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Rügen Rügener Touristiker trafen sich zum Saisonstart
Vorpommern Rügen Rügener Touristiker trafen sich zum Saisonstart
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07:35 11.05.2019
Am Wochenende fand Rügens erste Tourismusbörse im Marstall zu Putbus statt. Quelle: Uwe Driest
Putbus

 Vor der gestrigen Eröffnung der ersten Rügener Tourismus-Börse im Marstall von Putbus hatten sich die Mitglieder des Tourismusverbandes Rügen (TVR) zur Auswertung der zurückliegenden Saison versammelt. „Auf hohem Niveau“ klagte Mark Ehlers, stellvertretender Vorsitzender des TVR, über leicht verschlechterte Zuwachsraten bei den Übernachtungszahlen. Obwohl bei den absoluten Zahlen ganz vorn, liegt Rügen bei den Zuwächsen hinter anderen Region in MV. Einer der Gründe dafür könnte das Loch in der A20 gewesen sein, vermutet Ehlers. Dabei verfüge Rügen über fast ein Drittel mehr Übernachtungen, als die Statistik ausweise, rechnete Ehlers den etwa 60 Besuchern der Mitgliederversammlung vor: Von den mehr als 8,5 Millionen Übernachtungen wären lediglich 6,4 Millionen in der Statistik des Landes erfasst. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl liegt Rügen indes mit 98 000 Übernachtungen je tausend Einwohnern bei den Übernachtungen weit vor Berlin (8700) und über dem Landes- (18 400) und Bundesschnitt (5500). Die meisten Rügen-Urlauber suchen die Region Binz und Granitz (41%) auf, gefolgt von Mönchgut-Granitz, Wittow, Jasmund, Südwestrügen, Westrügen, Schaabe, Hiddensee und Muttland (3%). Die Auslastung der Bettenkapazitäten läge bei etwa 40 Prozent. „Die Auslastung lässt sich nur durch Zuwächse in der Nebensaison steigern“, so Ehlers. „Außer in durch den Einzelfall begründeten Nischen sollte es keine weitere Steigerung der Betten-Kapazitäten geben.“

Weniger Müll fürs Meer

Als Erfolge wertete Ehlers auch Veranstaltungen wie Aktivherbst, Wander- und Festspielfrühling, Woche der Nachhaltigkeit, Bärlauch- und Fischertage. Verbesserungswürdig seien indes Bereiche wie Mobilität und Infrastruktur. So lasse die Verfügbarkeit von Taxen zu wünschen übrig. „Die Branche besteht aus Klein- und Kleinstunternehmen, die wenig organisiert sind“, so Ehlers. Immerhin solle der Radweg von Zirkow nach Serams im November gebaut werden, an die Umleitung für Radfahrer an der B96n sei gedacht und für einen weiteren bei Lubkow seien die Planungen abgeschlossen. Dessen Bau werde allerdings nicht vor 2020 beginnen.

Das Thema übernahm Ehlers auch in die Eröffnung der Tourismus-Börse, die dem Austausch touristischer Akteure und zugleich als Leistungsschau diene. „Wir müssen besser werden bei Elektro-Mobilität und Ladeinfrastruktur. Angesichts von Klimawandel und Artensterben erwarten unsere Gäste Nachhaltigkeit und Umweltschutz“, so Ehlers. „Solche Bilder wie sie das Fernsehen von im Meer schwimmendem Plastik zeigt, wollen wir auf Rügen nicht sehen“, fügte Stefanie Lemcke hinzu. Daher habe der Verband das Projekt „Weniger fürs Meer – Initiative zur Vermeidung von Einwegplastik und zur Stärkung des Umweltbewusstseins“, aufgelegt. Drei Viertel des Mülls in den Meeren bestünde aus Plastikmüll, der erst in 450 Jahren verrottet sei, so Lemcke. Auch am Strand zurückgelassene Zigarettenstummel seien ein Problem. Daher stellte die Referentin des TVR gleich eine Reihe von Maßnahmen und Produkten vor, die in der kommenden Saison die Strände der Insel sauber halten sollen. Darunter befindet sich der Strandascher „Kippenkiller“, die Mehrwegflasche „Buddel-Buddy“ oder die „Dreck-Bag“ aus BioPlastik. Zudem sollen ein Netzwerk von Nachfüll-Stationen für Trinkwasser aufgebaut und ein Pfandbechersystem von ReCup aufgebaut werden. Das möchte Stefanie Lemcke der Branche Anfang Juni vorstellen.

Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen

Marco von Kessel machte sich vor Ort kundig. Am Stand von BioFutura ließ sich der Inhaber der Alten Pommernkate Rambin aus Maisstärke erzeugte Becher, Geschirr und Besteck erläutern. Die sind aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt und ebenso kompostierbar wie Tragetaschen, Müllbeutel und Reste-Box. „Seit wir Plastiktüten verbannten, haben wir nur noch ein Drittel der Verpackungskosten“, so von Kessel, der nun daran arbeitet, Makkaroni zu Trinkhalmen zu machen. „Künftig werden wir auch unsere Kekse in Verpackungen von BioFutura verkaufen.“

Ein besonderes Lob sprach Lecke der Schülerfirma „Share & repair“ der Christopherusschule Sellin aus. Die 20 Schülerinnen und Schüler um Malte Burwitz (16) hatte kürzlich auf Helgoland den ersten Umweltpreis der Inseln für ihre Initiative erhalten, von Urlaubern zurückgelassene Strandutensilien wieder aufzuarbeiten.

Die Tourismus-Börse im Marstall zu Putbus ist am heutigen Sonnabend ab 10 Uhr geöffnet.

Nach der Mitgliederversammlung präsentierten sich zahlreiche Aussteller im Marstall Putbus

Uwe Driest

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