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Rügen Zu Besuch bei Schäfer Westphal in Groß Zicker
Vorpommern Rügen Zu Besuch bei Schäfer Westphal in Groß Zicker
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20:03 09.10.2019
Schafzüchter Frank Westphal und Marco Scheel von Nordwolle Rügen arbeiten seit ein paar Jahren zusammen. Quelle: Gerit Herold
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Groß Zicker

Ein Geschäft wie in uralten Zeiten: Naturalien gegen Naturalien. Frank Westphal und Marco Scheel schlagen ein. Der Schafzüchter aus Groß Zicker leiht damit einen seiner Schafböcke aus. Als sogenannte Decktaxe überreicht Marko Scheel ihm dafür eine aus Schurwolle gefüllte Steppweste seiner Firma Nordwolle Rügen.

Projekt „Nordwolle“ 2013 gestartet

„Ich habe neun Schafe“, erklärt Scheel, der in Tepitz bei Wismar lebt und 2013 das Projekt „Nordwolle“ startete. Seine Idee: hochwertige Funktionskleidung aus heimischer Wolle. Dabei stieß er auf den Pommernhof von Frank Westphal und dessen Rauhwollige Pommernschafe. Inzwischen lässt der studierte Wirtschaftsingenieur Jacken, Westen und Mützen aus der Wolle herstellen. Wie die Pommernschafe selbst trotzen auch die aus ihrer Wolle gefertigten Klamotten Regen, Nässe und kaltem Wind.

Schlemmen, stöbern, fachsimpeln rund um den Schafstall

Landschaftspflege ist Hauptarbeit

Für Frank Westphal ist und bleibt die Landschaftspflege aber das Hauptstandbein seiner Schafzucht. Der Mönchguter ist Herr über 960 Schafe und 40 Ziegen. 1990 hatte Vater Joachim den Betrieb mit 25 Schafen aufgebaut. Der Pommernhof bewirtschaftet seither mit den urigen Rasenmähern seine Flächen in den Zicker Bergen nach naturschutzfachlichen Grundsätzen. Das Rauhwollige Pommernschaf, eine sehr alte und vom Aussterben bedrohte Rasse, ist robust und genügsam und kommt mit dem mageren Trockenrasen gut aus.

800 neue Lämmer jährlich

Von April bis zur Schur zu Weihnachten sind die Tiere draußen. Lammzeit ist im Februar. Nach einer fünfmonatigen Tragzeit bringt das Mutterschaf in der Regel ein bis zwei Lämmer zur Welt. „Drillinge sind sehr selten“, so Westphal. „Wir haben 10 bis 20 Geburten am Tag, manchmal bis zu 40.“ 800 Lämmer erblicken alljährlich im Schafstall von Groß Zicker das Licht der Welt. „200 bis 250 Lämmer behalten wir, den Rest verkaufen wir“, so der Züchter.

Was aus Schafwolle entstehen kann, wie Bratwurst und Merquez aus Lammfleisch schmecken oder wie die Pommernschafe aussehen und sich anfühlen, konnten die Besucher am Mittwoch beim 4. Schäferfest am Schafstall in Groß Zicker erleben, das im Rahmen der „Woche der Nachhaltigkeit“ stattfand.

Jede Menge zu stöbern und zu probieren

Die kleinen und großen Gäste hatten Gelegenheit, sich auch über die Imkerei Baumgarten aus Gager und das Biosphärenreservat Südost-Rügen zu informieren. Ein Ranger führte etwa 30 Interessierte bei einer Wanderung über die Zicker Berge. Zudem gab es jede Menge zu stöbern und zu probieren. An einem anderen Stand bot Amanda Westphal Rehe aus Holz an. Diese hatten die Schüler und Eltern der 7. Klasse aus der Regionalen Schule in Göhren gebastelt.

Regionale Produkte vom Reiterhof

Das erste Mal dabei war Josephine Pisch, die in Alt Reddevitz einen Reiterhof betreibt. Dort gibt es seit Kurzem auch regionale Produkte, wie Fruchtaufstriche, Essig und Sirup. „Mein Freund Andreas produziert das alles“, so die Mönchguterin. Die Auswahl ist riesig: Von Sanddorn- bis Stachelbeermarmelade gibt es zehn Sorten. Angefangen hatte es damit, dass Andreas Wrede die Marmelade seiner Mutter vermisste. Nach dem gemeinsamen Kochkurs standen 50 volle Gläser in der Küche. So wurden sie auch an Feriengäste verteilt. Das kam an. Inzwischen ist der Absatz gut gestiegen. „Wir haben viele Wiederholungstäter. Es war eine gute Entscheidung“, lacht Josephine Pisch. Lavendelsirup, Balsamico und Erdbeermarmelade sind der Renner.

  

Josephine Pisch, Hofmanufaktur Alt Reddevitz, bot erstmals Marmeladen, Lavendelsirup und Balsamico aus eigener Produktion an. Quelle: Gerit Herold

Von Gerit Herold

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