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Rügen Sassnitzer helfen mit Hund, vermissten Mann in Polen zu suchen
Vorpommern Rügen Sassnitzer helfen mit Hund, vermissten Mann in Polen zu suchen
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14:51 06.11.2019
Peter (Sassnitz), Konrad (Polen), Daniela (Sassnitz) und Anke (Sassnitz) bei der Einsatzplanung zu Übungszwecken, Konrad erklärt den Deutschen die Funktionsweise des GPS-Senders. Quelle: Privat
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Sassnitz/Neuenkirchen

Großeinsatz in Polen. Aus einem Übungs- und Präsentationswochenende der Rettungshundestaffel Jasmund wurde bitterer Ernst und Hund „Filou“ musste helfen, eine vermisste Person aufzuspüren.

Mit 15 Hunden unterwegs

Anfang Oktober ging es für die Rügener Mannschaft sowie für Vertreter der Neuenkirchener Feuerwehr nach Trzebież in Polen. Mit insgesamt 15 von 24 Hunden fuhren die Vereinsmitglieder in das Nachbarland zum Erfahrungsaustausch und zu einer dreitägigen Übung mit den ausländischen Kollegen. Vornehmlich sollten Personensuchen auf der Fläche per GPS-Ortung und Großeinsätze mit Spürhunden trainiert werden. Von Freitag bis Sonntag kamen bis zu 70 Retter aus ganz Deutschland und Polen zusammen und führten Einsatzbesprechungen durch, grenzten Suchgebiete ein und simulierten das Aufspüren vermisster Personen im Wald. Mit dabei: Familie Rohde-Habermann aus Sassnitz. „Wir sind mit unseren Rettungshunden gern bei solchen Austauschveranstaltungen“, sagt Nicole Habermann.

2015 Verein gegründet

Die 33-Jährige gründete zusammen mit ihrem Ehemann und acht weiteren Mitglieder den Verein der Rettungshundestaffel Jasmund im November 2015 mit Sitz in Sassnitz. „Alles, was uns hilft, die Hunde zu trainieren, Menschen kennenzulernen, um neue Ideen zu besprechen oder Erfahrungen auszutauschen, ist eine gute Sache für die Arbeit des Vereins“, sagt sie. An besagtem Übungswochenende in Polen sollte es dann allerdings ernst werden für Nicole Habermann und ihre Kollegin Stefanie Schöbel der Rettungshundestaffel aus Offenburg.

Nach zwei Tagen erfolgreich

Bereits am Sonnabend kam ein echter Notruf über das Funkgerät. Im etwa 120 Kilometer entfernten Rościn wurde eine Person schon seit einem Tag vermisst. Nicole Habermann und Stefanie Schöbel fuhren zusammen mit Hund „Filou“ sofort zum Einsatzort. „Wir boten an, unseren ausgebildeten Hund, in der Fachsprache Mantrailer, einzusetzen“, sagt Habermann. Über vier Stunden nahmen die Frauen an der Suche eines als verwirrt gemeldeten Pilzsammlers teil. „Die Suche blieb am Sonnabend erfolglos, deshalb fuhren wir auch am Sonntag zum eingegrenzten Suchgebiet.“ Die vermisste Person konnte nach zwei Tagen endlich lebend gerettet werden. „Der Mann hatte sich im Wald verirrt und fand nicht mehr nach Hause. Die polnischen Kollegen fanden ihn und brachten ihn ins Krankenhaus.“

Nicole Habermann Quelle: Christine Zillmer

Hund „Filou“ war nah dran, etwa 400 Meter von der letzten Spurenwitterung entfernt, bargen die Einsatzkräfte den Mann. „Solche Einsätze sind auch immer wieder in unsere Region, die Hunde bekommen dann einen Gegenstand der vermissten Person unter die Nase gehalten und beginnen aufzuspüren.“ Für Familie Rhode-Habermann und die Mitglieder des Rettungshundestaffelvereins ist jeder Einsatz ehrenamtlich und Ehrensache. „Wir brauchen natürlich jede Unterstützung“, sagt der Vorstandsvorsitzende Silvio Rhode-Habermann. „Einsatzsachen, Fahrzeuge und die Ausbildung der Spürhunde müssen bezahlt werden“, sagt er. Die Mannschaft bleibt weiter am Ball und im Einsatz und ist für den Notfall gerüstet.

Von Christine Zillmer

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