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Rügen Wirtschaftsminister will Rügen pushen
Vorpommern Rügen Wirtschaftsminister will Rügen pushen
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16:09 18.02.2019
Harry Glawe will Bergen einen Innenstadtmanager spendieren. Quelle: Uwe Driest
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Bergen

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) betätigt sich jetzt als Entwicklungshelfer: Rügen soll als touristische Modellregion zusammengeschweißt werden und Bergen ein Stadtmanagement bekommen. Das erklärte der Minister und CDU-Kreisvorsitzende von Vorpommern-Rügen gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG.

„Der Landtag hat im November ein Tourismuskonzept verabschiedet, in dem ganz klar formuliert ist, dass es ein Tourismusgesetz ohne die Schaffung von Modellregionen nicht geben wird“, erläutert Harry Glawe. „Und die Insel Rügen wird eine davon sein. Das steht fest.“ Die Vorteile liegen für den Minister auf der Hand: Vernetzung von Wirtschaftsverbänden (zum Beispiel Dehoga) und Unternehmen, Schaffung eines einheitlichen Kurkartensystems, möglicherweise ein kostenlose Nutzung des ÖPNV und der Bahn sowie explizite Förderung von Infrastruktur und touristischer Anlagen. „Dabei werden die Zuschüsse deutlich höher ausfallen, als in Regionen, die nicht den Modellstatus besitzen“, sagt Harry Glawe.

Empfohlener Schulterschluss

Der Minister verhehlt nicht, dass sein Haus dabei in diesem Zusammenhang etwas versucht, was auf der Insel selbst so noch nicht gelang: der Schulterschluss. In einer Modellregion werden die Kommunen in vielen Belangen kaum noch im eigenen Saft schmoren können. Das Zusammengehen mit Nachbargemeinden und darüber hinaus sei unabdingbar.

Die Stadt Bergen hat Harry Glawe dabei ganz besonders im Fokus. Zum wiederholten Male empfiehlt er der Stadt in der Inselmitte sich zu profilieren, wobei der Minister die Gesundheitsbranche favorisiert. „So wie Riesa ,die Sportstadt’ ist, könnte Bergen dann ,die Gesundheitsstadt’ sein“, sagt er weiter. „Vieles spielt dieser Idee in die Karten. Zum Beispiel, dass hier die Mieten nicht so hoch sind. Für den Pflegebereich ist das eine wichtige Voraussetzung. Das sieht in den Seebädern schon ganz anders aus.“ In diesem Zusammenhang bricht er auch gleich noch einmal eine Lanze für die von der Stadtverwaltung favorisierte Sportschwimmhalle. „4,75 Millionen Euro sind verbindlich als Fördersumme eingestellt“, sagt Glawe. „Es gibt aber auch noch Möglichkeiten, über Sonderbedarf beim Innenministerium anzuklopfen.“ Als Vorbild für eine funktionierende Planung und Finanzierung nennt der Politiker Anklam.

Skepsis bei Betriebskosten bleibt

Zur Belebung des Stadtkerns mit seinen Kleinhändlern und kulturellen Einrichtungen schlägt Harry Glawe ein Innenstadtmanagement vor. „Eine oder sogar zwei Stellen würde ich mit meinem Ministerium finanzieren“, sagt er. „Das sind 30 000 bzw 60 000 Euro.“ Bergen solle endlich wieder als Mittelzentrum wahrgenommen werden. Auch mit Blick auf den Verlust der Bäderregelung sei das ein wichtiger Ansatz. Wo die Stelle angesiedelt wird – Tourismus-Information, Verein oder Stadtverwaltung – sei ihm egal.

Seinen Bergener Parteifreunden gibt er mit auf den Weg, sich die Förderung für das Schwimmbad nicht entgehen zu lassen und mit entsprechenden Entscheidungen zu sichern. „Die Betriebskostenberechnung ist dann der zweite Schritt“, sagt er. Matthias Ewert, CDU-Fraktionsmitglied und derzeit Präsident der Stadtvertretung, betont, dass die Christdemokraten prinzipiell für solch ein Sportschwimmbad seien. „Allerdings müssen wir im Interesse aller Einwohner Bergens entscheiden und das geht mit einer großen Verantwortung einher“, sagt Ewert. „Noch sind wir über die tatsächlichen finanziellen Auswirkungen nicht ausreichend informiert. Es gibt zwar eine Machbarkeitsstudie, wir haben aber von Anfang an einen Business-, Liquiditäts- und Finanzierungsplan eingefordert. Wenn wir das Thema anfassen, wollen wir auf der richtigen Seite sein. Aus meiner Sicht befinden wir uns aber noch in einer zu frühen Phase. Der Beschluss für ein Schwimmbad ist noch nicht reif.“ Geld für die Pläne kann allerdings momentan nicht fließen, da die Stadtvertreter die Planungsstelle „Schwimmhalle“ im aktuellen Haushalt mit einem Sperrvermerk versehen haben.

Eine Endgültigkeit will Ewert in seine Sicht der Situation aber nicht hineinlegen. „Wenn wir in die Zukunft schauen, ist solch ein Schwimmbad sicher eine gute Sache, wollen wir Bergen als Gesundheits-, Bildungs- und auch Tourismusstandort profilieren.“ Sich allein darauf zu fokussieren, greife ihm dennoch zu kurz, weshalb zum Beispiel der Sportplatz der Altstadtgrundschule noch dieses Jahr saniert werden soll. „Auch am Thema Schwerpunktfeuerwehr für Bergen bleiben wir dran.“ Und schließlich habe er sich auf die Fahnen geschrieben, eine Lösung für die Belebung der Rugardbühne finden zu wollen. Der Innenstadtmanager sei da ein guter Ansatz.

Jens-Uwe Berndt

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