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Rügen Referendum rückt in weite Ferne
Vorpommern Rügen Referendum rückt in weite Ferne
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00:00 04.08.2017
Mit dem einstigen Slogan von Atomkraftgegnern wenden sich Gingster Bürger gegen ein mögliches Windeignungsgebiet. Quelle: Foto: Uwe Driest
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Gingst

Der Graben zwischen Bürgerinitiative und möglichem Betreiber eines Windparks bei Gingst wurde in den vergangenen Wochen nicht kleiner. Gegen die mögliche Ausweisung eines Windeigungsgebietes auf Flächen der Familie zu Knyphausen hatten sich Einwohner des Ortes formiert (die OZ berichtete). „Mut macht uns nun die Stellungnahme des Landkreises“, freut sich Sabine Warmbrunn, Sprecherin der Bürgerinitiative.

Im Streit um Gingster Windeignungsgebiet zeichnet sich kein gemeinsames Vorgehen ab

Entwicklungsprogramm

53 Windeignungsgebiete enthält die zweite Änderung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Vorpommern.

Mehr als 1000 Einwendungen gingen bei der Raumordnungsbehörde ein.

2300 Unterschriften gegen einen Windpark sammelte die Bürgerinitiative bisher.

Die Ablehnung durch die Kreisverwaltung stützt sich sowohl auf planungsrechtliche wie auf Aspekte des Artenschutzes. „Der Abstand zum nördlich gelegenen Windpark Kluis-Silenz beträgt weniger als 1,5 Kilometer“, heißt es darin. Auch wenn es sich um ein Altgebiet handele, „muss das Restriktionskriterium eines Mindestabstandes von 2,5 Kilometern zwischen den Eignungsgebieten angewandt werden“.

Zudem sei die Region von großer Bedeutung für mehrere Vogelarten, darunter Seeadler und Waldsaatgans. Vor allem letztere sei „international stark gefährdet und die Insel Rügen ist mittlerweile das Hauptrastgebiet in ganz Deutschland“. Es sei „völlig unverständlich“, dass trotz der bereits vor zwei Jahren dargestellten Hinderungsgründe das Windeigungsgebiet „nicht nur nicht wegfiel, sondern im Gegenteil noch vergrößert wurde.“ Ob ein Eignungsgebiet für Windräder östlich von Gingst ausgewiesen wird, ist mithin offen. „Wir wollen den Abwägungsprozess bis zum Jahresende abgeschlossen haben“, sagt Lydia Neugebauer vom Amt für Raumordnung und Landesplanung. Die letzte Entscheidung darüber trifft der Regionale Planungsverband.

„Diese Phase, in der noch nicht feststeht, ob das Gebiet überhaupt ausgewiesen wird, wollen wir nutzen, um in einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe eine Wissensgrundlage zu schaffen“, erneuert Alvo zu Knyphausen sein Angebot. Für diesen Fall hatte er angeboten, sich am Ende einem Bürger-Referendum zu beugen. Zunächst aber könne gemeinsam ein Konzept erarbeitet werden, dass sich Fragen zu Klimawandel, Energiewende und Windenergienutzung widme. In einer zweiten Phase könne dann darüber nachgedacht werden, welche die sinnvollste Lösung für Gingst sei.

Auf das Angebot möchte die BI – Stand jetzt – nicht eingehen. „Wir machen unsere Veranstaltungen in Eigenregie und nicht gemeinsam mit Herrn Knyphausen“, hält Windkraftgegnerin Gerlinde Bieker dagegen. Dabei wolle man sich auch der Unterstützung von „Vernunftkraft“ bedienen – einer für den „Förderverein Solarenergie“ aus „Klimaskeptikern und Atomfans“ bestehenden Vereinigung.

„Es wäre gut, wenn die beiden Parteien zu gemeinsamen Veranstaltungen kommen würden“, findet Frieder Jelen. Der ehemalige Umweltminister sieht die Windenergie ebenfalls kritisch und schlägt ein Moratorium vor. Jelen: „Es sollte aber nicht zu zwei Veranstaltungsreihen kommen, die das Ergebnis bereits vorwegnehmen.“

Uwe Driest

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