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Rügen Neuer Radweg zum Königsstuhl freigegeben
Vorpommern Rügen Neuer Radweg zum Königsstuhl freigegeben
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06:48 31.05.2019
Die Junior-Ranger waren die Ersten, die nach der offiziellen Freigabe mit ihren Rädern auf dem neuen Weg von Sassnitz bis zum Königsstuhl fuhren. Quelle: Maik Trettin
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Sassnitz

Zwischen Sassnitz und dem Königsstuhl gibt es jetzt einen befestigten Radweg – ganz offiziell. Harry Glawe, Wirtschaftsminister des Landes, und der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht haben die Piste am Mittwoch freigegeben. Jahrelang hatten viele Rüganer und Gäste darauf gewartet – und den Weg in Besitz genommen, sobald die Bauarbeiter abgerückt waren. Nicht wenige der Radler, die sich am Dienstag zur ersten offiziellen Tour einfanden, hatten die zwölf Kilometer lange Strecke vorher schon ausgiebig getestet.

„Ich bin am 1. Mai vom Königsstuhl zurück nach Sassnitz mit dem Fahrrad gefahren“, erzählt Friedrich. Danach sei er ziemlich erschöpft gewesen, gesteht der Zehnjährige. Er ist einer der Junior-Ranger, die am Mittwoch als Erste starteten, nachdem Harry Glawe, Frank Kracht und der frühere Bürgermeister Dieter Holtz ein Band durchschnitten und den Weg damit für eröffnet erklärt hatten. Junior-Rangerin Enola (10) hatte die Tour zuvor schon in beide Richtungen gemacht. Sie fahre viel Fahrrad, lege damit täglich auch den Schulweg zurück. „Aber hier ist es doch ganz schön bergig“, weiß sie. Ihre Mitstreiterin Alina hatte sich deshalb nur für den Ausflug in eine Richtung entschieden. „Ich bin mit meiner Familie mit dem Auto zum Parkplatz am Königsstuhl gefahren und von dort nach Sassnitz zurück“, sagt die Neunjährige.

In 20 Minuten von Sassnitz bis zu den Kreidefelsen

Eine halbe Stunde brauche man vielleicht, um mit dem Rad von Sassnitz zu dem Kreidefelsen zu gelangen – wenn man einigermaßen geübt ist, schränkt Manfred Zemeitat ein. Er ist einer der Radsport-Truppe „Rügen Rund“ und war zur Eröffnung des Radweges von Binz nach Sassnitz gekommen – natürlich mit dem Fahrrad. 20,6 Kilometer hatte er schon zurückgelegt, bevor er und seine Mitstreiter mit ihren Rädern über die neue Piste rollten. „Für uns ist das eine gute Sache“, lobten sie den neuen Weg, der allerdings auch ziemliche viele Steigungen aufweise. Durchschnitts-Radler attestieren der Strecke dann auch einen „erhöhten Schwierigkeitsgrad“. Wer viel mit dem Drahtesel unterwegs und entsprechend trainiert ist, für den ist es ein Klacks. Dietmar Brand und Franko Adam waren von Mönchgut nach Sassnitz gekommen. Von dort bis zum Königsstuhl brauchten die beiden auf ihren Rennrädern gerade mal 20 Minuten. Sie waren die Ersten, die nach dem Start hinter dem Sassnitzer Ortsausgang am Nationalparkzentrum ankamen.

Drahtesel trifft Hirschkuh

Eine Weile nach ihnen rollten Margret und Klaus Dieter Marzian auf das Gelände oberhalb der Kreidefelsen. Die Urlauber aus dem Emsland waren etwas aus der Puste – und dennoch völlig begeistert. „Eine so wunderschöne Strecke!“, schwärmten sie von der Trasse, die mitten durch die Stubnitz führt. „Man ist mitten in dieser großartigen Natur!“ Zu ihren Erlebnissen gehörte die Begegnung mit einem Reh, das plötzlich aus dem Wald auftauchte. Beinahe wäre es zu einer Kollision mit den Fahrradfahrern gekommen. Aber die Bremsen an den Rädern funktionierten ebenso gut wie die Beine der Hirschkuh. Familie Marzian ist zum ersten Mal auf Rügen, hatte in der Zeitung von der Eröffnung des Weges gelesen und wollte das Wahrzeichen der Insel auf dem Rad erkunden. „Bei uns zu Hause ist es stellenweise auch hügelig. Aber bei den Steigungen hier waren wir dann doch froh, dass wir E-Bikes haben“, erzählten sie nach einer kurzen Verschnaufpause vor dem Nationalparkzentrum und fügten lachend hinzu: „Der Strom ist raus, wenn man hier ankommt.“

Zwei Rastplätze mit Schutzhütten

Zumindest Kraft können die Radler unterwegs tanken. An der Strecke gibt es zwei Rastplätze, sagte Bürgermeister Frank Kracht. Allerdings sind die noch nicht ganz fertig: Die beiden Schutzhütten konnte der Hersteller noch nicht liefern. „Die werden wir dann nach der Saison aufstellen.“ Für die Rüganer und Gäste, die hier radeln wollen, dürfte das verschmerzbar sein. Sie hatten jahrelang auf einen sicheren Weg zum Königsstuhl gewartet. Viele von ihnen nutzten bislang die kurvige und stark befahrene Landstraße, die durch die Stubnitz führt, oder quälten sich über die holprigen Forstwege. Diese Zeit sei nun vorbei, erklärte Minister Glawe – und bekam von den Radfahrern prompt „Hinweise“ auf andere Lücken im Radwegenetz und auf den teilweise katastrophalen Zustand bestehender Wege, etwa entlang der Schaabe. Glawe kündigte an, dass ein weiterer wichtiger Abschnitt in Angriff genommen werden soll: Das Straßenbauamt habe begonnen, Flächen für den Bau eines Radweges an der Landstraße zwischen Karow und Prora zu kaufen.

Wasserdurchlässige Oberfläche

Zwölf Kilometer lang ist der Radweg, der vom Ortsausgang Sassnitz über Hagen bis zum Nationalparkzentrum am Königsstuhl führt. Das Projekt beschäftigt die Sassnitzer seit Jahren. Weil der Weg mitten durch den Nationalpark führt, gab es lange Diskussionen, unter anderem über die Trassenführung und letztlich auch über das zu verwendende Material für die Oberfläche. Entschieden hat man sich letztlich für vermörtelten Beton, der wasserdurchlässig ist.

Maik Trettin

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