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Rügen „Meckern kann schließlich Jeder“
Vorpommern Rügen „Meckern kann schließlich Jeder“
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17:19 18.06.2019
Frank Jätschmann (li.) löst Ingolf Donig in Altefähr ab. Quelle: privat
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Rügen

In zehn Inselgemeinden errangen neue Kandidaten die Stimmenmehrheit. Nachdem auch die Stichwahl in Garz ein Ergebnis brachte, stehen alle Bürgermeister der Insel fest. In Rügens ältester Stadt konnte CDU-Kandidat Sebastian Koesling die Stichwahl für sich entscheiden, obwohl er im ersten Wahlgang weniger Stimmen auf sich vereinigen konnte, als sein Kontrahent. „Ich möchte Bürgermeister für ganz Garz sein“, betont Koesling angesichts des knappen Ergebnisses. Koesling ist Jahrgang 1976 und in Garz aufgewachsen, ledig und arbeitet als Gesundheitswissenschaftler an der Uni Greifswald. Seit zehn Jahren ist er Mitglied in der Stadtvertretung. Er möchte den Arbeitskreis zum Campingplatz fortführen und Bürger auch bei der Wiederbelebung des Netzwerks „Gesunde Stadt“ einbinden. Eine Perspektive für seinen Ort sieht er im steigenden Bedarf nach Wohnraum bei Beschäftigten in den Orten der Bäderküste. „Die können sich das Wohnen dort immer häufiger nicht mehr leisten und wir haben sowohl ein neues Baugebiet als auch Apotheke und Ärzte im Ort.“ Den Bau des neuen Schulsportplatzes will er vorantreiben und den alten sanieren. Der soll am ersten Juli-Wochenende mit einem Spiel gegen die zweite Mannschaft von Hansa Rostock eingeweiht werden.

Die Juristin Stine Winter (45) ist in Buschvitz groß geworden, wo sie noch heute mit vier Kindern in einer Patchworkfamilie lebt. Die neue Bürgermeisterin ist im Vorstand des Fördervereins der Musikschule und Mitbegründerin der Freien Schule Glowe. Ihre Liste „Bürger für Vorpommern-Rügen“ errang gut 90 Prozent und sechs der sieben Sitze in der Gemeindevertretung. „Mein Vorgänger Malte Preuhs trat nicht wieder an und die Gemeindevertretung kam auch mich zu und fragte, ob ich zur Verfügung stehe“, sagt sie. Stine Winter war bisher noch nicht in Kommunalpolitik aktiv. Nun möchte sie die Dorfstruktur erhalten und eine Fusion vermeiden. In der „nach Ralswiek zweitkleinsten Gemeinde der Insel“ möchte sie bereits angestoßene Projekte fortführen. Dabei würden auch die Wasserflächen im Gemeindegebiet eine Rolle spielen.

In Gingst stellt die neue Wählergemeinschaft „Bürger für Gingst“ sowohl die Mehrheit in der Gemeindevertretung, als auch mit Gerlinde Bieker (65) die Bürgermeisterin. Die frühere Schulaufsichtsbeamtin kommt aus Nordrhein-Westfalen, „mag Gingst, Landleben, Lesen und Gartenarbeit“. „Das Wahlergebnis verstehe ich als eine klare Aufforderung, alle Anstrengungen für eine zügige Weiterentwicklung der Gemeinde zu unternehmen“, sagt Bieker. Um zu wissen, in welchen Bereichen dies erfolgen müsse, hätten sie und ihre Mitstreiter zahlreiche Gespräche geführt und eine Bürgerversammlung durchgeführt, auf der zahlreiche Bürger ihre Anliegen vorgetragen hätten. „Das ist der Auftrag, den wir angenommen haben und dem wir uns verpflichtet fühlen.“ Nicht der Bürger müsse sich mühen, an Informationen zu gelangen, sondern die Gemeindevertretung solle für regelmäßige und gut zugängliche Informationen sorgen.

Mit Torsten Döring (SPD) übernimmt in Göhren einer der jüngeren Kandidaten das Amt des Bürgermeisters. „Ich bin Jahrgang 1968, habe mein ganzes Leben in Göhren verbracht und war noch Schüler von Ruth Bahls, deren Lebenswerk ich mich verbunden fühle.“ Das Museum des Ortes möchte er künftig gemeinsam mit den Nachbargemeinden betreiben und für ein entsprechendes Modell auf den kommenden Sitzungen von deren Gemeindevertretungen werben. Der gelernte Kaufmann arbeitet im Haus des Gastes und ist seit fünf Jahren in Gemeindevertretung. Sorgen bereiten ihm die sinkenden Einwohnerzahlen des Ostseebades. „Nun möchte ich mich zunächst mit den Mitgliedern unserer ganz neuen Gemeindevertretung beraten, die jetzt wieder aus elf Mitgliedern besteht.“

Joyce Klöckner wurde zwar 1948 in Indien geboren, im Amt der Bürgermeisterin von Lohme ist die ehemalige Lehrerin gleichwohl neu. Immerhin saß sie bereits seit zehn Jahren für die CDU in der Gemeindevertretung der Jasmunder Gemeinde. „Ich möchte unsere Gemeinde mit ihrer wunderschönen Natur erhalten“, lautet ihr übergeordnetes Ziel. Dafür gelte es vor allem, das Besucherzentrum am Parkplatz Hagen zu erhalten, den Kindergarten aufbauen und Pläne für eine Hafenerweiterung zu reaktivieren. Mit den im Ort umstrittenen Großprojekten möchte sie pragmatisch umgehen. „Wenn die Telekom auf uns zukommt, wird es eine Lösung nur im Konsens mit den Einwohnern geben.“

Neuenkirchens neue Bürgermeisterin Sybille Görs ist Verwaltungsfachfrau beim Landkreis. „Ich versuche gerade, mir einen Überblick zu verschaffen“, sagt sie. „Gemeinsam mit dem neuen Gemeinderat, der sich ausschließlich aus Einzelbewerben zusammensetzt, muss ich mir zunächst gemeinsame Ziele erarbeiten.“ Ihr langjähriger Amtsvorgänger Dirk Rogge wünscht ihr dabei „viel Glück und ordentlich viel Freizeit“.

In Parchtitz tritt Gerold Thurow von den „Bürgern für Vorpommern-Rügen“ das Amt des Bürgermeisters an. Vorgänger Winfried Schuldt scheidet nach 50 Jahren in Gemeindevertretung und Bürgermeister aus, will aber mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Er muss aufpassen, dass uns die Stadt Bergen nicht verschluckt“, gibt er seinem Nachfolger mit auf den Weg. „Schließlich hat die Kreisfusion ja auch nichts gebracht.“ Daher gelte es nun, Wohnungen zu bauen, weitere Einwohner ansiedeln und den Haushalt auszugleichen. „Amts- und Kreisumlage lassen der Gemeinde keinen Spielraum für freiwillige Aufgaben“, sagt Schuldt.

Die Nachfolge des langjährigen Amtsinhabers Christian Thiede in Rambin tritt Andreas Klug (CDU) an. Der ist 1969 geboren und in Saalkow aufgewachsen. Als Vermessungsingenieur habe er einen guten Einblick in Verwaltungsvorgänge und Bürokratie. „Ich möchte Verantwortung übernehmen, um ein lebenswertes Umfeld zu schaffen. Meckern kann schließlich jeder“, findet Klug. Für seine Gemeinde vor den Toren Stralsunds sieht er günstige Entwicklungsmöglichkeiten. Inselbrauerei, Pommernkate und Rügener Landhandel machten die Gemeinde zum Gewerbestandort und auf den Flächen der großen Lagerhalle bestehe noch Potential für Bauland. Nur ruhiger könnte es noch werden. „Dass mit der Lärmschutzwand an der B96n noch nichts geschehen ist, ist eigentlich ein Skandal. Die ist zugesagt und da werden wir nachhaken“, so Klug.

Wer Bürgermeister in Lietzow wird, entscheidet sich frühestens auf der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung am 3. Juli. Nachdem Jürgen Böhning nicht wieder antrat, hatte sich kein Kandidat gefunden.

Uwe Driest

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