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Rügen Rügener Schüler über Alltagsdrogen aufgeklärt
Vorpommern Rügen Rügener Schüler über Alltagsdrogen aufgeklärt
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13:00 19.06.2019
Das Präventionsteam um Polizistin Mandy Wolter, Kati Bischoff, vom Landkreis und Julia Kälber vom Chamäleon-Verein (vorn v. li.) klärte über Alltagsdrogen auf. Quelle: Uwe Driest
Bergen

In fast jedem Klassenverband gibt es Kinder und Jugendliche, die bereits Erfahrungen mit Suchtmitteln haben, wissen Marko Bittner und seine Mitstreiter vom Stralsunder Chamäleon-Verein. Ohne Interventionen könnten dann deren Zukunftsperspektiven gefährdet werden. Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, besucht das Präventionsteam von Dienstag bis Donnerstag das Bergener Gymnasium, wo es insgesamt rund 500 Schülerinnen und Schüler der siebten bis neunten Klassen im Rahmen des Projekts „Nikotin und Alkohol – Alltagsdrogen im Visier“ aufklärte.

An vier Stationen erfuhren die Jugendlichen, welche Folgen der Konsum auch legaler Drogen haben kann. Mit einer die Sicht beeinträchtigenden „Promille-Brille“ galt es zunächst, einen Slalom aus rot-weißen Hüten zu meistern und anschließend eine Pyramide aus Bechern zu bauen. Während Emma aus der Klasse 8e den Parcours problemlos meisterte, kickten andere manchen Hut durch das Klassenzimmer oder rissen die Becher-Pyramide immer wieder ein.

Alkohol enthemmt auch sexuell

Andere Stationen forderten das Wissen der Schüler als Würfelspiel oder Fernseh-Quiz heraus. Ab wie vielen Zigaretten ist der Konsum schädlich? Ab der Ersten. Warum rauchen Menschen, obwohl sie es besser wissen müssten? „Schnuller-Ersatz oder Gruppenzwang“, lauten die Antworten der Schüler. Auch dass Frauen noch schneller betrunken sind als Männer, weil sie weniger Flüssigkeit im Körper haben und dass Zigaretten Arsen und Blausäure enthalten, lernten die Schüler. Stoffe, die auch in Rattenködern enthalten sind. „Suchterkrankung ist keine Willensschwäche, sondern eine ernste Krankheit“, betonte Ulf Kolbe vom Fachdienst Gesundheit des Landkreises und erklärte, dass Alkohol enthemmen kann. „Man sagt oder tut vielleicht Dinge, die man nachher bereut.“ Verbal, physisch oder sexuell.

Beim Bau einer „Lebensmauer“ aus mit Begriffen wie „Vertrauen, Anerkennung oder Familie“ beschrifteten Bausteinen, setzten die Schüler Prioritäten für ihr Leben. Leon stellte ganz oben noch den „Sex“ dazu. Dafür aber seien Alkohol und Nikotin gerade nicht hilfreich, klärte Polizistin Mandy Wolter auf. Vielmehr können die Drogen ein Leben zerstören. „Wer süchtig ist, könnte anfangen, seine Familie zu bestehlen, um seine Sucht zu finanzieren oder sich bei Freunden zu verschulden, denen er dann nicht mehr gegenübertreten mag“, so die Beamtin. Am Schluss jeder Station gab es Infos und Give-Aways zu Mitnehmen. Alkoholfreie Cocktail-Rezepte, Kronkorken mit der Aufschrift „Kenn Dein Limit“. An einem zusätzlichen Info-Point konnten sich Lehrkräfte mit Arbeitshilfen zum Thema „Prävention“ und einem verantwortungsbewussten Umgang mit legalen Drogen versorgen.

Im Anschluss sahen sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam dreiviertelstündigen Lehrfilm „Zoey“ an, einen Spielfilm über die Lebenswelt von Kindern einer suchtbelasteten Familie.

Uwe Driest

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