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Rügen Zwischenmenschlich geht es blutig zu
Vorpommern Rügen Zwischenmenschlich geht es blutig zu
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14:41 27.08.2019
Die erste Tote wird zerstückelt an Gleisen gefunden. Quelle: Lachmann Kai
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Rügen

Sylvia Voigt veröffentlichte 2016 ihren Debüt-Krimi „Rügener Abgründe“ und verlegte die Handlung des Romans auf die Insel Rügen nach Sassnitz. Sie selbst ist 1961 in Chemnitz geboren und lebt heute in Freiberg. Sie wuchs in Sachsen auf und arbeitet dort im Angestelltenverhältnis. Mindestens zweimal im Jahr fährt Silvia Voigt im Urlaub nach Rügen. Bis heute erschienen mit „Rügener Haie“ und „Rügener Inferno“ zwei weitere Krimis aus ihrer Feder.

Blutig zugerichtete Leichen

Auf 309 Seiten nimmt sie den Leser mit in das Leben der Kriminaloberkommissarin Jessica Burmeister, den Polizeikollegen Willi und Bolle, den Staatsanwalt Vogel, den Gerichtsmediziner Wahlberg und nicht zuletzt den verhassten EDV-Spezialisten der Polizei, Teichert, der am Ende seine Fett weg bekommt – im wahrsten Sinne des Wortes – denn ihm werden 30 Kilogramm Übergewicht bescheinigt. Präsentiert werden weiterhin zwei blutig zugerichtete Leichen, diverse Tatverdächtige und am Ende ein Mörder. Jessica Burmeister klärt den Fall auf ihre Weise. Die Protagonistin ist Mitte 40, burschikos und kantig, oft sarkastisch und manchmal cholerisch, trauert zu Beginn ihrem ehemaligen Chef nach, der in den Ruhestand entlassen wurde.

Der Kopf fehlt

Noch angetrunken vom Abend wird Burmeister zu einem Leichenfund gerufen. An den Bahngleisen läuft die Suche nach der durch den Zug überrollten toten Person und deren Einzelteile. Der eifrige Staatsanwalts Vogel will nebenbei per Anruf verhindern, dass die – laut Roman – auf Rügen einzige Bahnstrecke lange gesperrt bleibt. Die Leiche kann nicht identifiziert werden, denn der Kopf fehlt. An den Gleisen wird alles weiträumig abgesucht. Eines wird schnell klar: die Leiche ist eine Frau, sie wurde erstochen und „post mortem“, nach dem Tod, auf die Gleise gelegt. Die Suche des Dreierteams beginnt nach der Identität der Toten und nach dem Mörder.

Klägliches Leben mit Tochter

Den einzigen brauchbaren Hinweis findet Jessica Burmeister in der blutigen Jacke des Opfers. Dabei handelt es sich um den Kassenbon eines Supermarktes in Sassnitz, der sich circa 200 Meter vom Polizeipräsidium entfernt befindet. Das Datum und die Uhrzeit des Einkaufes ergeben erste Hinweise. Die Dienstpläne der Kollegen führen zu zwei Personen, die die ermordete Frau gesehen haben müssen. Durch einen von einer Kassiererin beobachteten Streit zwischen der Kollegin Susann Müller und dem Opfer ergeben sich erste Hinweise. Doch das Ermittlungstrio stochert weiter im Dunkeln. Der Besuch bei Susann Müller zeigt deren klägliches Leben mit einer völlig verwahrlosten dreijährigen Tochter. Warum kümmert sich Susan Müller nicht um sie? Warum hat sie sich mit dem Opfer gestritten?

Tragische Familiengeschichte

Der Hinweis einer Frau Braun führt zum Opfer, Frau Reibetanz. Doch Frau Braun ist nicht die liebevolle Nachbarin, die sich Sorgen macht. Im Verlauf des Romans wird deutlich, in welchem Verhältnis sie zum Ehemann der Toten steht. Und als dann auch noch dieser auf bestialische Weise mit einer Axt im Keller seines eigenen Hauses zerhackt aufgefunden wird, zieht sich die Schlinge immer enger um Frau Braun, Susann Müller sowie deren Lebensgefährten Laux. Am Ende steht eine tragische Familiengeschichte, die Aufklärung der beiden Morde sowie der Fund des Kopfes von Frau Reibetanz im Gefrierfach ihres Ehemanns.

Autorin nimmt sich Freiheiten

Sylvia Voigt stellt die Ermittlerin Burmeister unterhaltsam und mit vielen eigenen Problemen vor. Neben den Ereignissen um den Mordfall beschreibt die Autorin das Leben der Kommissarin, deren Probleme mit ihrer Mutter und dem EDV-Angestellten Teichert. Mit trockenem Humor meistert Burmeister einige Situationen ihres Alltag. Dabei sollte es für Leser auf Rügen nicht abschreckend wirken, dass das Ermittler-Trio mal eben zur Mittagspause von Sassnitz nach Stralsund fährt oder dass in Sassnitz kurzerhand ein Präsidium hingestellt wird. Auch einen Staatsanwalt und einen Gerichtsmediziner vor Ort, wie im Roman geschildert, hätten die echten Kollegen in Sassnitz bestimmt auch gern. Der Roman ist trotzdem spannend und lädt ein, auch den zweiten und dritten Fall von Jessica Burmeister zu lesen.

Debütroman

Das Buch „Rügener Abgründe“ erschien bereits im November 2016. Es ist der Debütroman von Sylvia Voigt, die bereits zwei weitere Kriminalgeschichten veröffentlichte. Das Buch hat 309 Seiten und erschien im Schardt, M. Verlag.

Von Christine Zillmer

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