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Rügen Rauhwollige Mönchguter im Scheinwerferlicht
Vorpommern Rügen Rauhwollige Mönchguter im Scheinwerferlicht
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10:49 20.09.2013
Joachim Westphal hat 1990 in Groß Zicker seine Schäferei aufgebaut. Heute hält er über 1000 Tiere.
Joachim Westphal hat 1990 in Groß Zicker seine Schäferei aufgebaut. Heute hält er über 1000 Tiere. Quelle: privat
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Göhren

Jahrhundertelang prägte das Rauhwollige Pommersche Landschaf die Ostseeküstenregionen — so auch Mönchgut. Die robuste Rasse trotzte Regen, Nässe und kaltem Wind. „Die Schafe waren eine wichtige Lebensgrundlage der Menschen hier. Sie lieferten Wolle, Fleisch und Milch“, weiß Ellen Melzer, Leiterin der Mönchguter Museen.

Auf der Halbinsel im Südosten Rügens lebte man weitgehend autark. Auch was die Herstellung der Kleidung betraf. Die traditionelle Mönchguter Tracht wurde aus der Wolle der heimischen Schafzucht und aus dem hier angebauten Flachs selbst hergestellt. Doch, als feinere Wolle angesagt war, wurden die Pommernschafe verdrängt und sie verschwanden fast von der Bildfläche. Anfang der 80er Jahre kam dann die rettende Wende: Es fingen Bemühungen an, die Rasse zu erhalten.

So später auch in Groß Zicker. Dort begann Joachim Westphal, eigentlich Bauingenieur, 1990 eine Herde aufzubauen und damit seinen Traum vom Arbeiten in der Landwirtschaft zu verwirklichen. 25 Schafe waren es am Anfang, heute sind es über 1000. Die Schafe weiden vor allem in den Zickerschen Bergen. Die Rauhwoller sind genügsam und kommen gut mit dem nährstoffarmen Trockenrasen und den Klimaverhältnissen zurecht und pflegen die Landschaft.

Eine der Frauen, die noch heute Wolle mit dem Spinnrad spinnen kann, ist Westphals Frau Asta. Seit Jahren bringt sie das auch den Kindern in der Grundschule „Mönchgut“in Gager bei.

Den Spinnerinnen über die Schulter schauen oder sich selbst an ein Spinnrad setzen, Wolle kardieren, stricken oder nass und trocken filzen, können Besucher morgen beim ersten großen Aktionstag rund um das Pommernschaf auf dem Museumshof in Göhren. Dieser findet im Rahmen der 6. Bio-Landpartie MV von 11 bis 16 Uhr und in Zusammenarbeit mit dem Ökohof „Ranch am Torfmoor“ Göhren, dem Biosphärenreservat Südost-Rügen, dem Boddensteinhof Ahrenshagen-Daskow und etlichen Handwerkern wie Rohrdachdeckern und Stellmachern statt. Um 14 Uhr gibt es eine Schafschur. Daneben werden viele regionale Produkte angeboten.

Info: Der Eintritt ist frei

Besucher willkommen
37 Bio-Höfe, -Käsereien, -Bäckereien, -Mostereien, -Mühlen, -Fleischereien sowie -Vermarkter präsentieren sich morgen bei der 6.

BIO-Landpartie in MV. Auf Rügen mit dabei sind: Ökohof „Ranch am Torfmoor“ Göhren, Naturparadies Teutenberg Alt Reddevitz, Gut Rosengarten Garz, Insel e. V. Kransdorf, Rügener Spezialitätenmanufaktur Baldereck (Glowe).

Gerit Herold