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Rügen Anja Ratzke neue Vorsteherin des Zweckverbandes Rügen
Vorpommern Rügen Anja Ratzke neue Vorsteherin des Zweckverbandes Rügen
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15:42 15.08.2019
Erste Amtshandlung: Anja Ratzke verpflichtet Stellvertreter Holger Kliewe. Quelle: Uwe Driest
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Bergen

Anja Ratzke ist neue Vorsteherin des Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (Zwar). Das ist das Resultat der konstituierenden Sitzung der Rügener Bürgermeister vom Mittwoch. Amtsinhaber Hans Lange (Poseritz) hatte erklärt, nicht wieder antreten zu wollen. „Es sind in meiner Gemeinde zu viele Dinge liegen geblieben, die ich abarbeiten möchte“, so Lange. Aus dem gleichen Grund winkte auch der vom Kluiser Bürgermeister Eckard Koch vorgeschlagene Sassnitzer Amtskollege, Frank Kracht, ab. „Meine Mitgliedschaft in Kreistag und städtischen Gremien lässt das nicht zu“, so Kracht. So schlug Langes Vorgänger Reinhard Liedtke, der sein Amt wegen der Selliner „Seebrücken-Affäre“ niedergelegt hatte, die Bergener Bürgermeisterin vor. Damit breche man zwar mit der Tradition, einen ehrenamtlichen Bürgermeister mit der Aufgabe zu betrauen, aber die Belastung sei hoch und die Wege in Bergen kurz, begründete der Selliner Bürgermeister seinen Vorschlag. Nach ihrer Wahl wurde Ratzke zur Ehrenbeamtin ernannt.

Kritik an Mehrfachfunktionen

Als ersten Stellvertreter schlug Holger Kliewe (Ummanz) den neuen Garzer Bürgermeister Sebastian Koesling vor und kandidierte seinerseits für die Position des zweiten Stellvertreters. Weil Kliewe bereits Mandate in den Parlamenten auf Kreis- und Landesebene innehat, musste er sich Fragen zur Bewältigung des Arbeitspensums stellen. So mahnte Frank Kracht: „Mit den Problemen des Abwassers und der Kleingärten steht der Zwar vor schwierigen Herausforderungen, in denen der Verband sehr gefordert werden wird.“ Kliewe sieht in der Vereinigung mehrerer Mandate in Personalunion die Möglichkeit von Synergieeffekten. Er wurde mit 48 der nötigen 42 Stimmen gewählt. Die als Gegenkandidatin vorgeschlagene Putbusser Bürgermeisterin Beatrix Wilke lehnte aus gesundheitlichen Gründen ab.

Appell für Zusammenarbeit

In den Vorstand des Zwar wurden danach gewählt: Beatrix Wilke (Putbus), Karsten Schneider (Binz), Frank Kracht (Sassnitz), Eckard Koch (Kluis), Olaf Braumann (Dreschvitz), Sandro Wenzel (Sagard), Petra Harder (Wiek), Herbert Knüppel (Ralswiek), Irit Vollbrecht (Patzig), Reinhard Liedtke (Sellin) und Hartwig Diwisch (Baabe). Der scheidende Vorsteher Hans Lange appellierte anschließend für einen solidarischen Umgang miteinander. Der Zwar sei ein sehr innovativer Verband, auf den auch die Mitarbeiter stolz sein könnten.

Die Asche-Silos der Verbrennungsanlage sind weithin sichtbar Quelle: Uwe Driest

Rügener Anlage einzig in MV

Eine dieser Innovationen ist die Anlage zur Verbrennung von Klärschlamm, die nach zweijährigem Probebetrieb im vergangenen Monat vom Generalunternehmer an den Verband übergeben wurde. Die Anlage hatte bereits Mitte 2017 den Betrieb aufgenommen, musste aber mehrmals technisch optimiert werden, bis ein störungsfreier Betrieb garantiert werden konnte. So wurden Rauchgasreinigung und Zentrifuge verbessert. Die Anlage ist mutmaßlich die kleinste weltweit und die einzige in MV. Der Rügener Sonderweg war durch eine Verbandsversammlung bereits 2007 beschlossen worden. „Vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung eines landwirtschaftlichen Ausbringungsverbots, war ein Preisanstieg zu befürchten und ist mit mehreren hundert Prozent auch eingetreten“, sagt Zwar-Sprecher Reinhard Litty. Davon habe man unabhängig sein wollen. „Wir wollten Klärschlamm mit einem hohen Anteil an Trockensubstanz nicht über den Rügendamm bis nach Hamburg fahren“, so Litty. Die Kapazität der 13 Millionen Euro teuren Anlage sei ausschließlich für den Rügener Klärschlammanfall von etwa 2500 Tonnen Trockensubstanz einschließlich sieben Prozent Treibsel von Rügener Stränden ausgelegt. Bisher seien von den Gemeinden jedoch noch keine Anfragen oder Aufträge zur Mitverbrennung von Algen oder Seetang an den Zwar gerichtet worden.

Politik fordert Nachhaltigkeit

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Priorität weiterhin die Vermeidung von Klärschlamm haben muss. Zudem solle künftig Phosphor aus dem Klärschlamm gewonnen werden, damit dieser dem Kreislauf erhalten bleibt. Dafür bedürfe es allerdings einer zentralen Lösung in Mecklenburg-Vorpommern, so Litty.

Von Uwe Driest

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