Putbus - Schloss: Bürgervorsteher träumt vom Wiederaufbau – OZ - Ostsee-Zeitung
Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Schloss: Bürgervorsteher träumt vom Wiederaufbau
Vorpommern Rügen Schloss: Bürgervorsteher träumt vom Wiederaufbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 12.05.2015
Anzeige
Putbus

Etwa 28 Millionen Euro seien in das Flächendenkmal „Klassizistischer Stadtkern mit Schlosspark“ bislang geflossen, die zudem ein Vielfaches an Wertschöpfung in der Region ausgelöst hätten, machte der Putbuser Bürgervorsteher Gustav Lüth deutlich. Das Geld sei für Erschließungen, das Rathaus, die Orangerie und den Marstall sowie für private Modernisierungen ausgegeben worden. Er ließ es sich am Ende auch nicht nehmen, von einem Neubau des Putbusser Schlosses zu träumen.

Unter dem Motto „Ein fürstlicher Aktionstag — die klassizistische Stadt Putbus“ beteiligten sich die Putbuser als einzige Kommune der Insel an dem erstmals stattfindenden bundesweiten Tag der Städtebauförderung. Auf Rügen organisierte diesen die BIG-Städtebau, treuhänderischer Sanierungsträger der Stadt Putbus. Im Marstall wurde am Wochenende der neue, von Jörg Nickel erstellte Imagefilm der Stadt präsentiert, der unter anderem Luftansichten der Stadt zeigt, die Nickel mittels einer Drohne aufgenommen hatte. Martin Sklorz öffnete seine ebenfalls auch mit Mitteln der Städtebauförderung sanierte Villa Lottum an der Alleestraße 14 und der Stralsunder Architekt Burkhardt Eriksson erläuterte die Sanierungsmaßnahmen am und im Marstall.

Anzeige

Carola Morgenstern führte durch den Schlosspark zum ehemaligen Küchengarten und wies dabei auch auf Beschädigungen des historischen Tennisplatzes durch den Einsatz von schwerer Technik bei den derzeit stattfindenden Baumpflegemaßnahmen hin. Bei einer Baumfällung zerbrach zudem eine alte steinerne Sitzbank an den so genannten „Windmessern“. Auch der japanische Knöterich macht der Greifswalder Landschaftsarchitektin zu schaffen. Carola Morgenstern ist zuständig für einen Teil der Renovierung des elf Kilometer langen Wegenetzes des Schlossparks. „Entlang der Kastanienallee wollen wir moderne LED-Leuchten aufstellen, deren gerichtetes Licht sowohl den Weg als auch den hinter den Alleebäumen liegenden Teil beleuchten sollen“, malt Morgenstern aus.

Auch für die Wiederherstellung von Teilen des Küchengartens und die Restaurierung der Pergola im Rosengarten zeichnet ihr Büro verantwortlich. „Das Gerücht, wonach sich unter dem Damm der Pergola ein geheimer Gang befinden könnte, konnten unsere Erdarbeiten nicht bestätigen“, weiß Morgenstern heute. Ein Kellergewölbe im hinteren Bereich existiert hingegen. Der gesamte Bereich ließe sich allerdings nicht mit vertretbarem Aufwand wiederherstellen. „Wir entschlossen uns daher, einen Teil der Hohlräume zu verfüllen und ein neues Fledermausquartier zu bauen“, sagte Carola Morgenstern.

Der Tag der Städtebauförderung ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Deutschem Städtetag sowie Deutschem Städte- und Gemeindebund. Mithilfe des Aktionstages sollen die Erfolge der Städtebauförderung anhand konkreter Projekte erfahrbar gemacht und Bürgerinnen und Bürger zur Beteiligung und Mitgestaltung ermuntert werden.



Uwe Driest