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Rügen Baupläne am„Ostseeblick“ weiter abgespeckt
Vorpommern Rügen Baupläne am„Ostseeblick“ weiter abgespeckt
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16:50 10.09.2019
Die Gärten am Ostseeblick in Lohme (Bildmitte) sollen bebaut werden. Nachdem das Projekt eines Gesundheitshotels und eines Altersheims gescheitert sind, sollen jetzt Einfamilienhäuser und eine Anlage für Betreutes Wohnen entstehen. Quelle: Karsten Bartel
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Lohme

Die Grundstückseigentümer und die Gemeinde Lohme nehmen erneut Anlauf, um die Gärten am „Ostseeblick“ und die dahinter liegende Koppel zu bebauen. Am Montag wurden die Pläne auf einer Zusammenkunft den Einwohnern präsentiert, am Mittwoch, dem 11. September, will die Gemeindevertretung darüber befinden, ob für das Areal ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Vorgesehen sind der Bau von Einfamilienhäusern am „Ostseeblick“ und einer Seniorenanlage für Betreutes Wohnen auf der jetzigen Koppel an der Arkonastraße.

Tricksereien der Bauherren verhindern

Diplom-Ingenieur Lars Hertelt vom Stralsunder Büro Raith, Hertelt, Fuß gab einen groben Überblick über das geplante Vorhaben. Bis zu sechs Einfamilienhäuser könnten auf dem jetzigen Gartenland an der Straße „Ostseeblick“ entstehen, „vielleicht auch nur vier oder fünf“, schränkte er ein. „Das muss man dann sehen.“ Jedes Haus hätte eine Grundfläche von rund 100 Quadratmetern im Erdgeschoss. Maximal zwei Stockwerke soll es geben. Doch auf dem Areal gebe es erhebliche Höhenunterschiede, erinnerte die Anwohnerin Marion Prager-Wiehn. Möglichen Tricksereien der Bauherren wolle man von vornherein einen Riegel vorschieben, versicherte der Planer. Damit die Festlegungen des künftigen Bebauungsplans nicht durch den Bau von Kellergeschossen und den maximalen Ausbau von Dachgeschossen unterlaufen werden, sei die Festsetzung von absoluten Höhen vorgesehen, die nicht überschritten werden dürfen. „Beim ,Arkonablick’ wären das beispielsweise elf Meter von der Straße bis zum First.“

Seniorenwohnungen mit Fahrstuhl

Für das so genannte Betreute Wohnen sind zwei Gebäudekomplexe auf der jetzigen Koppel geplant. Die sollen prinzipiell zweigeschossig sein und ein flaches Satteldach bekommen, damit den Bewohnern dahinter nicht völlig der Blick auf die Ostsee versperrt wird. Aufgrund der Topografie des Geländes könnten es aber teilweise auch drei Geschosse werden, kündigte Lars Hertelt an. Vorgesehen sind Einzelwohnungen für Rentner. Die Häuser sollen mit Fahrstühlen ausgestattet werden und auch Raum zur Ansiedlung eines Pflegedienstes und eventuell eines Arztes bieten.

Prophezeiter „Tod der Gemeinde“ trat nicht ein

Gerade die letztgenannte Idee ist den Lohmern nicht ganz neu. Vor ziemlich genau einem Jahr wurde sie in ähnlicher Form durch den pensionierten Landschaftsplaner Detlef Paul und andere Eigentümer der Flächen präsentiert. Erst ein halbes Jahr zuvor hatte der Gemeinderat den Plänen zur Errichtung einer Gesundheits-Hotelanlage mit rund 240 Betten eine Abfuhr erteilt. Der damals von manchem prophezeite „Tod der Gemeinde“ ist nicht eingetreten. Stattdessen unterbreiteten die Eigentümer nur wenig später den Vorschlag, stattdessen Seniorenwohnungen und ein Altersheim mit 60 Plätzen zu bauen. Die Idee fiel in Lohme auf fruchtbaren Boden, allerdings war vielen die geplante Bebauung zu massig. Nicht zuletzt an der Höhe der vorgesehenen Gebäude am „Ostseeblick“ störten sich die Kritiker.

Von neuen Plänen überrascht

„Was da vorher geplant wurde, ging gar nicht“, begründete der stellvertretende Bürgermeister Uwe Kasten noch einmal die Abfuhr, die seine Vorgänger in der vergangenen Wahlperiode dem Projekt erteilten. Beim jetzigen Vorschlag scheinen die Wünsche der Grundstücksbesitzer und die der Gemeinde dichter beieinander zu liegen als bisher. „Die Bebauung des vorderen Bereichs am Ostseeblick mit den Einfamilienhäusern ist eigentlich unstrittig“, fasste Burkhard Rahn die Meinungen der Gemeindevertreter zusammen. Sein Mitstreiter André Schröder gestand, angesichts des Tempos, mit dem den Gemeindevertretern der nächste Plan unterbreitet wurde, nach wie vor etwas skeptisch zu sein. Mit den Einfamilienhäusern könne auch er gut leben. „Wir sollten unser Augenmerk in der Debatte vor allem auf die beiden großen Häuser legen.“

Keine „Klopper“ auf die Wiese

Wie groß die werden sollen, vermochte Lars Hertel am Montag Abend nicht zu sagen. Von etwa 36 Wohnungen war die Rede. Konkrete Zahlen will er am Mittwoch präsentieren, wenn es um die Aufstellung des Bebauungsplans geht. Dann soll auch über weitere Kritikpunkte gesprochen werden, etwa über eine Alternative zur Zuwegung und über die Zukunft der öffentlichen Parkplätze, die in dem Bereich durch die Gemeinde geschaffen wurden. „Und wir werden darauf achten, dass andere Nutzungen als Betreutes Wohnen ausgeschlossen werden“, kündigte Burkhard Rahn an. „Für was anderes lassen wir uns den Klopper nicht hinsetzen.“ „Wir werden darauf achten, dass da kein Klopper hinkommt, sondern was Vernünftiges“, versicherte Uwe Kasten.

Von Maik Trettin

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