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Rügen Protest: Bergen auf Rügen fällt nicht unter Bäderregelung
Vorpommern Rügen Protest: Bergen auf Rügen fällt nicht unter Bäderregelung
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11:54 11.01.2019
Zu wenig Urlauber? Im heißen Sommer des vergangenen Jahres verschaffte der Brunnen auf dem Bergener Markt Linderung. Quelle: Uwe Driest
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Bergen

Die Nachricht, dass Bergen im Entwurf für eine neue Bäderverkaufsregelung des Landes künftig nicht mehr berücksichtigt wird, führte in Politik und Wirtschaft der Stadt zu Reaktionen, die von Unverständnis bis Empörung reichen. Wie berichtet hatte das Wirtschaftsministerium nach einer Klage der Gewerkschaft Verdi einen Kompromiss-Vorschlag vorgelegt, der neben einer weiteren Beschränkung der Öffnungszeiten auch die Zahl der Orte reduzierte.

Die Verordnung gilt für Bereiche mit besonders starkem Fremdenverkehr. Das betrifft auf Rügen 20 Gemeinden sowie die Insel Hiddensee. Dass Bergen künftig nicht mehr dazu zählen soll, „stellt für uns eine zusätzliche Belastung dar, die nach den Umbauarbeiten in der Ringstraße unser Geschäft stark in Mitleidenschaft ziehen wird“, sagt Markus Jablonski, Sprecher des Real-Marktes. „Dass solche Regelungen selektiv ausgelegt werden, ist für uns nicht nachvollziehbar. Die Verordnung sollte für die gesamte Insel gelten.“ Wegen seiner Bedeutung gerade für Wochenendbesucher aus Skandinavien finden sich im Real-Markt eigens Hinweise in schwedischer Sprache.

„Regelung ist ein Unding“

Wenn die Verordnung in Kraft träte, hätten Bergener Unternehmen keine Planungssicherheit mehr, kritisiert auch Eike Bunge, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Bergener Stadtvertretung. „Die Regelung ist ein Unding. Bergen ist das Zentrum der Insel Rügen und muss ganz klar in die Bäderregelung aufgenommen werden.“

Das sieht auch Carmen Kannengießer vom Bürger Bündnis Bergen (BBB) so: „Wir können nicht verstehen, dass Bergen als Mittelzentrum herausfallen soll, schließlich sieht man auf den Parkplätzen der Bergener Supermärkte auch an Sonntagen viele Autos stehen.“

„Insel nicht über einen Kamm scheren“

„Soweit ich weiß, ergibt sich das Kriterium für die Aufnahme in die Bäderregelung auch aus der Anzahl verkaufter Kurkarten. Da fällt Bergen bekanntlich heraus, was den Eindruck von der Bedeutung des Standortes allerdings verfälscht“, meint Wolfgang Kannengießer vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. Vielfach würden Urlauber bereits auf dem Weg zum eigentlichen Urlaubsort einkaufen. „Man kann die Besonderheiten der Insel eben nicht über einen Kamm scheren.“

„Gerade für Bergen als Inselhauptstadt und Verkehrsknotenpunkt ist die Entscheidung sehr bedauerlich“, findet Stefanie Lemke von der Projektgesellschaft des Tourismusverbandes. „Ich bin nichtsdestotrotz froh, dass es überhaupt zu einem Kompromiss kam.“ Nach der Klage der Gewerkschaft habe gedroht, dass es in der kommenden Saison keinerlei Ausnahmen vom Ladenschlussgesetz geben könnte. „Wenn die Verordnung in Kraft träte, würde sie für Bergen als Mittelzentrum der größten deutschen Insel, einen weiteren nicht nachvollziehbaren Nachteil bedeuten“, kritisiert Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos).

Regelung ist Kriterium für Standortwahl

Unter der starren Regelung habe in der Vergangenheit schon der Edeka-Markt in Bergen-Süd gelitten, der erst nach Inkrafttreten der alten Verordnung eröffnete. Bei seiner Standortwahl dürfte sich der Konzern seinerzeit auf die Aufnahme in die ab April dieses Jahres gültige Verordnung verlassen haben. „Wir werden uns mit den Unternehmen verständigen, die das betrifft und das Gespräch mit dem Wirtschaftsminister suchen“, kündigt die Bürgermeisterin daher an.

Ihr Amtskollege in Zirkow hätte eigentlich Anlass zur Freude. Der Ort ist erstmals im Entwurf gelistet. „Alles, was die Wirtschaft ankurbelt, ist gut für die Region“, sagt Bürgermeister Jens Hoyer (parteilos). „Wir haben aber eigentlich keine Verkaufseinrichtungen und der Erdbeerhof war als gastronomische Einrichtung ohnehin ausgenommen.“ Lediglich Fränkis Kaufmannsladen in Pantow könnte profitieren. Der aber sei vermutlich nicht daran interessiert, am Sonntag zu öffnen.

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Uwe Driest

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