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Rügen Wettbewerb: Ideen für den Sassnitzer Hafen gesucht
Vorpommern Rügen Wettbewerb: Ideen für den Sassnitzer Hafen gesucht
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07:07 08.08.2019
Das alte Kühlhaus (re.) und die ehemalige Fischhalle (links daneben) prägen das Bild des Sassnitzer Stadthafens. Ob das auch in Zukunft so sein wird, ist offen. Die Hafenbetriebs- und Entwicklungsgesellschaft hat einen städtebaulichen Wettbewerb ausgelobt. Architekten sollen neue Nutzungs- und Gestaltungsvorschläge unterbreiten. Quelle: Maik Trettin
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Sassnitz

Die Fischhalle und das Alte Kühlhaus prägen seit den 50er Jahren das Bild des Sassnitzer Stadthafens und zeugen von seiner einstigen Bedeutung für die Fischerei. Hier wurde der Fang angelandet, umgeschlagen oder gelagert. Nach dem Niedergang dieses Wirtschaftszweiges steht offenbar auch die Zukunft der beiden Industriebauten auf wackligen Füßen – so wie die Häuser selbst. Deren Pfahlgründungen müssten saniert werden; ohne einen umfassenden Umbau sind die Gebäude langfristig kaum nutzbar. Wie der Hafen an dieser Stelle in Zukunft aussehen soll, darüber gehen die Meinungen im Aufsichtsrat der städtischen Hafenbetriebs- und Entwicklungsgesellschaft (HBEG) weit auseinander. Sanierung oder Abriss? Und wie sollen die sanierten Alt- beziehungsweise die Neubauten genutzt werden? Vorschläge dafür sollen jetzt Fachleute unterbreiten. Der Aufsichtsrat der HBEG setzt auf Fachleute. In einem städtebaulichen Wettbewerb sollen Architekten Vorschläge zur Gestaltung und Nutzung des Areals unterbreiten.

Die Fischhalle im Hafen von Sassnitz in den 70er Jahren Quelle: Stadtarchiv Sassnitz

Im Alten Kühlhaus sind unter anderem Homann-Feinkost, Kutter- und Küstenfisch, eine Gaststätte sowie die Probenräume der Jasmunder Plattdänzer und des Jugendblasorchesters zu finden. In der alten Fischhalle haben die städtische Wohnungsgesellschaft WoGeSa und die HBEG, das Hafenamt und kleinere Tourismusunternehmen und Gewerbebetriebe ihren Sitz. Von voller Belegung kann trotz der guten Lage keine Rede sein. Jahrelang stand etwa die Fläche der ehemaligen Bowlingbahn im Kühlhaus leer. Ein Lebensmittelbetrieb wollte in dem Haus Lagerflächen anmieten, um seine Produktion erweitern zu können. „Wir mussten absagen, weil die Statik das nicht hergab“, ärgert sich der HBEG-Geschäftsführer Siegfried Adelsberger. Auch in der benachbarten ehemaligen Fischhalle gibt es jede Menge ungenutzter Gewerbeflächen. Früher legte hier die Fischfangflotte an und löschte ihre Ladung. Aber die Zeiten haben sich geändert. Vor nicht allzu langer Zeit sei es noch Pflicht gewesen, den Fisch über eine solche Halle anzulanden. Doch die Vorgaben wurden gelockert. „Die wenigen Kutter, die heute noch Sassnitz ansteuern, löschen ihre Ladung direkt über die Kaikante auf den Lkw.“ Die Fischhalle, die einst das Herz des Sassnitzer Fischereihafens war, wird heute nur noch ab und zu für die Zwischenkühlung genutzt.

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Blick auf den Sassnitzer Hafen in den 70er Jahren. Quelle: Stadtarchiv Sassnitz

Parallel zur wirtschaftlichen Nutzung bröckelt seit Jahren die Bausubstanz. „Das ist nichts Neues und lange bekannt“, sagt Siegfried Adelsberger. Das Kühlhaus zum Beispiel steht auf Pfählen. Die sind dort, wo sie dauerhaft im Ostseewasser sind, noch in bester Qualität. „Aber bei Niedrigwasser liegen die Köpfe der Pfähle frei.“ In den 90er Jahren wurden die deshalb schon einmal umfassend saniert. „Aber das Ende der technischen Nutzungsdauer ist irgendwann erreicht.“ Dazu kommen konstruktionsbedingte Probleme, wie etwa die freiliegenden Ver- und Entsorgungsleitungen unter der dem Kühlhausfundament. Ein Spülfeld an dieser Stelle wäre eine Alternative. „Wir müssen uns aber auch Gedanken machen, wie wir das Haus künftig nutzen wollen“, sagt Adelsberger. Für die meisten Zwecke wäre ein aufwändiger Umbau erforderlich. Der werde vermutlich nicht preiswerter als ein Neubau. Dennoch: Allein ein Abriss würde mit einer Million Euro zu Buche schlagen, rechnet der Geschäftsführer vor.

Das alte Kühlhaus im Sassnitzer Stadthafen. Quelle: Maik Trettin

Der alte Aufsichtsrat, der aus Herbert Ostermoor, Steffen Schröers, Norbert Thomas und Günther Mach bestand, hatte unterschiedliche Ansichten zur künftigen Nutzung. Die reichten von einer Ladenzeile über die weitere Ansiedlung von Produktionsbetrieben bis hin zum Bau von Eigentumswohnungen oder eines Hotels. Wie man das Areal gestalten kann, darüber zerbrechen sich jetzt Mitarbeiter europäischer Architekturbüros die Köpfe. Fünf Bewerber waren für den Wettbewerb, den der Sanierungsträger BIG Städtebau im Auftrag der HBEG organisiert, gesetzt. Für die fünf freien Plätze sind 40 Bewerbungen eingegangen. Die Entscheidung wurde unter notarieller Aufsicht bei einer Auslosung getroffen. Beteiligt sind Büros aus Rotterdam, Bremen, Hamburg, Aachen, Dresden, Berlin, Barcelona, Hannover und Leipzig. Sie werden dem Preisgericht auf einer Veranstaltung am Donnerstag kommender Woche Fragen stellen können. Ihre Entwürfe müssen sie bis zum 18. Oktober vorlegen, die Modelle bis zum 4. November. Preisgelder in Höhe von insgesamt 128000 Euro hat die HBEG ausgelobt.

Die besten Vorschläge werden dann der Stadt Sassnitz präsentiert. Ob sie umgesetzt werden und wenn ja, wann, ist völlig offen. „Das ist keine Geschichte, die man übers Knie brechen muss“, sagt Siegfried Adelsberger. „Das Gebäude ist nicht so marode, dass es zusammenfällt. Aber es ist ein großes Vorhaben, über das wir uns langfristig Gedanken machen müssen.“

Von Maik Trettin

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