Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Neunjährige Detektivin entlarvt falschen Weihnachtsmann
Vorpommern Rügen

Seebühne Hiddensee: Kleine Detektivin entlarv falschen Weihnachtsmann

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:09 23.12.2019
Karl Huck von der Seebühne Hiddensee und seine Tochter Johanna stehen beim aktuellen Weihnachtsstück „Die sieben Geißlein oder Der falsche Weihnachtsmann“ auf der Bühne der Homunkulus-Figurensammlung in Vitte auf Hiddensee. Quelle: Wiebke Volksdorf
Anzeige
Vitte

Die Presse ist mal wieder schuld! Auch in der aktuellen Weihnachtsinszenierung der Seebühne Hiddensee gibt es Medienschelte. Denn genau genommen war es ein Bericht unserer OSTSEE-ZEITUNG, der den Wolf erst auf die Idee zu seinem weihnachtlichen Schurkenstück brachte. Zum Glück, so viel sei den Zuschauern und Lesern schon einmal verraten, geht alles gut aus – wie es sich für ein richtiges Weihnachtsmärchen gehört.

Das bringen die Theaterdirektorin Wiebke Volksdorf und der künstlerische Leiter Karl Huck traditionell gemeinsam mit ihrer ältesten Tochter Johanna zu den Jahreswechseln auf die Bühne der Homunkulus-Figurensammlung. Die inzwischen Neunjährige war bei der Inszenierung der „Schneekönigin“ dabei, war als siebentes Geißlein zu sehen und im vergangenen Jahr die Spielpartnerin ihres Vaters in der Fest­tags­inszenierung von „Pinocchio“. Mittlerweile hat das Mädchen sogar schon eine gewisse Bühnenroutine entwickelt. „Man muss ihr nicht mehr sagen, dass sie beim Theater in ihrer Rolle anders sprechen muss als wenn sie sich mit uns oder anderen ganz normal im Alltag unterhält“, sagt Huck nicht ohne eine Spur von Stolz. „Sie weiß auch, dass die Körperhaltung auf der Bühne eine ganz andere sein muss, um den richtigen Ton zu erzeugen, der auch in der hintersten Sitzreihe vom Publikum verstanden wird.“

Neunjährige korrigiert ihren Vater auf der Bühne

Dass Karl und Johanna Huck gemeinsam so viel Spaß auf der Bühne haben, ist nicht allein ihrem Verwandtschaftsverhältnis geschuldet, das in vielen Fällen ja eher ein Garant für Reibereien ist. Beide sind in gewisser Hinsicht sehr verschieden – zumindest dann, wenn es um die Theaterarbeit geht. Karl Huck ist dem Publikum der Seebühne als Meister der Improvisation bekannt. Das Manuskript ist für ihn so etwas wie eine Flaniermeile, auf der er entspannt schlendert, mal nach links abschweift, mal nach rechts, stehenbleibt, sich vergnügt, ein Späßchen macht und letztlich doch am Ziel ankommt. So oft man eines der Seebühnenstücke auch erlebt – es ist jedes Mal anders. Mit seiner „Hanni“ kann er sich solche Eskapaden nicht zu häufig erlauben. „Sie ist sehr genau und gewissenhaft“, erzählt er und zieht die Augenbrauen hoch. Zwischenzeitlich korrigiert die Neunjährige ihren Vater auch während der gemeinsamen Arbeit auf der Bühne. „Das geht dann auch so weit, dass ich Hinweise bekomme, was ich jetzt zu tun oder zu sagen habe“, erzählt Karl Huck verschmitzt. „Allerdings ganz diskret, wie ein Profi. Eben gerade so, dass das Publikum es gar nicht mitbekommt.“ Ihr Vater wiederum kann sich voll und ganz auf sie verlassen. „Johanna hält sich zu 100 Prozent an die getroffenen Absprachen.“

Wolf durchstöbert Partnerschaftsannoncen der OZ

Verlässlichkeit und Akribie – darauf kommt es auch in ihrer neuesten Rolle an. „Die sieben Geißlein oder Der falsche Weihnachtsmann“ heißt das Stück, das die Seebühnen-Mannschaft ab dem 26. Dezember bis ins neue Jahr hinein in der Homunkulus-Figurensammlung präsentiert. Diesmal ist Johanna Huck nicht als Geißlein, sondern als Detektiv zu sehen. Sie sammelt Indizien und Spuren, um den Betrüger, der sich als Weihnachtsmann ausgibt, zu enttarnen. Unter dem roten Mantel steckt nämlich ein alter Bekannter: der Wolf. Der hat ursprünglich gar nichts Böses im Sinn. Weil er das Fest nicht allein verbringen will, durchstöbert er die Partnerschaftsannoncen in der OZ. Dabei fällt sein Blick auf einen Beitrag über die Job-Center. Die haben bislang zum Fest arbeitslose Menschen als Weihnachtsmänner vermittelt. Diese Dienstleistung wurde eingestellt (siehe OZ vom 13. November). Nun wittert der Wolf seine Chance. Er will sich als Weihnachtsmann verdingen, wird aber entlarvt, bevor er am Heiligen Abend Unheil anrichten kann.

Lob von Barbara Schnitzler

Für die ebenso spannende wie witzige Inszenierung haben Darsteller und Direktorin schon den ersten Applaus bekommen. Zur Generalprobe hatten sie die Schulkinder und die älteren Mädchen und Jungen aus dem Hiddenseer Kindergarten eingeladen. Nicht nur die Kinder waren begeistert. „Eine witzig-fantasievolle Weiterführung des allbekannten Märchens und die Erfindung der Insel-Detektivin Charly Holmes – eine kleine Paraderolle mit Potenzial der Fortsetzung für Hanni Huck“, urteilte die renommierte Schauspielerin Barbara Schnitzler, die als Ehrenmitglied des Seebühnen-Fördervereins im Publikum saß.

Weihnachtsstück und Defa-Film

Das Weihnachtsstück „Die sieben Geißlein oder Der falsche Weihnachtsmann“ zeigt die Seebühne Hiddensee vom 26. Dezember 2019 bis zum 4. Januar 2020 täglich jeweils um 17 Uhr in der Homunkulus-Figurensammlungin Vitte. Karten können unter Telefon 038 300 / 605 93 vorbestellt werden.

Außerdem wird am 28. Dezember und am 3. Januar jeweils um 19 Uhr der Defa-Spielfilm „Der Tangospieler“ unter der Regie von Roland Gräf gezeigt. In den Hauptrollen sind Corinna Harfouch und Michael Gwisdek zu sehen.

Am 2. Januar gestaltet Karl Huck um 19 Uhr einen Asta-Nielsen-Abend. Für die szenische Lesung verwendet er Filmausschnitte, Bilder und Texte über den Stummfilmstar.

Von Maik Trettin

Das Team um Kay Theen hat die Rugard-Bühne in Bergen auf Rügen gepachtet und will daraus eine große Nummer machen. Doch der Start gestaltet sich schwierig – es gibt bereits ersten Zoff mit einem Berliner Veranstalter.

22.12.2019

Zum zweiten Mal in Folge luden die Kurverwaltung und der Sportverein Blau-Weiß Baabe zum Weihnachtssingen ins Fußballstadion des Ostseebades. 250 Insulaner und Urlauber stimmten mit an.

22.12.2019

In Stralsund übernachtete ein Dieb im Schaufenster eines Ladens, in Gingst wurden Hühner und Enten gestohlen und in Sassnitz Hemden und Korsetts. Weihnachten 1919 war auch ein „Fest der Diebe“.

22.12.2019