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Rügen Deutsches Rotes Kreuz ehrte Lebensretter
Vorpommern Rügen Deutsches Rotes Kreuz ehrte Lebensretter
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08:41 22.11.2018
Sonja Ahrend aus Samtens sowie Frank Wilhelm (li.) und Torsten Töllner (53) aus Binz erhielten einen Orden für ihre 100. Spende aus der Hand von Anett Grönert und Jörg Heusler (2. v. re.). Quelle: Uwe Driest
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Bergen

„Ohne Sie hätte ich viel mehr traurige Erlebnisse gehabt“, sagte eine sichtlich ergriffene Anett Grönert am Dienstag im Parkhotel. Dort hatten sich 50 Blutspender und ebenso viele ehrenamtliche Helfer zur jährlichen Ehrung der Jubiläumsblutspender versammelt. Grönert ist eine der Ärztinnen des Stralsunder Teams, die die Spender in Vorpommern medizinisch untersuchen. Vor ihrem Ruhestand war sie Transfusionsärztin auf der Intensivstation des Stralsunder Klinikums und weiß daher vermutlich besser als jeder andere, wovon sie spricht. „Es kam schon vor, dass wir 50 Konserven für einen Patienten benötigten“, berichtet die Ärztin. „Ich kenne das Gefühl, nicht über eine ausreichende Menge von Konserven zu verfügen und habe deswegen immer große Dankbarkeit gegenüber Menschen wie Ihnen empfunden und freue mich sehr, Ihnen als Spendern heute persönlich danken zu können.“ Der Dank der Medizinerin galt auch den ehrenamtlichen Helfern, „die die Termine gestalten, Imbisse vorbereiten und eine Atmosphäre schaffen, in der sich die Spender als Teil einer großen Blutspende-Familie fühlen“.

Die anwesenden Spender wurden für ihre 25., 50., 75. und sogar 100. Spende ausgezeichnet und erhielten neben Gutscheinen über einen Euro-Betrag in entsprechender Höhe auch einen „Spender-Orden“ mit einem blutroten Stein in der Mitte. Erstmals seien in diesem Jahr gleich vier Spender von der Insel für 100 Blutspenden geehrt worden, betont Burkhard Päschke, der gemeinsam mit Laura Blechert und Felix Bäsell für die Vereinsarbeit des DRK verantwortlich ist. Darunter erstaunlich viele Männer, wie Andrea Voellmer bemerkte, die die Blutspenden in Vorpommern koordiniert. „Dabei gelten die doch gemeinhin als etwas empfindlich in diesen Dingen.“ So waren neben Sonja Ahrend (56) aus Samtens auch Frank Wilhelm (63) und Torsten Töllner (53) aus Binz unter jenen Spendern, die ihren Orden aus der Hand von Anett Grönert und Jörg Heusler, Fachdienstleiter Gesundheit beim Landkreis, erhielten. Ein halber Liter je Termin darf den Spendern abgezapft werden. Nach hundert Terminen sind das also 50 Liter. Etwa das Zehnfache der Menge, die ein Mensch durchschnittlich im Körper hat. Viermal pro Jahr darf Blut abgenommen werden. Das Trio ist also schon länger dabei. Frank Wilhelm begann Mitte der 80-er Jahre zu spenden. „Ich genieße das Gefühl zu helfen. Außerdem ist jeder Termin zugleich ein Check der Blutwerte und verschafft mir daher Sicherheit für die eigene Gesundheit“, sagt er. Torsten Töllner hatte zu DDR-Zeiten auf der Volkswerft gespendet und die Gewohnheit nach der Wende wieder aufgenommen und Sonja Ahrend „will einfach nur helfen“.

Auf Rügen gibt es 15 Abnahmeorte, elf davon werden von den fast 50 ehrenamtlichen Helfern der Blutspendeteams des DRK-Kreisverbandes betreut. In Gingst und Sassnitz kümmern sich die Pflegeheime darum und Beatrice Rohde vom Bergener „Pflegedienst mit Herz“ betreut gemeinsam mit ihren vier Mitarbeiterinnen den Bereich Binz. „Ich habe beim DRK gearbeitet, bevor ich mich 2002 selbstständig machte und half dann gern weiter“, sagt die Chefin. Beatrice Rohde spannt sogar ihre Klientel ein, die gern Obst und Gemüse für die Spendentermine schnippeln würde.

In diesem Jahr gab es bisher 41 Abnahmetermine und im ersten Halbjahr ließen 1346 Spender 673 Liter Blut fließen, zählt Burkhard Päschke auf. Darunter seien 98 Erstspender – 35 mehr als im Vorjahreszeitraum – gewesen. Überhaupt sei Rügen Spitzenreiter. Nirgendwo sonst in Vorpommern sei die Bereitschaft so groß wie auf der Insel, sagt Andrea Voellmer. „Allein in Lauterbach kommen immer so 70, in Bergen-Rotensee sogar 90 Spender. In ganz Barth kommen wir gerade mal auf 40.“

Uwe Driest

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