten.

Maik Trettin

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