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Rügen Razzia in Prora: Illegal Arbeiter eingeschleust
Vorpommern Rügen Razzia in Prora: Illegal Arbeiter eingeschleust
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13:36 28.03.2019
Die Bundespolizei durchsucht im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stralsund eine Baustelle in Prora in der Gemeinde Binz auf Rügen. Quelle: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild
Prora

Elf Albaner, die sich illegal in Deutschland aufhielten, wurden bei einem Polizeieinsatz am gestrigen Mittwoch auf Rügen in Gewahrsam genommen. Die Bundespolizei hatte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stralsund eine Baustelle in Prora durchsucht. Grund war der Verdacht des gewerbsmäßigen Einschleusens und der illegalen Beschäftigung, wie Stefan Langnau, Sprecher der Bundespolizei, mitteilte. Es werde gegen drei Beschuldigte ermittelt, die Arbeitskräfte aus Albanien eingeschleust haben sollen. Schwerpunkt des Einsatzes war die Baustelle am Block 3 in Prora.

Gegen 10 Uhr hatten 92 Beamte von Bundespolizeiinspektion und Hauptzollamt Stralsund, darunter sechs Beamte mit Diensthunden mit dem Einsatz auf der Baustelle begonnen. Anwohner Klaus Upplegger (77) sah auf der Wasserseite des Blockes sogar einen Hubschrauber der Fliegerstaffel aus Fuhlendorf kreisen. An der Baustelle der Binzprora Management GmbH habe man zunächst mehrere unerlaubt beschäftigte Albaner festgestellt, so Langnau. Die Gesellschaft baut dort 45 „Strandresidenzen in der ersten Reihe mit Meerblick und Ostseezugang auch zur Nutzung als Ferienwohnung“ zu Preisen zwischen 300 000 und 1,36 Mio Euro.

Umfangreiches Beweismaterial sichergestellt

Bei der Durchsuchung von Wohnunterkünften der Albaner fanden die Beamten Hinweise auf weitere Objekte in Lauterbach und Unrow auf Rügen sowie Lüssow bei Stralsund. In zwei Wohnungen in Binz fanden die Beamten zudem jeweils zwei weitere Albaner vor, die sich unberechtigt in Deutschland aufhalten. Auch Wohn- und Geschäftsräume der drei mutmaßlichen, der Polizei bekannten Schleuser wurden durchsucht. „Weil dafür Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt und Wohnungsöffnungen vorgenommen werden mussten, zog sich der Einsatz bis in den späten Nachmittag“, so Langnau.

Zwei der mutmaßlichen Schleuser kämen aus Deutschland, einer aus Mazedonien. Der Mazedonier verfügt über einen Daueraufenthaltsstatus für Deutschland. Nur einer der Schleuser, ein Deutscher, wurde angetroffen und vorläufig festgenommen. Weitere Funde von Mobiltelefonen, Laptops und Speichermedien konnte die Polizei als weitere Beweismittel sicherstellen, die nun ausgewertet werden. „Wir haben Daten gewonnen, die weitere Ermittlungen ermöglichen. Aus ermittlungstaktischer Sicht war der Einsatz damit ein voller Erfolg“, so Langnau.

Die Bundespolizei hat im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stralsund eine Baustelle in Prora in der Gemeinde Binz auf Rügen durchsucht. Grund ist der Verdacht des gewerbsmäßigen Einschleusens und der illegalen Beschäftigung von Arbeiten.

Schleuser-Trio länger im Visier der Ermittler

Bereits seit dem vergangenen Jahr hatten die Beamten die Schleuser-Gruppe im Visier. Das Trio wird sich voraussichtlich wegen der illegalen Einschleusung von Menschen sowie der Ausbeutung von Arbeitnehmern verantworten müssen. Polizei und Zoll gehen davon aus, dass weder Sozialabgaben gezahlt, noch der Mindestlohn eingehalten worden sind. Zudem seien offenbar zumindest teilweise die Pässe der Albaner einbehalten worden.

Albaner müssen Deutschland verlassen

Die zur Inselbogen Unternehmensgruppe gehörende Binzprora Management GmbH sei von den Ermittlungen nicht betroffen, so Langnau. Bei den besagten Subunternehmern handele es sich um Inhaber kleiner Firmen. Das deckt sich mit der Aussage von Inhaber Rolf Hoffmeister von der Binzprora Management GmbH. „Die Baustellendurchsuchung erfolgte im Rahmen eines laufenden Ermittlungsverfahrens gegen ein Subunternehmen, das über Prora hinaus bundesweit – seit mehreren Jahren – in Deutschland tätig ist. Weitere Auskünfte können unsererseits nicht erteilt werden“, so Hoffmeister.

Die Maßnahme wurde durch eine Mitarbeiterin der Ausländerbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen begleitet. Die festgenommenen Albaner müssen Deutschland innerhalb von sieben Tagen verlassen.

Uwe Driest

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