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Rügen Rügen-Zubringer: Tempo 120 nicht im Osterkörbchen
Vorpommern Rügen Rügen-Zubringer: Tempo 120 nicht im Osterkörbchen
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00:00 20.03.2014
Noch gilt Tempo 100 auf dem Rügenzubringer. Seit drei Jahren fordert der Landkreis die Erhöhung auf Tempo 120. Das Planfeststellungsverfahren ist durch. Derzeit laufen Prüfungen zur Verkehrssicherheit. Fotos (2): R. Amler
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Stralsund

Dürfen Autofahrer Ostern bereits mit 120 Kilometern pro Stunde auf dem Rügenzubringer entlang brausen? Wohl eher nicht, obwohl Landrat Ralf Drescher (CDU) diesen Termin auf der letzten Kreistagssitzung am 10. März in aller Öffentlichkeit genannt hatte.

Er habe die Auskunft erhalten, dass die Geschwindigkeitserhöhung zu Saisonbeginn greifen solle, hatte Drescher betont, dies sei für ihn Ostern. Allerdings sind in Sachen Tempo 120 schon viele Termine genannt worden, als letzter das vierte Quartel 2013.

„Sicherlich wird innerhalb eines überschaubaren Zeithorizonts von einigen Wochen entschieden“, hieß es dazu aus dem Schweriner Energieministerium. Wie lang dieser Horizont sein wird, konnte Ministeriumssprecherin Juliane Schultz jedoch nicht beantworten. Alle formalen Hürden seien aber genommen, ein geänderter Planfeststellungsbeschluss herbeigeführt worden.

Bedeutet konkret: Die alte Richtlinie, die während des Baus des Rügenzubringers noch galt und eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Kilometer pro Stunde vorsah, ist nun nicht mehr in Kraft. Der geänderte Planfeststellungsbeschluss war vom Schweriner Energieministerium jedoch bereits vor einem halben Jahr als gute Nachricht verkauft worden.

Ein weiterer Schritt, der nun folgen müsse, sei die Prüfung der Verkehrssicherheit. Damit seien die Experten vom zuständigen Straßenbauamt Schwerin nun beschäftig. Zur Zeit laufen deshalb Untersuchungen — unter anderem zu den erforderlichen Haltesichtweiten, da sich mit der Erhöhung der Geschwindigkeit von 100 auf 120 Kilometer pro Stunde auch der Bremsweg für ein Auto verlängere.

Auch die Prüfung der Verkehrssicherheit hatte Steffen Wehner, Sprecher des Schweriner Verkehrsministeriums, jedoch bereits vor sechs Monaten angekündigt.

Vor rund drei Jahren hatte der damalige Landkreis Nordvorpommern bereits die Forderung aufgemacht, den rund 30 Kilometer langen Rügen-Zubringer, der die Ortschaft Griebenow an der A 20 mit Stralsund und der Insel Rügen verbindet, statt für 100 Kilometer pro Stunde für eine Geschwindigkeit von 120 freizugeben. Mindestens ein halbes Dutzend Mal hat Landrat Ralf Drescher vor dem Kreistag Vorpommern-Rügen dazu Stellung bezogen. Er betonte dabei stets, dass der Landkreis keinen Einfluss auf die Entscheidung habe, sondern das Schweriner Straßenbauamt am Zuge sei.

Positive Signale für die Forderung nach Tempo 120 gab es in der Vergangenheit viele. Die Touristiker von der Insel Rügen erhoffen sich ein schnelleres Erreichen vieler Urlaubsziele. „Dies würde Einheimischen und Urlaubern nützen“, hatte auch Landrat Ralf Drescher betont. „Der Rügenzubringer ist hervorragend ausgebaut, man kann gefühlt gut 120 fahren.“ In einzelnen Abschnitten seien sogar 130 Kilometer pro Stunde möglich.

Auch der ADAC Hansa hatte die Forderung nach einer Lockerung der Geschwindigkeitsbegrenzung begrüßt. „Die Anhebung des Tempolimits auf 120 Kilometer pro Stunde für den Rügenzubringer ist unproblematisch“, hatte Sprecher Christian Hieff im Oktober erklärt. Die Voraussetzungen für die Zulassung der Maximalgeschwindigkeit auf Bundesstraßen seien zwei Fahrspuren pro Fahrtrichtung, die bauliche Trennung vom Gegenverkehr sowie das Vorhandensein von Nothaltebuchten. „Bei der Konzeption der Strecke hatte man bereits in Teilabschnitten ein mögliches Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde berücksichtigt“, erklärte Hieff. Deshalb seien jetzt keine nachträglichen Baumaßnahmen notwendig.



Reinhard Amler

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