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Rügen Rügener Zweckverband baut neues Pumpwerk für Mönchgut
Vorpommern Rügen Rügener Zweckverband baut neues Pumpwerk für Mönchgut
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19:21 23.10.2019
Am Mönchgut-Tour in Baabe wird die Spundwand für das neue Pumpwerk gesetzt. Quelle: Reinhard Litty
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Baabe

Gleich hinter dem Mönchgut-Tor am Baaber Ortseingang werden nicht mehr nur Fisch verkauft. Dort neben dem Radweg spucken derzeit auch Bauarbeiter kräftig in die Hände. „Sie bauen in unserem Auftrag ein neues Abwasserpumpwerk“, sagt Reinhard Litty, Vize-Geschäftsführer und Pressesprecher des Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (Zwar).

Der Neubau sei nötig als Ersatz für die sich am gleichen Standort in einem kleinen weißen Gebäude befindliche alte Pumpstation. „Sie ist älter als 50 Jahre und genügt technisch und baulich nicht mehr heutigen Ansprüchen. Hohe Energie- und Instandhaltungskosten führten zur Entscheidung für einen Neubau“, begründet Litty das Vorgehen.

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Dazu gehört eine technische Lösung, die die jahreszeitlichen Schwankungen der Abwassermenge berücksichtigt. Deshalb seien zwei Pumpstrecken vorgesehen. „Im Normalbetrieb, also außerhalb der Hauptsaison, wird das Abwasser in die westlich des Pumpwerkes verlaufende Druckleitung gepumpt und zur Kläranlage Göhren transportiert. Dazu ist die Durchörterung der B 196 und der Kleinbahntrasse notwendig“, macht Litty deutlich. In der Sommersaison dagegen müsse die Kläranlage Göhren eine deutlich mehr Abwasser verkraften. Um auch dann die hohen Reinigungsergebnisse garantieren zu können, werde deshalb mit dem Neubau eine zweite Pumpstrecke geschaffen. „Das Abwasser wird bei auftretenden Tagesspitzen in den in nördlicher Richtung vorhandenen Freispiegelkanal geleitet und durch die Passage mengenmäßig vergleichmäßigt. Über das Pumpwerk Sellin gelangt es schließlich zeitverzögert aber in gleichmäßiger Menge zur Kläranlage in Göhren“, geht Litty ins Detail.

Dazu gehört auch, dass es zukünftig an diesem Standort kein oberirdisches Bauwerk mehr geben werde. „Das jetzige Gebäude wird nach Inbetriebnahme der neuen Station abgerissen“, blickt Litty voraus.

Seinen Worten zufolge werde für das neue Pumpwerk derzeit ein rechteckiges 4,70 mal 3,70 Meter großes Betonschachtwerk gegossen. Die dazugehörige Baugrube soll fünf Meter tief sein. „Das darin zu installierende Pumpwerk hat einen gasdichten Behälter, was den Austritt von übelriechenden Gasen vermeidet. Die Pumpenmotoren befinden sich außerhalb des Pumpwerks, haben also keine Berührung mit dem Abwasser und sind deshalb leicht zu warten“, macht der Zwar-Sprecher deutlich.

Er hofft, dass das Bauwerk bis zum Jahresende fertig ist. „Im besten Falle wird das gelingen“. Die Kosten für Projekt samt aller Nebenarbeiten beziffert Reinhard Litty auf etwa 675 000 Euro.

Von Chris Herold

23.10.2019
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