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Rügen Schulneubau auf Rügen: Für scheidenden Schulleiter erfüllt sich ein Traum
Vorpommern Rügen

Schulneubau auf Rügen: Zwölf neue Klassenräume für Gingster Schule

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15:00 24.06.2021
Wirtschaftsminister Harry Glawe machte den demnächst scheidenden Schulleiter Eckhard Mostek, Bürgermeisterin Gerlinde Bieker und Landtagsabgeordneten Holger Kliewe mit dem Fördermittelbescheid über knapp 4,3 Millionen Euro glücklich. In dem Schulneubau entstehen zwölf neue Klassenräume samt Nebenräumen sowie Räumlichkeiten für die Verwaltung.
Wirtschaftsminister Harry Glawe machte den demnächst scheidenden Schulleiter Eckhard Mostek, Bürgermeisterin Gerlinde Bieker und Landtagsabgeordneten Holger Kliewe mit dem Fördermittelbescheid über knapp 4,3 Millionen Euro glücklich. In dem Schulneubau entstehen zwölf neue Klassenräume samt Nebenräumen sowie Räumlichkeiten für die Verwaltung. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
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Gingst

Stolz kann Schulleiter Eckhard Mostek nun seinem Ruhestand entgegengehen. Zum Ende seiner Arbeitsjahre erfüllt sich nun nämlich doch noch ein Traum. Erst in der letzten Woche wurde er mit der Nachricht überrascht, dass die jahrelangen Bemühungen um einen Schulneubau nun erste Früchte tragen. Am Mittwoch überbrachte Wirtschafts-, Arbeits- und Gesundheitsminister Harry Glawe den Förderbescheid. Im Dezember kann dann mit dem Bau eines Schulgebäudes in Gingst begonnen werden. Knapp 4,3 Millionen Euro werden dafür aus dem Schulbaupaket des Landes bereitgestellt. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf über sieben Millionen Euro.

Zulauf über den Amtsbereich hinaus

Unter ihrem Dach vereint die Regionale Schule Gingst 384 Schüler, die längst nicht mehr alle nur aus dem eigenen Amtsgebiet kommen. Das Engagement der Lehrer an der Ganztagsschule, die im Wettbewerb „Starke Schule“ bereits als eine der besten Schulen Deutschlands auf sich aufmerksam machte, sorgt immer wieder auch für Nachwuchs aus anderen Amtsbereichen. „Gingst ist als Schulstandort von besonderer Bedeutung. Für eine Gemeinde mit 1300 Einwohnern ist solch eine Schule eine besondere Herausforderung – ein Schulneubau reine Utopie“, sagt Bürgermeisterin Gerlinde Bieker.

In den vergangenen Jahren haben sich Schule, Bürgermeisterin und das Amt West-Rügen unzählige Male um eine Förderung für einen Schulneubau bemüht. „Daran hat Eckhard Mostek lange gearbeitet. Als Schulleiter hat er einen entscheidenden Beitrag dafür geleistet“, bestätigt Harry Glawe. „Die Regionale Schule in Gingst ist auf der Insel Rügen die einzige Bildungsstätte, in der alle Schüler der Klassen eins bis zehn unter einem Dach lernen. Aber: Die derzeit vorherrschenden räumlichen Gegebenheiten hier vor Ort reichen nicht mehr aus, um die Konzepte der vollen Halbtagsschule, der Ganztagsschule und der Inklusiven Schule umzusetzen. Eine Erweiterung der Raumkapazitäten ist notwendig, um den Schülern angemessene Bedingungen für erfolgreiches Lernen zu gewährleisten. Der Bau soll die Schul- und Lernbedingungen für die nächsten 30 Jahre auf einen hohen Standard bringen“, meint Wirtschaftsminister.

Zwölf bestens ausgestattete Klassenräume

Der Plan des Architektur- und Ingenieurbüros Baukonzept zeigt die Ansicht des Schulneubaus in Gingst. Quelle: Architektur- und Ingenieurbüro Baukonzept Neubrandenburg

Einen Fürsprecher und Sprachrohr für seine Vision eines Schulneubaus hatte der Schulleiter in Schwerin stets auch durch den Landtagsabgeordneten Holger Kliewe. „In meiner Zeit im Landtag habe ich nie versäumt, darauf hinzuweisen, wie wichtig hier eine Investition ist“, sagt Holger Kliewe. Als Bürgermeister der Nachbargemeinde Ummanz gehören seine Einwohner schließlich mit zu den Nutznießern. „Hier passiert ganz ganz viel mehr als nur Unterricht. Das zeichnet die Schule aus“, weiß Holger Kliewe.

Das Architektur- und Ingenieurbüro Baukonzept aus Neubrandenburg zeichnet in Mecklenburg-Vorpommern für den Bau von mehreren Schulen verantwortlich. „Bei diesem ersten Bauabschnitt des Schulneubaus in Gingst handelt es sich um einen viergeschossigen kostenoptimierten Funktionsbau“, sagt Geschäftsführer Thorsten Haker. „Während im Untergeschoss Platz für die Verwaltung eingeplant ist, finden sich in den Obergeschossen jeweils vier Klassenräume und Kabinette mit Vorbereitungsräumen. Die insgesamt zwölf Klassenräume sind so angelegt, dass hier 30 Schüler Platz finden“, erklärt Thorsten Haker den Bau.

Schulleiter hat weitere Entwicklungsschritte vor Augen

Viele Gefühle regen sich in dem noch aktiven Schulleiter, der sich mit dem Beginn des neuen Schuljahres aus dem Dienst zurückzieht. Glücklich, nachdenklich, begeistert und dankbar schaut er auf das, was hier entstehen soll, sieht darin aber erst einen Anfang. „Die Entwicklung „Schulcampus Gingst“ benötigt weiterhin besondere Unterstützung“, sagt Eckhard Mostek. Eine neue Sporthalle ist das nächste Ziel, das er trotz Ruhestand wohl nicht aus den Augen verlieren wird und für das er beim Wirtschaftsminister schon mal kräftig die Werbetrommel rührte. Und einen Gedanken schickte er noch mit auf den Weg nach Schwerin: „Bildung und Ausstattung einer Schule dürfen nicht abhängig sein von der wirtschaftlichen Stärke einer Region.“

Von Wenke Büssow-Krämer