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Rügen Run auf Last-Minute-Geschenke
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Rügen: Run auf Last-Minute-Geschenke

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19:17 23.12.2019
Bei Famila helfen Gymnasiasten aus und sammeln Geld für die Abi-Feier. Quelle: Uwe Driest
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Bergen

Am Montag war auf den Parkplätzen vor Rewe und Real kaum noch ein Fleckchen frei. Im Real-Markt herrschte Hochbetrieb an allen zwölf Kassen und an der Information wurden Präsentkörbe am Fließband verpackt und ausgegeben. Stefan Burkhardt ließ sich gleich vier davon über den Tresen reichen. „Die sind für meine Eltern und Schwiegereltern“, sagt der Bergener. Die Bestellung habe er vor einigen Tagen aufgegeben und dabei Wert auf hochwertige regionale und Bioprodukte gelegt und auf Alkohol verzichtet.

„Die Körbe sind der Renner und seit Ende November sind immer zwei oder drei Mitarbeiter nur damit beschäftigt, die Körbe zu bestücken“, sagt Mitarbeiterin Viola Häusler. Sogar Großbestellungen von bis zu hundert der Präsentkörbe habe es schon gegeben. Die würden dann beispielsweise für Seeleute geordert, die die Feiertage im Fährhafen verbringen müssten. „Ausgerechnet heute fällt auch noch deutschlandweit die Kartenzahlung aus“, sagt Viola Häusler. Aber die Kunden würden trotzdem freundlich bleiben.

Abiturienten sammeln für Feier

Einer davon ist Uwe Schlak aus Garz. „Ich habe mir für meine Last-Minute-Geschenke Tipps von meiner Nichte geholt“, sagt er. So findet sich im Einkaufswagen ein Haarfön für seine Schwester neben einer Doppel-CD von Helene Fischer für die Mutter. Der Christstollen ist für einen 80-jährigen Bekannten, der nach einem Unfall das Haus nicht verlassen kann.

Gegenüber bei Famila ziehen Karawanen von Einkaufswagen Richtung Parkplatz. Drinnen entsteht sogar an der Leergut-Rücknahme eine Schlange. Etwa dreimal so viele Kunden wie an einem durchschnittlichen Montag verzeichnet Michael Grunow. „Deswegen sind wir heute mit hundert Prozent Kapazität im Einsatz.“ Priorität werde auf frische Produkte, Spirituosen und Weine gelegt. An allen sechs geöffneten Kassen helfen Abiturienten den Kunden beim Verstauen der Ware in den Tüten. Auf Wunsch wird der Einkauf gegen eine kleine Spende von ihnen auch bis zum Auto transportiert. Schon traditionell verdienen sich die Schüler so nämlich etwas für die anstehende Abi-Feier hinzu. „Obwohl die Kunden im Stress sind, sind die meisten nett“, sagt Paul Zilian aus Poseritz. Obwohl oder weil der Job den Mitarbeitern an so einem Tag alles abverlangt, mache er Spaß, findet auch Mitarbeiterin Marina Beckmann.

Flucht vor „seelenlosem Konsumterror“

Beim Friseur unter demselben Dach ist Hochbetrieb in Sachen weihnachtliches Styling. „Bei uns sind alle fünf Mitarbeiterinnen und ein Azubi im Einsatz“, sagt Nicole Weiß, während sie Strähnchen in Alupapier verpackt.

Im Aldi nebenan stöbert eine Kundin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie sei unlängst aus Thüringen nach Trent gezogen. Die Weihnachtsfeier mit der Familie brachte sie bereits am dritten Advent hinter sich, damit alle Mitglieder ihre sonstige Verwandtschaft besuchen können und floh ihrerseits vor dem „seelenlosen Konsumterror“ auf die Insel. In Trent feierte sie auch schon die Wintersonnenwende gemeinsam mit Nachbarn. „So entspannt war es noch nie“, findet sie. „Das war mein bisher schönstes Weihnachten.“

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Von Uwe Driest

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