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Rügen Nach tragischem Unfall: Hündin wird zur Amme für kleine Kätzchen
Vorpommern Rügen Nach tragischem Unfall: Hündin wird zur Amme für kleine Kätzchen
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18:38 03.09.2019
Mischlingshündin Nahla kümmert sich rührend um die verwaisten Kätzchen. Quelle: Uwe Driest
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Gnies

Glück im Unglück hatten sechs kleine Kätzchen, die im Haus von Katzenmutti Sabine Faulhaber zur Welt kamen. Wenige Tage nach deren Geburt war die Katzenmutter vor dem Wohnhaus in Gnies von einem Auto überfahren worden.

Mithilfe einer Freundin und Hündin Nahla zieht sie nun den Nachwuchs ihres geliebten Stubentigers groß. Lillie, eine dreifarbige Glückskatze, hatte ihren Nachwuchs am 17. August unter der Bettdecke von Sabine Faulhaber zur Welt gebracht. Die menschliche Katzenmutti erkennt natürlich jedes ihrer Katzenbabys an der Färbung. „Eines ist schwarz mit weißer Nase, drei sind getigert, davon eines mit rot-bunter Färbung und eines mit weißem Gesicht. Auch eine Glückskatze ist darunter und als letztes Geschwister kam ein rotes Kätzchen“, zählt sie auf.

Sehen Sie hier ein Video:

Auto fuhr einfach weiter

Am Abend des vergangenen Donnerstag geschah dann das Unglück. „Ein Nachbar klingelte gegen neun Uhr und sagte, er habe gesehen, dass eine Katze auf der Dorfstraße überfahren worden wäre. Das könne vielleicht meine Lillie sein“, erinnert sich Sabine Faulhaber. Das Auto habe seinen Weg ungebremst fortgesetzt.

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Die Schwäbin und ihre Katze verband ein besonders inniges Verhältnis. „Deswegen geriet ich völlig aus der Fassung und konnte nicht aufhören, zu weinen.“ Aber die kleinen Kätzchen hätten bereits vor Hunger geschrien und so habe sie all ihre Kraft zusammen genommen und mit verschiedenen Tierärzten der Insel telefoniert.

Einer Veterinärin fiel ein, dass ihre Helferin Katzenmilch zuhause haben könnte. „Also fuhr ich abends unter Tränen nach Prora, um Milchpulver und Nuckelfläschchen zu besorgen.“ Kleine Katzen benötigen alle zwei Stunden etwas Futter. Nach der Fütterung ist eine vorsichtige Massage des Bäuchleins sehr wichtig, um die Verdauung in Schwung zu bringen. „Das dauert bei sechs Kätzchen gut und gern anderthalb Stunden. Das heißt, wenn Du fertig bist, kannst Du gleich wieder anfangen.“

Hündin adopotierte die Kätzchen

Weil die menschliche Katzenmutti, die einen Second-Hand-Laden in Bergen betreibt, dafür nicht immer Zeit hat, bekommt sie Unterstützung von einer Bekannten. Neben Futter benötigen Katzenkinder aber auch viel Liebe, Wärme und Körperkontakt.

Dafür sorgt vor allem Hündin Nahla. Stillen kann der anderthalbjährige Mix aus Havaneser und Yorkshire-Terrier allerdings nicht. Zwar sei Nahla bereits am zweiten Tag die Milch eingeschossen, allerdings wären die Zitzen der Hündin zu groß für die Mäulchen der Mini-Tiger.

Aber Nahla adoptierte die Katzenbabys und leckt sie seither sorgfältig ab oder knabbert im zarten Fell. „Es sieht wirklich zuckersüß aus, wenn sich die eng aneinander geschmiegten Kätzchen das gern gefallen lassen“, sagt Sabine Faulhaber. In ihr Geschäft kann sie die Hündin eigentlich gar nicht mehr mitnehmen. „Wenn Nahla von den Kätzchen getrennt ist, sucht sie sie und frisst nicht mehr.“

Keine Katzen-Amme gefunden

Nach dem ersten Schock hatte sie eigentlich eine Katzen-Amme gesucht, aber entweder waren die Katzenbabys nicht im gleichen Alter oder ihr Wurf zu groß. Sabine Faulhaber kann nur hoffen, alle sechs Katzenbabys durchzubringen. Erst wenn die vier Wochen alt sind und feste Nahrung vertragen, seien sie über den Berg, hat ihr die Tierärztin erklärt.

Bis dahin kann sie die Futter-Intervalle schrittweise auf vier Stunden und die Menge von anfangs nur ein bis zwei auf dann bis zu zwanzig Milliliter erhöhen. Das Geburtsgewicht kleiner Katzen liegt zwischen 60 und 110 Gramm und sollte sich nach vier Wochen etwa verfünffacht haben.

Bekannte übernehmen Katzenbabys

Bevor ein Katzenbaby zwölf Wochen alt ist, sollte es nicht von der Katzenmutter getrennt werden. Ähnlich wie bei Hunden gilt zudem, dass Katzen, die 14 Wochen oder länger bei ihrer Mutter bleiben dürfen, weniger Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Interessenten, die sich der Kätzchen annehmen, sucht Sabine Faulhaber aber nicht mehr. „Alle sind bereits in meinem Bekanntenkreis vergeben.“

Die OSTSEE-ZEITUNG wird das Schicksal der kleinen Katzen weiter begleiten und unregelmäßig weitere Videos veröffentlichen.

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