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Rügen Thomas Schälke hat im Hafen Sellin den Traumjob gefunden
Vorpommern Rügen Thomas Schälke hat im Hafen Sellin den Traumjob gefunden
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07:48 01.08.2019
Hafenmeister Thomas Schälke mag die Arbeit mit Menschen, Booten und Wasser. Quelle: Gerit Herold
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Sellin

Vor einem Jahr hat Thomas Schälke als Hafenmeister im neuen Wasser-Wander-Rastplatz am Selliner See angeheuert. Er ist die Seele des maritimen Kleinods. Ein Glücksgriff für die Kurverwaltung des Ostseebades, die die Marina gebaut hat und betreibt. Morgens radelt der Selliner die paar Meter von seinem Wohnort zum Arbeitsplatz. Abends steigt er erst aufs Rad, wenn alle Aufgaben erledigt und die Wünsche der Segler erfüllt sind. Er hilft beim Anlegen der Boote, kontrolliert Stege und Sanitäranlagen, kassiert Liegegebühren und Kurkarten und gibt auch gerne mal einen Geheimtipp preis. Beim Blick auf die Öffnungszeiten des Hafenmeisterbüros winkt er ab. „Ich bin eigentlich immer durchgängig da“, sagt der 49-Jährige. Rund 15 Kilometer hat er am Ende des Tages auf seinem Schrittzähler.

„Viele sagen, ich habe den schönsten Arbeitsplatz auf der Insel“, so Schälke. „Es ist ein Traumjob“, findet er. Von 2005 bis 2010 war er bereits Hafenmeister in Gager. Der gelernte Hochseefischer ließ sich zu DDR-Zeiten bei der Marine zum Steuermann und Navigator ausbilden. Den Studienplatz an der Seefahrtschule in Wustrow hatte er schon. Doch dann kam die Wende und das Aus für die Ausbildungsstätte. Noch zwei Jahre fuhr der Rüganer als Fischer in die Nordsee, dann ging er für Frau und Tochter für immer von Bord. Nach Jahren im Einzelhandel schulte der handwerklich begabte junge Mann zum Zimmermann um. „Für das Selliner Hafenmeisterhaus habe ich am Dachstuhl mitgebaut und bin dann unten ins Büro eingezogen“, lacht Thomas Schälke. Für ihn schließt sich ein Kreis.

Drei Generationen mit zwei Schiffen: Familie Zander aus Wittenberg hat in Sellin festgemacht. Quelle: Gerit Herold

„Ich arbeite gern mit Menschen zusammen, jeder Tag ist anders“, sagt der Mitarbeiter der Kurverwaltung. Die Segler sind von der Präsenz und Hilfsbereitschaft des agilen Hafenmeisters begeistert. „Er dirigiert einen gleich zu einem guten Platz. In anderen Häfen interessiert das oft niemanden. Auch der Leinenservice ist toll“, sagt Kay-Uwe Zander. „Der Hafen ist toll“, meint seine Frau Anke. Und die beiden Zwillingstöchter Charlotte und Luise (14) finden vor allem super, dass es hier kostenloses W-Lan gibt. Die Familie aus Wittenberg ist von Ribnitz aus über den Darß und Hiddensee nach Sellin geschippert. Hier treffen sie sich mit den Eltern Uwe und Christel Zander, die eine andere Route genommen haben.

Susanne steuerte mit ihrem Mann einen Tag zuvor aus Lohme kommend zum ersten Mal den Selliner Port an. „Wir haben seit zehn Jahren auf diesen Hafen gewartet“, freut sich die Berlinerin. „Hier gibt es den besten Strand der Welt.“ Ihr Boot liegt sonst meist in Greifswald, gebadet wurde in Lubmin. „Das Preis-Leistungsverhältnis ist ausgezeichnet“, meint Susanne. „Und es ist viel wert, wenn der Hafenmeister nett ist.“

Maximal 21 Tage können die Segel- und Sportboote an den 80 Liegeplätzen festmachen. Derzeit liegen rund 60 bis 70 Boote im Hafen, die meisten Skipper bleiben zwei bis drei Tage. Es ist ein stetes Kommen und Gehen. Unter Seglern spricht sich schnell rum, welcher Hafen eine Visite wert ist. Im Juni letzten Jahres hatte die Selliner Marina teileröffnet. Frischwasser und Strom auf dem Steg gab es zwar schon, aber Hafenmeisterbüro und Sanitäranlagen waren noch im Container untergebracht. Nun gibt es Herren- und Damentoiletten, Duschen, Waschmaschine und Trockner. Seit Saisonbeginn liegt auch das Räucherschiff „Roland“ im Hafen und lädt zum Fischimbiss ein. Ein Auto bringt morgens immer frische Brötchen direkt aus der Selliner Backstube.

Der Selliner Hafen hat durch den Anlegesteg für zwei Fahrgastschiffe den Vorteil, dass auch Platz für große Segler ist. Der Zweimaster „Pegasus“ und das Plattbodenschiff „Jan Huygen“ waren gerade hier. Danach hat die „Vertrouwen“ festgemacht. Die Reederei Weiße Flotte fährt von hier aus mit ihrem MS „Sellin“ täglich nach Lauterbach sowie lädt zu Seerundfahrten ein. Neu sind Fahrten zum Rügen-Markt nach Thiessow, die nächste findet am 13. August statt.

Sellin ist der einziger Ort auf Rügen, der per Schiff von Ostsee- sowie Boddenseite angefahren werden kann. Die Segler schätzen die Infrastruktur des Ostseebades mit Bade- und Einkaufsmöglichkeiten, Bank, Apotheke, Bus- und Bahnanbindung – und den Hafenmeister als einen perfekten Gastgeber.

Maritimes Flair und moderne Infrastruktur

Gerit Herold

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