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Rügen Rummsfideldei, Ralswiek! Santiano rocken Rügen
Vorpommern Rügen Rummsfideldei, Ralswiek! Santiano rocken Rügen
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10:26 14.09.2019
Zack ahoi! Björn Both, Hans-Timm „Timsen“ Hinrichsen und Axel Stosberg (v.r.) geben alles auf der Ralswieker Bühne. Quelle: Thomas Pult
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Ralswiek

Rummsfideldei! Ralswiek hat sie wieder! Es ist Freitagabend, 10 000 Menschen schauen auf die noch leere Bühne, einige johlen, andere klatschen – und dann, zack, sind sie da, als wären sie nie weg gewesen: Santiano.

Im Video: Ausschnitt aus dem Konzert

Die Shanty-Rocker und die Störtebeker-Bühne am Großen Jasmunder Bodden: Das gehört mittlerweile zusammen wie Segel und Mast, wie Ufer und Meer, wie Käp’tn und Crew. Seit 2003 spinnen sie hier jedes Jahr saitenweise ihr Seemansgarn – auf der Gitarre (Hans-Timm „Timmsen“ Hinrichsen und live Dirk Schlag), auf der Fidel („Pete“ Sage), mit dem Bass (Björn Both). Und natürlich auch mit dem Schellenkranz (Axel Stosberg), auf dem Schlagzeug (Marco Moeller als Live-Musiker) und mit dem Keyboard (live dabei: Arne Wiegand). Die Band hat auf ihren bislang vier Studioalben eine Art Soundtrack der Meere geschrieben. Und wohin passt der besser als auf die größte deutsche Insel, wo die Sehnsucht nach der Fahrt hinaus auf die See schon immer groß war.

Sehen Sie hier die besten Bilder vom Santiano-Konzert am 13. September 2019

Ein Wiener auf Rügen beim Konzert

„Folgt meinem Ruf, ich schenke euch Unsterblichkeit“ schmettern die Kerle in ihrem Song „Könnt ihr mich hören?“ zum Auftakt ihres zweistündigen Konzerts in den Abendhimmel Rügens. Nun: Ihrem Ruf sind die Fans selbstverständlich gefolgt. Und Unsterblichkeit? Pah! Beim Klaubautermann! Santiano sind jetzt schon unsterblich – durch ihre Lieder! Und zwar selbst dort, wo es gar kein Meer gibt.

Robert Zierler mit der Fahne Österreichs. Der 51-Jährige reiste aus Wien zum Santiano-Konzert an. Quelle: Thomas Pult

Robert Zierler etwa: Der Mann ist Österreicher! „Ich bin aus Wien“, sagt er und lächelt verschmitzt. Das ist mal eben schlappe 1000 Kilometer weg von Ralswiek. Aber Entfernungen sind egal, wenn es um die Lieblingsband geht. „Von Nooord nach Süüüd, von Oooost nach Weeest“ singt der 51-Jährige später, als die Jungs auf der Bühne das „Mädchen von Haithabu“ anstimmen. Dieses Konzert hat eben echt Meer-Wert.

Das findet auch Gabi Schwarz (55) aus Berlin. Ihr Lieblingslied von Santiano? „Alles einmal rauf und runter“, sagt sie lachend. Aufs Konzert ist sie mit Torsten Hartung (48) und Karin Spitzer-Burghardt (54) gekommen – beide aus dem hessischen Oberursel. Alle drei sind Mitglieder des 1. offiziellen Santiano Fanclubs. 7400 Mitglieder sollen dem angehören. „Wir haben sogar einen Brasilianer dabei“ – „und auch Schweizer“, sagen Karin und Gabi und schmunzeln.

Unplugged-Album erscheint im Oktober

Karin Spitzer-Burghardt (54/vorn links), Torsten Hartung (48/Mitte) und Gabi Schwarz (55/vorn rechts) sind Mitglieder des 1. offiziellen Santiano Fanclubs. Quelle: Thomas Pult

Karin findet derzeit den Song „Likedeeler“ am besten. Der passt zur Störtebeker-Bühne wie kein anderer. Das meint auch Björn Both, Sänger und Bassist bei Santiano, als er ihn ankündigt. Und dann spielen sie ihn auch schon. Karin singt und tanzt begeistert – und wird sich vermutlich auch das „MTV unplugged“-Album kaufen, das Santiano am 18. Oktober veröffentlichen und mit dem die Band derzeit „hochschwanger“ ist, wie Björn Both schelmisch erzählt.

Eine politische Botschaft hat der Frontmann wie gewohnt auch diesmal im Gepäck. „Lasst uns schön aufpassen, wem wir demnächst unsere Stimmen geben bei Wahlen“, sagt er mahnend. „Und passt schön auf eure Freiheit auf“, sagt er, bevor er und seine Band einen der Klassiker anstimmen: „Frei wie der Wind“.

Doppelkonzert auch im Jahr 2020

Die Fans waren begeistert vom Santiano-Konzert. Quelle: Thomas Pult

Emotionaler Höhepunkt dieses Konzerts ist aber Santianos Dankeshymne an die Fans. „Wir für euch, ihr für uns“ hallt es durch die Nacht. Und vor der Bühne recken Fans kleine Licht-Herzchen in die Höhe. Überhaupt: So kräftig es die kapitalen Kerle aus Schleswig-Holstein auch krachen lassen können mit ihrem Shanty-Rock: Sie beherrschen auch die leisen Töne. Mit den Burschen lässt sich schunkeln im Dunkeln, auf Platt snacken – und wenn sie am Ende „Hoch im Norden“ anstimmen und wie immer ein Lichtermeer aus Handylampen in den Zuschauerreihen wogt, dann ist man geneigt, zu glauben: Es kann kein Zufall sein, dass im Wort „Seele“ das Wort „See“ steckt.

Kartenvorverkauf hat bereits begonnen

Dass Santiano im nächsten Jahr wiederkommen, steht jetzt schon fest – am 11. und 12. September. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Aber zunächst steht am heutigen Sonnabend das zweite Konzert der Band in Ralswiek auf dem Programm. Es ist wie das am Freitag leider bereits ausverkauft.

Lesen Sie auch:
Konzertbericht aus dem Jahr 2018.

Von Thomas Pult

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