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Rügen Schule in Palanga: Pommes sind tabu
Vorpommern Rügen Schule in Palanga: Pommes sind tabu
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00:00 22.05.2013
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Palanga

Edita Petrusonyte rückt eingerahmte Bilder an der Wand im Schulflur gerade. Gemalt haben sie Mädchen und Jungen aus Bergen, Schüler der Regionalen Schule „Am Grünen Berg“. Gerade gerückt werden sie aber in Palanga. „Die Bilder haben unsere Freunde gemalt“, sagt Edita Petrusonyte völlig akzentfrei. Obwohl sie Litauerin ist, beherrscht sie Deutsch perfekt. Edita Petrusonyte unterrichtet unsere Sprache an der Hauptschule „Vlado Jurgicio“ in Palanga. „Vor gut einem Jahr haben wir ein Freundschaftsband nach Bergen geknüpft. Wir sind Partnerschule der Regionalen Schule ,Am Grünen Berg‘“, übersetzt sie für Schuldirektorin Laimute Benetiene.

Bildung auf Litauisch: Wie lernt der Nachwuchs in Bergens Partnerstadt Palanga? Was unterscheidet den Schulalltag? OZ-Redakteur Udo Burwitz hat bei seinem Besuch in Bergens Partnerstadt Palanga Antwort auf diese Fragen bei einer Stippvisite in der Hauptschule „Vlado Jurgicio“ gesucht.

Haben wir uns verirrt? Beim Betreten des Schulgebäudes stehen wir im Foyer vor einer holzverkleideten Wand mit kleinen Türen drin. Aus denen lugen zwei ältere Damen. Kein Lärm, die Schüler gehen auf die Türchen zu, geben ihre Jacken ab, bekommen eine Garderobenmarke ausgehändigt. Für die Erst- bis Zehntklässler beginnt jeder Schultag wie eine Theatervorstellung. Erst die Garderobe, dann der Unterricht. „Hab Dank, du lieber Wind“, empfängt uns Gabija Sleiniute. Die 12-Jährige rezitiert ein Gedicht von Hoffmann von Fallersleben. „Ihre Sprache hat bei uns einen hohen Stellenwert“, sagt Direktorin Laimute Benetiene. Bildung in Litauen setze auf europäische Integration. „Ab der sechsten Klasse lernen unsere Schüler Deutsch, können sie auch Englisch oder Französisch als Fremdsprache wählen“, erklärt Edita Petrusonyte vor einer Hightech-Tafel aus England. Die Schule ist topp ausgestattet. Die Schüler sind mittels moderner Computertechnik mit Europa vernetzt. „Sie dürfen das Handy sogar im Unterricht benutzen, aber ausschließlich, um im Internet zu googeln“, so die Deutschlehrerin.

„Die Kontakte mit der Partnerschule in Bergen werden eher traditionell gepflegt. Wir schreiben. Es sind schon zahlreiche Brieffreundschaften entstanden“, schiebt Edita Petrusonyte nach. Die Lehrer haben sich 2012 gegenseitig besucht, die Schüler bereits sportlich ihre Kräfte gemessen. An beiden Schulen wurde am gleichen Tag ein Sportfest veranstaltet, mit den gleichen Disziplinen auf dem Programm. „Davon hat jeder kurze Filme gedreht, die ausgetauscht wurden“, so Petrusonyte.

Die Schulklingel läutet wie in Bergen. Doch während die Schüler dort auf das Essen auf Rädern warten, treten die in Palanga im Speisesaal an eine gläserne Essenausgabe. Dahinter dampft es aus Töpfen.

„Pommes und Cola sind tabu, wir setzen auf gesunde und frisch zubereitete Kost“, sagt Laimute Benetiene. Das Essen kommt weder auf Rädern noch in der Assiette — auf den Tellern landet Lamm mit Kartoffeln und Rohkost — selbst gekocht. „Die Stadt ist zwar knapp bei Kasse, an der gesunden Schülerspeisung wollen unsere Kommunalpolitiker aber keine Abstriche zulassen. Die eigene Schulküche bleibt“, lädt die Schuldirektorin zum Probieren ein.

Udo Burwitz

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