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Rügen Thälmann-Straße in Sagard auf Rügen: Kopfsteinpflaster weicht Asphalt
Vorpommern Rügen Thälmann-Straße in Sagard auf Rügen: Kopfsteinpflaster weicht Asphalt
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17:24 22.11.2019
Die Ernst-Thälmann-Straße in Sagard soll gründlich saniert werden. Statt des historischen Kopfsteinpflasters sollen die Fahrzeuge künftig über Asphalt rollen. Die alten Rotdorne werden jüngeren Bäumen weichen. Quelle: Maik Trettin
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Sagard

Sie ist eine der wichtigsten Straßen im Ort – und eine der schlechtesten, was den Zustand angeht. Über die holprige Ernst-Thälmann-Straße flucht so mancher Kraftfahrer schon seit Jahren. Die Gemeinde will das Problem nun aus der Welt schaffen.

Für rund 1,3 Millionen Euro soll sie von Grund auf saniert werden. Bereits im März kommenden Jahres sollen die Tiefbauer anrücken. „Mit den vorbereitenden Arbeiten beginnen wir aber noch in diesem Jahr“, kündigt Thomas Ulrich, Leiter des Bauamtes im Amt Nord-Rügen, an: Die Rotdorn-Bäume, die die Straße säumen, sollen noch vor Jahresende gefällt werden.

Klagen über „lautes Pflaster“

Auf der Ernst-Thälmann-Straße wird im wahrsten Sinne des Wortes kein Stein auf dem anderen bleiben. Das alte Kopfsteinpflaster wird verschwinden. Stattdessen werden die Straßenbauer eine Fahrbahn aus Asphalt anlegen. Die Sagarder Gemeindevertreter ziehen die Bitumenschicht dem Naturstein vor und kommen damit nach Aussagen des Bürgermeisters dem Wunsch der Anwohner entgegen. Viele von ihnen würden sich über die Lärmbelästigung beklagen. Die Abrollgeräusche der Fahrzeuge seien auf Kopfsteinpflaster um einiges lauter als auf Asphalt.

Jahrzehntealtes Pflaster

Die heutige Ernst-Thälmann-Straße existiert schon lange. Sie war lange Zeit die wichtigste Verbindung, auf der fast jeder unterwegs war, der nach Sagard wollte oder von hier aus in Richtung Sassnitz, Glowe oder Bergen. Ursprünglich habe es sich um einen unbefestigten Weg gehandelt, sagt der Sagarder Siegfried Bruhn. Wegen seiner Bedeutung wurde dieser bald gepflastert. Die frühere Bahnhofstraßewar einst die Ortsdurchfahrt von Sagard. Der gesamte Fahrzeugverkehr, der heute über den Weiherberg von und nach Sassnitz beziehungsweise über die Glower Straße in Richtung Wittow und zurück fließt, quälte sich bis zum Bau der Umgehungen auf der damaligen Bahnhofstraße durch den Ort. Mit der Pflasterung der Fahrbahn wurden auch dieRotdorn-Bäume links und rechts der Straße gepflanzt.

Lieber Asphalt als Naturstein

Der südliche Bereich der Straße (vom Ortseingang aus Richtung Glower Straße kommend) wurde in den zurückliegenden Jahren bereits umgestaltet. „Dort haben wir Naturstein-Pflaster verwendet, weil der Abschnitt im Sanierungsgebiet liegt und dieses Material seinerzeit dort vorgeschrieben war“, sagt Bürgermeister Sandro Wenzel. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit würde sich die Gemeinde nicht noch einmal so entscheiden. Stattdessen könne er sich vorstellen, dass man künftig in historischen Bereichen die Asphaltfahrbahn durch kleine Pflasterstreifen auflockere, so wie es die Sassnitzer in ihrer oberen Hafenstraße getan haben.

Baumreihen werden erneuert

In der Sagarder Ernst-Thälmann-Straße wird es solche Querpflasterungen nicht geben. Auf dem rund 450 Meter langen Abschnitt zwischen der Amtsverwaltung und dem Bahnhof sind stattdessen drei sogenannte Querungshilfen für Fußgänger vorgesehen. Dabei handelt es sich um eine Art Verkehrsinsel.

Wie die aussehen werden, steht allerdings noch nicht fest. Die Straße wird sechs Meter breit sein und auf beiden Seiten einen neuen Gehweg bekommen. Größtenteils werden auch links und rechts der Straße wieder Bäume stehen. „An einigen Stellen können wir aber nur auf einer Seite neue Bäume pflanzen“, sagt Ulrich und meint den Bereich zwischen Quatzendorfer Weg und Sassnitzer Straße. „Auf der anderen Seite fehlt uns dazu einfach der Platz.“

Wo genügend Platz ist, sollen Autos parken können. Die Stellflächen parallel zur Fahrbahn werden mit Naturstein gepflastert. Kurz vor dem Bahnhof werden links und rechts am Straßenrand insgesamt zwölf Parkplätze hergerichtet, die schräg zur Fahrbahn angeordnet werden.

Keine Zufahrt zu den Grundstücken

Apropos parken: Während der Bauzeit werden nur die wenigsten Mieter und Hausbesitzer ihren fahrbaren Untersatz vor der Haustür abstellen können. „Die Straße muss in diesem Zeitraum voll gesperrt werden“, kündigt der Bauamtsleiter an.

Denn nicht nur die Oberfläche wird komplett erneuert. Gleich zu Beginn wird der Zweckverband neue Leitungen für Trink-, Ab- und Regenwasser sowie Rohre für die Glasfaserkabel legen, bevor die Straßenbauer anrücken. Wer größere Lieferungen erwartet, etwa für Heiz- oder Baumaterial, sollte die Termine so organisieren, dass sie nicht in die Zeit der Vollsperrung fallen.

Baustraße Richtung Quatzendorf

Ende Mai 2021 soll die Ernst-Thälmann-Straße fertig sein. So lange werden die Anwohner aber nicht vom Straßenverkehr abgeschnitten sein. Die Bauarbeiten sollen in zwei Abschnitten erfolgen. Begonnen wird im kommenden Frühjahr mit dem Bereich zwischen der Amtsverwaltung und dem Abzweig am Quatzendorfer Weg.

Letzterer wird während der gesamten Bauzeit über eine eigens dafür zu errichtende Baustraße erreichbar sein. Der folgende Abschnitt reicht vom Abzweig am Quatzendorfer Weg bis kurz vor den Bahnhof und umfasst auch den Beginn der Sassnitzer Straße bis zur Bushaltestelle.

Keine Straßenbaukosten für die Anwohner

In Einzelfällen werde es in Absprache mit dem Baubetrieb auch möglich sein, eine provisorische Zufahrt zu dem einen oder anderen Grundstück zu schaffen. Prinzipiell aber gilt, dass die Bewohner ihre Fahrzeuge außerhalb des Baustellenbereichs abstellen müssen, sagt Thomas Ulrich.

Der hat auch noch eine positive Nachricht: Für die Neugestaltung der Ernst-Thälmann-Straße braucht kein Anwohner etwas zu bezahlen. Rund 75 Prozent der Kosten übernimmt das Landwirtschaftsministerium über das Förderprogramm ILER. Den Rest zahlt die Gemeinde aus ihrem Haushalt.

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Von Maik Trettin

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