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Rügen Rügener Dorf soll bleiben, wie es ist
Vorpommern Rügen Rügener Dorf soll bleiben, wie es ist
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08:15 17.05.2019
Der Opel P4 von 1934 ist der ganze Stolz von Marin Haase. Quelle: Uwe Driest
Groß Stresow

 „Wir wollen unser Dorf so erhalten, wie es ist“, lautet die Maxime von Martin Haase. Die gilt auch für seinen Oldtimer. Den Opel P4, Baujahr 1934, „erwarb“ er zu DDR-Zeiten in einem komplizierten Tauschverfahren von einem Schrottplatz und ließ ihn nach der Wende aufarbeiten. „Zur Goldenen Hochzeit habe ich mich zusammen mit meiner inzwischen verstorbenen Frau Helga von Enkel Christian zur Vilmnitzer Kirche chauffieren lassen, wo wir uns traditionell zum zweiten Mal trauen ließen.“

Haase besitzt das letzte Grundstück am Dorfrand. Auf dem großzügigen Areal finden sich neben den beiden Wohnhäusern der Familie und einem Ferienhaus auch Räucher-Back- und Gewächshäuser. Sohn Torsten wohnt mit Frau Angelika und den erwachsenen Kindern Christian und Claudia auf dem Grundstück. Sohn Holger ist blind und arbeitet als Physiotherapeut in Chemnitz. Für seine Helga hatte Martin Haase 1958 seinen Geburtsort Neuenkirchen im Inselnorden verlassen. Helga Haase betrieb bis 2010 die am Radweg gelegene „Eishütte“, die der gelernte Maurer 1987 für Gäste des benachbarten Zeltplatzes erbaut hatte.

Martin Haase arbeitete 32 Jahre lang für den bekannten Betonschalenbauer Ulrich Müther, der ihn vor laufender Kamera schon damals „den besten Spritzer Europas“ nannte. Der Beitrag war erst kürzlich im Fernsehen zu sehen. So war Haase an allen bekannten Bauten vom Binzer Wachturm bis zur Kurmuschel von Sassnitz beteiligt. „Das war immer eine gute Zusammenarbeit und 'Geht nicht' gab es schon damals nicht“, sagt er.

Insgesamt wohnen im Dorf viele ältere Menschen, aber inzwischen auch Nachkommen einiger ansässiger Familien. Inzwischen gäbe es allerdings immer mehr Zweitwohnsitze, in denen neun Monate im Jahr die Jalousien heruntergelassen sind, beklagen die Einwohner. Da habe auch nicht geholfen, dass die Gemeinde nur Dauerwohnen habe zulassen wollen. Das treibe die Preise hoch, die sich dann junge Familien, die gern hier leben würden, nicht mehr leisten können, glauben Haase und seine Mitstreiter. So kämen zu den derzeit 33 Einwohnern noch einmal so viele „Satellitenstresower“.

Uwe Driest

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