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Rügen Rückreisewelle führt zu Megastau Richtung Festland
Vorpommern Rügen Rückreisewelle führt zu Megastau Richtung Festland
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00:00 03.01.2018
Auf der alten Bäderstraße quält sich der Verkehr an Lonvitz vorbei. Quelle: Fotos: Uwe Driest, Chris-Marco Herold
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Bergen/BIinz/Putbus

Der provisorische Kreisel in Karow wurde am gestrigen Dienstag zum Nadelöhr für tausende genervte Autofahrer. Über mehrere Kilometer staute sich der Rückreiseverkehr nach den Feiertagen nicht nur aus Richtung Mönchgut, sondern wegen der Vollsperrung der B96 zwischen Strüssendorf und Ralswiek auch aus dem Inselnorden. Über zehn Kilometer bis zum Naturerbezentrum Rügen zog sich zeitweilig die Blechlawine aus Urlauberautos, die über Karow und Bergen dem Festland zustrebte. Offenbar hatten viele der Kurzurlauber dieselbe Idee und ihre Rückreise von Montag auf Dienstag vertagt. Ortskundige oder nach Navigationsgerät fahrende Autolenker suchten sich teilweise Wege über parallel verlaufende Plattenwege, auch vorbei an der Bergener Kläranlage.

Urlauber traten Heimreise einen Tag später an / Umleitung wegen Dauerbaustelle an B 96 verschärft chaotische Verkehrssituation

Baustelle B 96

Die Fahrbahn der B 96 wird im Bereich Strüssendorf auf 3,50 Meter je Fahrstreifen verbreitert sowie beidseitig Randstreifen und je 1,5 Meter breite Bankette angelegt.

4,7 Millionen Euro kostet die Baumaßnahme für den 2,8 Kilometer langen Abschnitt.

Ende 2019 sollen die Arbeiten beendet sein.

Autofahrer aus Richtung Süden versuchten vielfach ihr Glück, indem sie auf die Alte Bäderstraße in Richtung Putbus einbogen. Aber auch hier ging nichts. Von Putbus aus staute sich der Verkehr über rekordverdächtige sieben Kilometer zurück bis nach Nadelitz.

Auf der neuen B96 fuhren die Autos etwas zügiger, um schließlich vor der Rügen-Brücke über eine Länge von zwei Kilometern erneut zu stehen. Erst ein zum Dienst fahrender Beamter habe dies bemerkt und veranlasst, dass die Leitstelle in Malchin die zweite Spur der Brücke in Richtung Festland freigab, hieß es aus dem Neubrandenburger Polizeipräsidium. Zu Unfällen sei es indes nicht gekommen. „Die Leute haben sich alle vernünftig verhalten“, so ein Beamter. Insgesamt sei die Situation nicht so chaotisch geworden, wie man es an Sommerwochenenden schon erlebt habe, meint auch Ronald Keil von den Verkehrsbetrieben Vorpommern–Rügen (VVR). „Wir hatten bereits am Vortag mit der Rückreisewelle gerechnet, waren aber auch am Dienstag noch darauf eingestellt“, so Keil. Für den Fall der gar zu großen Verspätung eines Busses habe man am Umsteigepunkt in Serams ein zusätzliches Fahrzeug bereitgehalten. „Der Bus fuhr dann dahin, wo die meisten Leute hin wollten.“ Hätten aus Richtung Mönchgut kommende Busse „nur“ bis zu 20 Minuten Verspätung gehabt, habe ein aus Dranske abfahrender Bus sein Ziel erst eine geschlagene Stunde später erreicht, sagt Keil weiter.

Die Umleitung des Verkehrs von der B96 über Prora und Karow besteht erneut, seit Ende September der zweite Bauabschnitt bei Strüssendorf in Angriff genommen wurde. Seither wird der Verkehr aus dem Inselnorden wieder über die B196 (Bergen-Karow), L 293 (Karow-Prora), L 29 (Prora-Mukran) und B 96b (Mukran-Vorwerk) geführt. Zum Missfallen der Anwohner nutzen ortskudinge Fahrer auch die Strecke über Thesenvitz und Patzig. Die Bauarbeiten am zweiten Abschnitt dauern insgesamt bis zum 14. Juni. Am dritten Bauabschnitt von Strüssendorf bis Jarnitz wird dann von September 2018 bis Juni 2019 sowie September bis Dezember 2019 gebaut werden. Die Arbeiten finden jeweils unter Vollsperrung statt.

Uwe Driest

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