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Rügen Rügen im Winter: Von Violettblau bis Gold
Vorpommern Rügen Rügen im Winter: Von Violettblau bis Gold
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00:00 04.01.2017
Prora

Manfred Diekmann hat seine Bilder erst vor einem Tag aufgehängt, aber vor ihnen hätten schon etliche Betrachter entzückt gestanden. Es liege wohl an der Sehnsucht nach dem Winter, meint Oliver Thassler, Leiter der Umweltbildung im Naturerbe Zentrum Rügen. In den Fluren im Unter- und Obergeschoss der Einrichtung – der KunstGalerie des Hauses – wird seit Dienstag eine Ausstellung mit dem klangvollen Namen „Rügen – ein Wintermärchen“ präsentiert. Zu sehen sind über 20 Ölbilder, auf denen Manfred Diekmann den winterlichen Zauber der Insel eingefangen hat. Und nicht nur an den typischen Rügenkulissen wie Königsstuhl und Kap Arkona. „Mir gefallen die stillen Orte“, so Diekmann. Und so steht der Betrachter am Wedde Ort, am Kleinen Jasmunder Bodden, an der Schleuse Lietzow, an der Having oder folgt dem Winterweg Spitzer Ort und Martinshafen.

„Landschaft und Natur gehören zusammen. Im Naturerbe Zentrum werden seit seiner Eröffnung Arbeiten von Künstlern mit Bezug zur Insel gezeigt. Es ist ein kostenfreies Angebot. Jeder kann sich bewerben, aber wir nehmen nicht jeden. Die Bilder von Manfred Diekmann sind sehr farbenprächtig und detailliert“, erklärt Oliver Thassler.

„Mit meiner Themenwahl möchte ich auch dem Anliegen des Naturerbe Zentrums entsprechen, seinen Besuchern zu verdeutlichen, dass wir in unseren Bemühungen, das hohe Gut der Naturschönheit und -vielfalt zu erhalten und zu pflegen, nicht nachlassen dürfen“, sagt Manfred Diekmann. Der Hobbymaler aus Lietzow liebt die Winterbilder mehr als die Bilder des Sommers. „Wegen der Farbtöne. Man denkt immer, im Winter ist alles weiß, aber das ist nicht so. Es gibt violette und blaue Farbtöne, das goldene Schilf, viele verschiedene Erdtöne“, gerät Diekmann ins Schwärmen. Die Mehrzahl der meist großformatigen Bilder sind im Jahr 2016 entstanden. Diekmann hat sie nach Fotomotiven oder Skizzen gemalt. Dabei ist der Autodidakt akribisch. „Die realistische Wiedergabe der landschaftlichen Schönheit ist mein Ziel. Künstlerische Experimente, Installationen und extreme Gestaltungsvarianten liegen mir fern, obwohl ich sie ausprobiert habe. Meine Malweise ist rational, schon von Berufs wegen“, so der 73-Jährige. In seinem Arbeitsleben, das 2004 mit dem Beginn des Ruhestandes endete, war er zuletzt Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Stralsund.

1977 war er von Berlin nach Rügen gezogen. Und fühlte sich von den vielen Landschaftsmotiven auf der Insel angezogen. Als Ausgleich zu seiner kriminalpolizeilichen Ermittlungsarbeit griff er ab 1983 zu Pinsel und Farben. Als es im Haus in Lietzow zu eng wurde, baute er die Sommerlaube zum kleinen Atelier um. Dort stehen inzwischen Hunderte Werke. „Viele Motive habe ich schon mehrfach gemalt“, sagt der Rentner, der sich auch der Holzbildhauerei widmet. Er malt auch Windjammer und kopiert gerne mal die großen Meister. Dass andere seine Arbeiten als Kunst ansehen, erwartet er nicht. Darum gehe es Manfred Diekmann auch nicht, der auch nicht kommerziell arbeitet. Die Leidenschaft am Malen steht im Vordergrund. Dennoch: „Ich versuche jedes Jahr, ein Schaufenster für meine Bilder zu bekommen.“ Die Resonanz von Freunden und Besuchern seiner Ausstellungen, wie die im Haus des Gastes in Juliusruh im letzten Jahr, bestärken ihn. „Ich hätte anfangs nie gedacht, dass ich mal malen würde“, schmunzelt Manfred Diekmann, dessen Leben auf ganz anderem Gebiet begann. Der frühere Leistungssportler, der in seiner Jugend in der DDR-Nationalmannschaft gefochten und mehrere DDR-Meistertitel gewonnen hat und später selbst acht Jahre lang das DDR-Team der Fechter trainierte, hat aus dieser Zeit vor allem zwei Dinge mitgenommen: Disziplin und Erfolgswillen.

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