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Rügen Mit dem Rad über eine Brücke aus Kunststoff
Vorpommern Rügen Mit dem Rad über eine Brücke aus Kunststoff
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07:24 28.02.2019
Die Stadt Sassnitz hatte die marode Brücke am Birkengrund vor über vier Jahren gesperrt. Radwanderer müssen seitdem auf die ebenso marode und holprige Straße ausweichen, wenn sie nach Buddenhagen wollen. Quelle: Dieter Lindemann
Sassnitz

 Es geht um 25 Meter. So lang ist die Brücke über das so genannte Feuchtbiotop am Sassnitzer Birkengrund Eigentlich sollen Fußgänger und Radfahrer den Morast mittels der Konstruktion trockenen Fußes überwinden können. Doch die Brücke kann man genauso wenig betreten wie das sumpfige Gelände darunter. Wegen Schäden an wichtigen Teilen im Untergrund und auch im Aufbau ist sie seit fast vier Jahren gesperrt. Seit langem wird nach einem Ersatz gesucht. Viele Varianten hatten die Sassnitzer diskutiert und eine bereits favorisiert, da kommt eine neue ins Spiel: Die künftige Brücke soll aus Kunststoff gefertigt werden.

Bislang hatten die Kommunalpolitiker und die Verwaltung nur über Konstruktionen aus Holz und/oder Stahl gesprochen. Dabei sind solche Bauwerke aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) gar keine so neue Erfindung. „Nach Angaben des Herstellers hat er auch hier in unserem Bundesland schon gute Erfahrungen mit diesem Werkstoff gemacht“, sagt die Sassnitzer Bauamtsleiterin Claudia Klemens. In Bützow soll eine CFK-Brücke errichtet worden sein. Die Vorteile lägen auf der Hand, sagt Klemens: „Das Bauwerk wird aus mehreren Modulen zusammengesetzt und ist relativ leicht zu montieren.“ Das senkt die Kosten bei der Aufstellung vor Ort. Das spiegelt sich im Gesamtpreis wider, den die Planer im Auftrag der Stadt für vier verschiedene Varianten kalkuliert haben: Mit 210000 Euro ist die Kunststoff-Brücke die günstigste. Der Wiederaufbau einer Holzkonstruktion, so wie sie jetzt noch dasteht, wäre mit 271000 Euro die teuerste Lösung. Zwei Stahlbauvarianten bewegen sich mit Kosten von 263000 beziehungsweise 250000 Euro im „Mittelfeld“. Der letztgenannte Vorschlag hatte den Sassnitzer Stadtvertretern bislang am besten gefallen. Dabei sollten Quer- und Längsträger aus Stahl die Konstruktion bilden und das Geländer aus Holz gezimmert werden. Egal, wie der Oberbau auch gestaltet wird: „Die künftigen Pfahlköpfe werden in jedem Fall aus Stahl und nicht mehr aus Holz sein“, kündigte der für Tiefbau zuständige Bauamtsmitarbeiter Ingo Stoltz an.

CFK-Konstruktion ist sehr leicht und wartungsarm

Die Kunststoffkonstruktion ist nicht nur viel leichter und günstiger als die aus Stahl und Holz. Sie braucht auch weniger Wartung. Das, so Stoltz, sei wichtig, weil große Teile der Brücke durch die umgebenden Büsche im Schatten liegen. „Da bildet sich schnell ein Grünbelag, den man von dem Kunststoff schnell wieder entfernen kann.“ Allerdings werden Kunststoffoberflächen bei Nässe auch schnell zu Rutschbahnen. Das wissen auch der Hersteller und das Sassnitzer Bauamt. Die Brücke soll rutschhemmend beschichtet, praktisch aufgerauht werden, damit die Gummireifen der Fahrräder und die Schuhsohlen der Spaziergänger ausreichend Halt finden.

Ob es die Kunststoffbrücke wird, darüber entscheiden am Dienstag die Sassnitzer Stadtvertreter. Sowohl der Bau- als auch der Ausschuss für Ordnung, Sicherheit und Verkehr haben sich für die neue Variante ausgesprochen. „Es geht hier nicht um Schönheit, sondern um Zweckmäßigkeit“, sagte Dorothea Holtz im Verkehrsausschuss. „Der Radweg muss endlich wieder durchgängig befahrbar sein.“ Bislang endete er an der Grenze des Nationalparks bei Buddenhagen. Der Radweg war praktisch eine Sackgasse. Künftig wird der alte Abschnitt, der am Birkengrund vorbeiführt, mit dem gegenwärtig entstehenden Radweg von der Sassnitzer Stubbenkammerstraße bis zum Königsstuhl verbunden sein.

Maik Trettin

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