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Vorpommern Rügen Rügen-Immobilien für die Hosentasche
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00:00 11.04.2017
Katrin Zimmerling bietet Haus und Hof für ein paar Euro – sofort zum Mitnehmen und passt in (fast) jede Handtasche. Quelle: Fotos: Maik Trettin
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Sassnitz

Ein Häuschen auf Rügen – davon träumen nicht nur die Insulaner, sondern auch viele Gäste. „Nehmen Sie sich doch eins mit!“, ermuntert sie Katrin Zimmerling. Die Keramikerin stellt Miniaturhäuschen und kleine Menagerien, sozusagen zierlich bebaute Wasser-Grundstücke en miniature, her. „Diese Immobilien passen in jede Hosentasche“, sagt sie lachend und fügt verschmitzt hinzu: „Und zu Hause kann man dann erzählen, man habe sich auf Rügen ein Haus gekauft.“

Kreatives, Witziges, Anspruchsvolles – das alles ist in der diesjährigen „kunst:ausstellung“ zu sehen

Wer den Immobilienmarkt der Insel nicht weiter befeuern will, findet auch andere Einzelstücke in der diesjährigen Ausstellung „kunst:handwerk“, die heute um 11 Uhr im Molenfußgebäude im Sassnitzer Hafen ihre Pforten öffnet. Insgesamt 17 Künstler und Kunsthandwerker von der Insel und vom Festland zeigen hier bis Anfang November einen Teil ihrer Arbeiten, die sie zum Verkauf anbieten. „Wir haben wegen Ostern in diesem Jahr zwei Wochen früher begonnen“, sagt Marion Prager-Wiehn, die in Lohme eine Handweberei betreibt und in Sassnitz mit ihrem traditionellen Kunsthandwerk vertreten ist.

Man werde aber auch im Herbst zwei Wochen länger als sonst vor Ort sein und die Ausstellung öffnen, ergänzt Ina Handelmann, Malerin, Grafikerin, Keramikerin und Galeristin aus Glowe. Die Resonanz des Publikums auf die Verkaufsausstellung sei so groß, dass sich in diesem Herbst die Pforten erst am 5. November schließen.

Dass das Publikum die Schau liebt, versteht Kerstin Schneggenburger gut. In solchen Lagen, unmittelbar an der Mole und am Hafen, seien andernorts entweder nur Nobelboutiquen oder Imbissbuden zu finden, sagt die Künstlerin aus der Altmark. Sie sorgt mit ihren Objekten ganz nebenbei für die „Schaufensterbeleuchtung“ der Ausstellung. Kerstin Schneggenburger sammelt Treibhölzer und kombiniert sie mit speziellem Papier, das sie sowohl in seiner Struktur und Farbe als auch in seiner Form zu originellen Lampen bearbeitet. Dabei arbeitet sie ganz ohne Schere. Gerade, geometrische Linien würden nicht zu dem freien Schwung der hölzernen Fundstücke passen. Was daraus entsteht, hat oft die Form von Schnecken oder Segelschiffen.

Mit Naturmaterial arbeitet auch Simone Mandl. Sie ist Korbflechterin. Gelernt hat sie im fränkischen Lichtenfels, wo sich die einzige „Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung“ Deutschlands befindet. Mandl lebt auf Ummanz. Vor allem im Winter flicht sie aus verschieden vorbearbeiteten Ruten praktische und gleichzeitig schöne Körbe, dekorative Windwipper und Spiralen für die Gartengestaltung oder Blumenhänger und Teelichthalter. Mangels eines eigenen Schauraums bekommt man die Arbeiten der Ummanzerin in der Regel nur auf dem Grünen Markt in Gingst zu sehen – oder bei „kunst:handwerk“ in Sassnitz.

„kunst:handwerk“, geöffnet vom 11. April bis 5. November täglich von 11 Uhr bis 19 Uhr, geschlossen vom 4. bis 7. August

Maik Trettin

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