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Rügen Real-Markt auf Rügen: Was passiert nach dem Verkauf der Kette?
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Real-Markt auf Rügen: Was passiert nach dem Verkauf der Kette?

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20:01 12.02.2020
Ist die Zukunft des Real-Markts in Bergen gesichert? Quelle: Uwe Driest
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Bergen

Nein, mit dem bevorstehenden Verkauf der Real-Märkte hätten die Sonderposten nichts zu tun, die zu reduzierten Preisen im Foyer der Bergener Filiale angeboten werden, sagt eine Angestellte. „Das sind alles Ladenhüter, die rausmüssen.“ Auch, dass Schneeschieber, Schlitten und Frostschutz in den Regalen liegen bleiben, hat allenfalls mit der für die Jahreszeit zu milden Witterung zu tun. „Ob unser Standort betroffen ist, steht ja noch gar nicht fest. Da ist immer erst mehr Auftrieb, als am Ende dabei herauskommt.“

Die Mitarbeiter der Supermarktkette nahmen gestern die Meldung vom bevorstehenden Abschluss der Verhandlungen zwischen dem Real-Mutterkonzern Metro und dem Finanzinvestor SCP gelassen auf. Schließlich kursiert die Nachricht von der Verkaufsabsicht bereits seit Monaten und schon im Oktober vergangenen Jahres hatten Schlagzeilen über das Aus für Real die Runde gemacht.

Bis zur Hauptversammlung des Metro-Konzerns soll es nun aber endgültig zur Unterschrift kommen. Nach dem Verkauf soll die Supermarktkette mit 277 Märkten und rund 34 000 Beschäftigen zerschlagen werden.

Soziale Härten sollen abgemildert werden

Zwar wollen die Käufer einen „Kern von mindestens 50 Real-Märkten“ für mindestens zwei Jahre weiter betreiben, schrieb Metro-Chef Olaf Koch in einem Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Real. Der größte Teil der Filialen solle jedoch an andere Händler wie Kaufland oder Edeka verkauft werden. „Die neuen Betreiber werden verpflichtet, die Real-Mitarbeiter auf der jeweiligen Fläche zu übernehmen“, versprach Koch in seinem Brief.

Einer Reihe von Standorten „ohne überzeugende wirtschaftliche Perspektive“ drohe allerdings die Schließung. Die Käufer gingen aber davon aus, „dass die Zahl der zu schließenden Standorte unter 30 liegen wird“, teilte Metro mit. Dort, wo es betriebsbedingte Kündigungen gebe, solle eine bereits Ende vergangenen Jahres abgeschlossene Betriebsvereinbarung soziale Härten abmildern. Sie sieht nach früheren Angaben des Betriebsrats Abfindungen von maximal 12 bis 14 Monatsgehältern vor.

Zur Situation der einzelnen Märkte

Gewerkschaft beklagt Ungewissheit

Koch betonte, die Metro habe in den letzten Jahren „unzählige Bemühungen unternommen“, um das Geschäftsmodell von Real auf neue Beine zu stellen. Doch sei es nicht gelungen, die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Supermarktkette zu verbessern. Real könne deshalb in der heutigen Form nicht fortgeführt werden.

Die Metro hatte bereits 2018 angekündigt, die Supermarktkette abgeben zu wollen, um sich ganz auf das Großhandelsgeschäft mit Gastronomen und kleinen Händlern konzentrieren zu können. Doch erwies sich der Verkaufsprozess als deutlich schwieriger als erwartet.

„Zum Schicksal der einzelnen Standorte lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt beim besten Willen noch nichts sagen“, meint Real-Sprecher Markus Jablonski. Wenn es bis zum Wochenende zu der erwarteten Unterschrift käme, würden die Wettbewerbsbehörden der EU die Vereinbarung zunächst mindestens zwei Monate lang prüfen.

Erst danach würde der neue Eigentümer Einzelheiten erarbeiten, die sodann monatelang beim Kartellamt des Bundes geprüft würden. „Das ist für die Kollegen in den Märkten ein unsäglicher Zustand, weil sie nicht wissen, was gehauen und gestochen ist“, sagt Matthias Baumgart von der Gewerkschaft Verdi.

Auch Deutschlands kleinster Markt wäre betroffen

Ein Mitarbeiter im Vodafone-Laden des Markts kann sich kaum vorstellen, dass der Rügener Standort betroffen sein könnte. „Das ist hier die beste Lage. Aber wenn es so käme, müssten wir uns natürlich beugen.“ Käme es entgegen aller Erwartungen dennoch zu einer Schließung des Bergener Marktes, wären auch die drei Mitarbeiterinnen in Deutschlands kleinstem Real-Markt betroffen.

Mit dem „real Drive“ in Breege hatte vor fünf Jahren in Mecklenburg-Vorpommern der erste Supermarkt eröffnet, der sich ausschließlich auf Onlinebestellungen konzentriert. Die Waren holen die Kunden dann im Markt ab.

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Von Uwe Driest

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