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Rügen Roland Drossel ist Tourismus-Chef in Glowe
Vorpommern Rügen Roland Drossel ist Tourismus-Chef in Glowe
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16:06 11.09.2019
Roland Drossel ist als Leiter der Betriebe gewerblicher Art der Gemeinde Glowe maßgeblich für die Entwicklung des Fremdenverkehrs im Ort verantwortlich. Quelle: Maik Trettin
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Glowe

Mit Roland Drossel kümmert sich seit gut drei Monaten ein waschechter Glower um den Betrieb der Tourist-Info, des Hafens und den Bauhof. Wir sprachen mit dem 32-Jährigen über seine Kindheit auf Jasmund, über Australien, über Wassersport und natürlich über den Tourismus in seinem Heimatort. 

Auf Ihrer frisch gedruckten Visitenkarte stellen Sie sich als „Leiter der BgA's der Gemeinde Glowe“ vor. Was soll man sich darunter vorstellen?

Roland Drossel: Die Abkürzung steht für „Betriebe gewerblicher Art“, also die Wirtschaftsbetriebe der Gemeinde. Man könnte mich vielleicht als „Leiter der gemeindeeigenen Betriebe“ bezeichnen. Dazu zählen neben der Tourist-Info auch alle anderen wirtschaftlichen Einheiten der Kommune Glowe, also der Bauhof, der Hafen und die Bewirtschaftung der kommunalen Immobilien bis hin zum Toilettenhäuschen.

Diese Stelle in der Gemeinde ist ganz neu. Wie sind Sie auf diesem Stuhl gelandet?

Das müssen Sie die Entscheidungsträger in der Gemeinde fragen. Ich habe durch Bekannte von dieser Ausschreibung gehört und mich beworben. Als dann die Nachricht kam, dass man sich für mich entschieden hat, konnte ich das gar nicht glauben. Meine Freundin und ich standen uns in unserer Schweriner Wohnung gegenüber und bekamen beide feuchte Augen. Das ging so schnell, für uns war es wie im Märchen.

Sie haben zu der Zeit nicht auf Rügen gearbeitet, stammen aber von der Insel?

Ja, ich kam natürlich im Bergener Krankenhaus zur Welt, meine Eltern und ich haben aber in Glowe gewohnt. Ich bin hier aufgewachsen, zur Schule gegangen, habe 2006 in Sassnitz mein Abitur gemacht.

Welche waren Ihre Lieblingsfächer?

Biologie und Mathe.

Stand für Sie nach dem Abi fest, dass Sie sich beruflich mit Tourismus befassen würden?

Nein, zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Obwohl ich natürlich immer viel mit Urlaubern zu tun hatte – wie das auf Rügen eben so ist. Meine Mutter hat im Service gearbeitet, ich habe verschiedene Ferienjobs gehabt, war Küchenhilfe, habe Strandkörbe vermietet oder als Segellehrer in der Surfschule gearbeitet. Nach dem Abi bin ich dann zur Marine und auf Sylt gelandet. Ich wollte sehen, ob eine Offizierslaufbahn in Frage käme. Aber das war überhaupt nichts für mich.  

Von der Marine kamen Sie dann zum Fremdenverkehr?

Nein, nicht gleich. Ich bin für eine Weile nach Australien gegangen, bin dort gereist und habe meinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs bestritten, zum Beispiel auf den Feldern gearbeitet. Das hat meinen Horizont unglaublich erweitert. (Lacht) Seitdem weiß ich nicht nur, dass Zitronenbäume stachlig sind. Ich wusste anschließend auch, dass ich im Tourismus arbeiten will und habe einen der begehrten Studienplätze in diesem Bereich an der Stralsunder Fachhochschule bekommen und auch ein Praktikum bei der Deutschen Zentrale für Tourismus in Wien gemacht. Nach einer passenden Stelle habe ich nach dem Studium aber eine Weile gesucht. So lange habe ich verschiedene Jobs gemacht, habe Regale im Supermarkt eingeräumt oder als Segellehrer gearbeitet. Vor dem Studium war ich eine zeitlang auch mal Kranfahrer bei Eupec.

Aber irgendwann auch in der Tourismus-Branche, oder?

Na klar. Da fand sich bald etwas Passendes. Zuletzt war ich drei Jahre lang als Führungskraft im Bereich Marketing und Events in einer der renommiertesten Golfanlagen Deutschlands mit Gutshof, Reitstall und Schlosshotel in der Nähe von Schwerin tätig.

Hat Ihnen die Heimat gefehlt?

Ja, sehr. Wenn ich an Glowe denke, erinnere ich mich an eine wunderschöne Kindheit, an fantastische Momente mit dem Segelboot oder dem Surfbrett auf dem Wasser, an die tolle Gemeinschaft, den Zusammenhalt im Ort. Es gab damals wie heute eine enge Bindung unter den Leuten. Ich wusste immer, dass ich irgendwann nach Glowe zurückkommen werde. Dass es schon mit Anfang 30 passieren würde, hätte ich nie gedacht.

In den vergangenen Jahren waren Sie in Glowe mehr Urlauber als Einheimischer. Hat das Ihr Bild von Ihrem Heimatort verändert?

Als Gast nimmt man vieles ganz anders wahr. Man liegt den halben Tag am Strand, will entspannen und immer wieder etwas Neues erleben. Und ich finde genau das hat Glowe zu bieten. Ich bin ein Wassermensch, bin gern auf der Ostsee und dem Bodden unterwegs und ebenso gern am Strand. Wer Glowe besucht, kann jede Menge in der Natur entdecken. Wir haben auf der einen Seite die Tromper Wiek, auf der anderen Seite den Bodden, hier kann man in der Schaabe Pilze sammeln oder die Steilküste bestaunen, man kann das bunte Treiben in Glowe genießen oder sich in die ruhigeren, ursprünglichen Ortsteile wie Polchow, Bobbin, Spyker oder Baldereck zurückziehen.  

Apropos Ursprünglichkeit: Findet man die in Glowe noch?

Ja, ich denke doch. Wenngleich wir aufpassen müssen, dass wir durch zu viele Ferienhäuser keinen „Kannibalismus-Effekt“ auslösen und unserem Fremdenverkehr schaden.

Welche aktuellen Probleme und Vorhaben liegen auf Ihrem Schreibtisch ganz oben?

Es gibt die „Dauerbrenner“, wie zum Beispiel die Sauberkeit und Ordnung am Strand, die die Gäste und Einwohner zu Recht einfordern. Und dann sind da noch Projekte wie die Einführung der elektronischen Kurkarte, die Gestaltung des Internetauftritts und der Bau der Mehrzweckhalle bei Rügen-Radio, die derzeit Priorität haben.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft ihres Heimatorts?

Dass wir den Spagat zwischen den Interessen der Einheimischen und denen der Urlauber hinbekommen. Beide sollen sich in Glowe gleichermaßen wohl fühlen. Dass man beides unter einen Hut bringen kann, wird sich am Beispiel der geplanten Mehrzweckhalle zeigen. Dazu gehört aber auch, dass wir uns nicht nur um qualitativ hochwertige Ferienunterkünfte kümmern. Wir brauchen auch Wohnraum für junge Leute. Wie knapp der ist, habe ich selbst gemerkt, als ich mit meiner Freundin wieder zurück nach Glowe gezogen bin.

Von Maik Trettin

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