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Rügen Eiland zwischen Rügen und Hiddensee
Vorpommern Rügen Eiland zwischen Rügen und Hiddensee
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17:11 23.12.2018
Rügens kleine Schwester Ummanz ist die fünftgrößte deutsche Insel in der Ostsee. Quelle: Uwe Driest
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Ummanz

Mit dem Muttland von Rügen ist die Insel Ummanz durch eine 250 Meter lange Brücke verbunden, die nach Waase, dem Eingang von Ummanz, führt. Dort gab es noch bis zur Wende die alte Dorfgaststätte. die seinerzeit der soziale und kulturelle Mittelpunkt der Insel war. „Da war jeden Sonnabend Tanz mit Live-Musik für 2,50 Mark Eintritt“, erzählt Rita Hoff (73). Mehr Geld habe sie auch nicht einstecken müssen. „Da die Fischer immer großzügig waren, ging man jedes Mal betrunken nach Hause, ohne etwas bezahlt zu haben“, erzählt die Ortschronistin der Insel. Vor drei Jahren stellte sie einen Band zur 750-jährigen Wiederkehr des Datums der ersten Erwähnung von Ummanz zusammen. Sonntags öffnete dann die auf der anderen Straßenseite gelegene Kirche ihre Pforten. Deren Küster war zugleich Lehrer der nebenan gelegenen Schule, die heute eine kleine Ausstellung zum Nationalpark beherbergt. Zu DDR-Zeiten habe Ummanz den Beinamen „Aalinsel“ getragen. „Wenn etwas am Auto kaputt war und die Werkstatt kein Ersatzteil hatte, besorgten wir uns Aale von einem unserer Fischer, stellten sie in den Kofferraum und auf wundersame Weise tauchte das Ersatzteil dann auf“, erzählt Rita Hoff augenzwinkernd. Die meisten Fischer gaben nach der Wende auf und seit auch Detlef Diedrich in den Ruhestand ging, ist dessen Sohn Henry der letzte Fischer von Ummanz. Auch das „Volkseigene Gut“ (VEG), das 350 Menschen beschäftigte, existiert nicht mehr. Heute leben insgesamt noch etwa 250 Menschen auf Rügens kleiner Schwester. Fast die ganze Insel gehörte im Mittelalter dem Stralsunder Heilgeist-Kloster und später der Hansestadt. Nach und nach erwerben nun Investoren attraktive Grundstücke. Die Entwicklung macht auch vor dem um 1900 erbauten Gutshaus von Waase nicht halt. Das solle abgerissen werden und einem Neubau Platz machen, bedauert Rita Hoff. Auch auf dem Gelände eines ehemaligen Ferienheims des Ministeriums für Staatssicherheit soll eine Ferienhaussiedlung entstehen.

Impressionen von der fünftgrößten deutschen Ostseeinsel

Verrückte Sachen aus Wildholz

Die mit etwa 20 Quadratkilometern fünftgrößte deutsche Ostseeinsel liegt im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. An ihrem nordöstlichen Ende, bei Tankow, befindet sich ein Kranichrastplatz von europäischen Rang. In Frühjahr und Herbst durchbrechen Schreie von Gänsen, Kranichen und anderen Zugvögeln dort die Stille. Die Alte Försterei von Haide machte Regina Kather zum Hexenhaus, in welchem sie „verrückte Sachen“ aus Wildholz fertigt. Dort entstehen Stühle und Liegen, Bänke und Pflanzkübel. Die Siedlung in Haide baute 1936 der Reichsarbeitsdienst auf, der auch den die Westküste schützenden Deich errichtete. Der ist heute ein beliebter Radweg, auf dem entlang sich das kleine Eiland mit reizvollem Blick auf die Insel Hiddensee umrunden lässt. Der „Deich-Rad-Wanderweg“ lässt sich ebenso gut zu Fuß erschließen, wie der knapp zwei Kilometer lange Walderlebnispfad „Des Försters Wald“, der die Natur vor allem Familien näherbringen soll. Der über Jahre von Norbert Briesemeister aufgebaute Haflingerhof wird heute von Elena Priglhofer weitergeführt, die über Kutschfahrten hinaus auch Austritte und Unterricht anbietet.

Deutschlands größtes Stehrevier

Das Windsurfcenter im Ortsteil Suhrendorf ist ein beliebter Ausgangspunkt für Surfer und Kiter und berühmt für seine Lage am größten Stehrevier Deutschlands. Dort befindet sich abseits der Touristenströme auch ein Campingplatz mit feinsandigem Badestrand. Das am südwestlichen Ende von Ummanz gelegene Freesenort ist eines der letzten noch erhaltenen Fischerdörfer. Seine vier reetgedeckten Häuser stehen unter Denkmalschutz. Der Weg dorthin führt durch Felder und Wiesen, wie die „Insel der Kraniche“, überhaupt geprägt ist von der Weite der Landschaft und der Stille der Natur. Von dort öffnet sich ein schöner Blick auf die vor Freesenort liegende Insel Heuwiese und die Hansestadt Stralsund. Ortschronistin Rita Hoff fasste die Kolumnen, die sie auch für die OSTSEE-ZEITUNG schrieb in den „Ummanzer Geschichten“ zusammen, die auf Plattdütsch und Hochdeutsch erschienen.

Lesen Sie auch: Insel Öhe und Insel Vilm

Uwe Driest

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