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Rügen Nach 50 Kolumnen jetzt ein Buch
Vorpommern Rügen Nach 50 Kolumnen jetzt ein Buch
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11:58 01.02.2019
Aktuell arbeitet Rita Hoff an der Fortsetzung der Chronik von Ummanz. Quelle: Susanna Gilbert
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Ummanz

Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören. Inwieweit dieses geflügelte Wort tatsächlich eine allgemeine Gültigkeit besitzt, sie dahingestellt. Für Rita Hoff trifft es auf jeden Fall zu: Nach 50 Texten unter der Rubrik „Uns lütt plattdütsch Eck“ hört die Seniorin auf. Das Ende ihrer Zusammenarbeit mit der OSTSEE-ZEITUNG krönt sie obendrein mit dem Buch „Ummanzer Geschichten“. Das beinhaltet alle 50 in der OZ erschienenen plattdeutschen Kolumnen, wurde aber mit den jeweiligen hochdeutschen Übersetzungen noch erweitert. Deshalb heißt es im Untertitel des Buches auch „Plattdeutsch und Hochdeutsch zum Lesen und Vergleichen“.

Rita Hoff, pensionierte Lehrerin und heute auf den Spuren der Ummanzer Geschichte unterwegs, trat 2016 kein leichtes Erbe an. Willy Kankel hatte 35 Jahre lang den Charakter der plattdeutschen Ecke geprägt, insgesamt rund 1400 Kolumnen verfasst. Als der Rüganer vor zweieinhalb Jahren verstarb, schien es fast so, als müsste auch die in Platt geschriebene Kolumne eingestellt werden. Allerdings fanden sich mit Thorsten Filter und Rita Hoff zwei Enthusiasten, die fortsetzten, was Kankel zu einem echten Qualitätsmerkmal werden ließ.

Seit über einem Jahr war Rita Hoff schließlich die alleinige Schreiberin. Mit Witz, den Blick fürs Detail und viel Wissen über das Damals und Heute in der Gemeinde Ummanz, sorgte sie für unterhaltsame Texte. Allerdings blieben sie jenen, die des Plattdeutschen nicht mächtig sind, verschlossen. „Man sagte mir zum Beispiel: Ihre Geschichten sind sehr schön, aber manche Worte erschließen sich mir einfach nicht. Und so bin ich immer wieder darauf angesprochen worden, dass die Geschichten doch auch in Hochdeutsch veröffentlicht werden sollten“, sagt sie. Und mit ihrem Buch kommt sie diesem Wunsch jetzt nach.

Einen Verlag bedurfte es für die Herausgabe von „Ummanzer Geschichten“ nicht. Der Bürgermeister der Gemeinde und CDU-Landtagsabgeordnete, Holger Kliewe, machte einen entsprechenden Fördertopf aus, aus dem er 5000 Euro abzwacken konnte. Mit diesem Geld wurde der Druck bei Gampe in Bergen bezahlt. 600 Exemplare entstanden. „Und die sind auch schon so gut wie alle weg“, sagt Rita Hoff. „Herr Kliewe hat einen Teil an seine Kollegen im Landtag weitergereicht. Und auch die 200 Senioren der Gemeinde Ummanz haben mit dem alljährlichen Adventspräsent jeweils ein Buch bekommen.“ Wegen der Förderung dürfe es nämlich nicht verkauft werden.

Rita Hoff ist glücklich darüber, dass ihre Tätigkeit solch eine Anerkennung erfährt. Und da ist es für sie nur logisch, auf dieser Schiene weiterzufahren. Ein zweiter Teil der „Ummanzer Geschichten“ ist schon in Arbeit. Darin wird es nicht nur Texte von der Autorin geben, sondern auch von dem Ummanzer Urgestein Walter Witt. Desweiteren arbeitet sie intensiv an der Fortsetzung der Ummanzer Chronik. Diese Arbeit nimmt Zeit und Kraft in Anspruch, weshalb sie sich entschloss, Prioritäten zu setzen. „So fehlt mir für eine regelmäßige Kolumne in der OSTSEE-ZEITUNG mehr und mehr die Zeit“, sagt Rita Hoff.

Damit ist die Lokalredaktion der OZ auf Rügen einmal mehr auf der Suche. Vielleicht gibt es ja doch noch jemanden auf der Insel, der die Tradition des „Lütt Eck“ fortsetzen möchte. Alle 14 Tage sollen plattdeutsche Geschichten erscheinen, die sich mit Historie und Alltag der Insel beschäftigen. Und die mit einem Augenzwinkern auch ruhig mal das Weltgeschehen kommentieren dürfen.

Interessenten können sich unter 03838/201450 oder ruegen@ostsee-zeitung.de in der Redaktion melden.

Jens-Uwe Berndt

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